Wachtberger Ausschuss: Grünes Licht für neue Ortsmitte in Niederbachem

Wachtberger Ausschuss : Grünes Licht für neue Ortsmitte in Niederbachem

Der zentrale Vorplatz des Henseler Hofes in Wachtberg-Niederbachem bekommt ein neues Gesicht. Der Ratsausschuss für Infrastruktur und Bau gab der Verwaltung grünes Licht, die Bauvergabe zur Vorplatzneugestaltung vorzubereiten.

Landschaftsarchitektin Caroline Keßel vom Büro Lohrer.hochrein aus München pries die Bäume bei der Vorstellung ihrer Planung als ideal für das Straßenbild an. Die weißen Blüten sähen nicht nur schön aus, sie lockten auch noch viele Insekten an – besonders Bienen. Doch wie sähe es mit den großen, herzförmigen Blättern aus, die im Herbst nicht weit davongetragen würden und aufgekehrt werden müssten? Diese Frage kam aus den Reihen der Ausschussmitglieder. Philipp Wellert (SPD) merkte an, dass es sich bei den Bäumen nicht um heimische Gewächse handele und sie deshalb vom Umweltausschuss nicht bevorzugt würden. Am Trompetenbaum soll das Projekt nun aber nicht scheitern: Der könne noch ausgetauscht werden, teilte die Verwaltung mit.

Die Umgestaltungsidee geht zurück auf 2013, als ein Integriertes Handlungskonzept für Niederbachem aufgestellt wurde. Ein Jahr später folgte der europaweite Wettbewerb für Landschaftsarchitekten und Verkehrsingenieure. Das Münchner Büro und „Ambrosius Blanke verkehr.infrastruktur“ aus Bochum bekamen den Zuschlag. Keßel, die das Projekt von Anfang an betreut hat, stellte in der Sitzung nun die abschließende Planung vor. „Aktuell gibt es den Henseler Hof mit einer ungenutzten Rasenfläche davor, eine klassische Straße und viele Stellplätze“, sagte sie. Es sei darum gegangen, an dieser Stelle und auf einem Abschnitt im nördlichen Verlauf der Konrad-Adenauer-Straße die Aufenthaltsqualität zu verbessern und den Ort attraktiver zu gestalten.

Der Dorfmittelpunkt soll als solcher wieder zu erkennen sein. Dafür wird ein graues, verflochtenes Betonsteinpflaster verwendet, das bestenfalls zum Langsamfahren animiert und zum dunklen Fachwerk der Häuser passt. Geplant sind Freiflächen für Kirmes, Karneval, einen Markt und für Außengastronomie. Selbst die Bodenhülse für den nächsten Mai- und Weihnachtsbaum wird nicht vergessen.

Bis auf die Stufen ist alles barrierefrei

Die Landschaftsarchitektin ging auf viele Details wie die geplanten Stufen mit Handlauf westlich des Henseler Hofs ein. Ansonsten sei alles barrierefrei. Um die Linde herum soll eine Rundbank gebaut werden, Kinder dürfen sich auf einen 60 Zentimeter hohen Wasserspieltisch mit Fontänen freuen. Am Rande befindet sich eine Sitzgelegenheit ohne Düsen, wobei Eltern wohl dennoch damit rechnen müssen, nass gespritzt zu werden. Im Sommer könnte dies sogar ein erwünschter Spaß sein.

Es wird Parktaschen mit einer Breite von 2,50 Meter geben, die durch hellere Pflastersteine markiert werden. Die Längs-Parkstreifen werden zwei Meter breit. An der Konrad-Adenauer-Straße soll es zusätzlich Gehwege geben. Wie Keßel ausgerechnet hat, könnte sich ein Sattelschlepper noch gut durch das „S“ des Straßenverlaufs winden. Zur weiteren Ausstattung gehören an zwei Stellen Fahrradanlegebügel, eine Ladestation für Elektroräder, schlanke Laternenmasten und Bodenstrahler an der Linde. Alles zusammen soll 1,1 Millionen Euro kosten, davon kommen 818.312 Euro Fördermittel von der Bezirksregierung Köln. Im Preis ist nach Auskunft von Gemeindesprecherin Margrit Märtens auch der Umbau des Henseler Hofs enthalten.

Volker Gütten (CDU) hatte Bedenken, dass das neue Pflaster den Autos auf Dauer nicht standhält. Dieser Befürchtung widersprach Christian Pohl, Leiter des Fachbereichs Infrastruktur bei der Gemeinde Wachtberg. Wichtig sei, dass der Untergrund vernünftig angelegt werde. Wolfgang Neusüß (SPD) wies darauf hin, dass das Pflaster auch möglichst leise sein müsse. Noch ist nicht klar, ob eine Tempo-30-Zone eingerichtet wird. Die Aufträge für die Arbeiten sollen noch vor der Sommerpause vergeben werden. In diesem Frühjahr sollen die Pläne bei einer Bürgerinformation vorgestellt werden. Die Gemeinde teilt zudem mit, dass in den folgenden Jahren – vorbehaltlich der Bereitstellung entsprechender Fördermittel – die Mehlemer Straße sowie der Platz am Mehlemer Bach umgestaltet werden sollen.