Arzdorf und Fritzdorf: Glasfasernetzausbau in Wachtberg hat begonnen

Arzdorf und Fritzdorf : Glasfasernetzausbau in Wachtberg hat begonnen

Für die meisten Haushalte in Arzdorf und mehr als hundert Häuser in Fritzdorf wird es die "Kupferkabelgrenze" bald nicht mehr geben. Am Montag fand der Spatenstich für das von vielen ersehnte Glasfasernetzausbauprojekt statt.

Wie viele Daten wie schnell durch ein Kabel passen, ist für manche IT- Anwendungen nicht besonders wichtig. Werden aber moderne Medien genutzt oder geht es um höhere Datenraten für Filme oder gewerbliche Nutzung, können Kupferkabel schnell an ihre Grenzen stoßen. Für die meisten Haushalte in Arzdorf und mehr als hundert Häuser in Fritzdorf wird es zumindest diese "Kupferkabelgrenze" bald nicht mehr geben. Zum Spatenstich für das von vielen ersehnte Ausbauprojekt trafen sich am Montag Bürgermeisterin Renate Offergeld, die Ortsvorsteher Jörg Schmidt und Joachim Heinrich sowie der Inhaber der ausbauenden Firma bn:t, Günther Blatzheim, dessen Angestellte und Mitarbeiter des ausführenden Tiefbauunternehmens.

Das Thema Glasfasernetzausbau werde seit langem diskutiert und sei in den letzten drei Jahren immer wieder Thema in den Ortsvertretungssitzungen gewesen, sagte Schmidt. Ebenso wie der Ortsvorsteher Heinrich bemühte er sich schon länger um eine Lösung, die mit den meisten Anbietern jedoch nicht realisierbar schien. Als bn:t den Vorschlag unterbreitete, in beiden Dörfern alle teilnehmenden Haushalte bis ans Grundstück anzuschließen, sofern die Beteiligung über 35 Prozent der Haushalte läge, waren die Ortsvorsteher sofort zur Unterstützung bereit.

"Zusätzlich zu den Informationsveranstaltungen im Juni haben die Vereine die Bürger auf das Angebot hingewiesen", sagte Schmidt. Vor allem in Arzdorf sei der Zuspruch schnell sehr groß gewesen. "Hier wollen 90 Prozent angeschlossen werden", so Heinrich. Da die Telekom für Fritzdorf, nicht aber für Arzdorf vor rund elf Jahren die Glasfasertechnik bis zu den Versorgungskästen gelegt hatte, gab es für die Bewohner des kleineren Ortes bisher keine Alternative, erklärte Schmidt die hohe Beteiligung.

In Fritzdorf hingegen seien viele mit der Netzgeschwindigkeit ihrer Anwendungen zufrieden gewesen. "Wir haben uns trotzdem entschlossen, beide Dörfer anzuschließen", sagte Blatzheim und erklärte: "Erfahrungsgemäß entschließen sich während der ersten Tiefbaumaßnahmen weitere Nutzer, doch die modernen Möglichkeiten zu nutzen, weil sie sehen, dass sich tatsächlich etwas tut." Deshalb werde man das Einstiegsangebot zum Sonderpreis noch eine Zeit lang aufrechterhalten, sagte Vertriebsleiter Nikolaos Pantios.

Mit den neuen Leitungen sei eine Geschwindigkeit von 300 000 Kilobit bis zu einem Gigabit pro Sekunde möglich, weil die Leitungen nicht im Verteilerkasten enden, sondern direkt bis in die Haushalte geführt werden, erklärte Pantios. Bisher begrenzt die Verwendung der Kupferkabeltechnik und der Abstand des Hauses zum Verteilerkasten den Datendurchsatz physikalisch. "Mehr geht eben mit Kupfer nicht", so Pantios. Das Ende des Ausbaus für beide Orte sei erfahrungsgemäß für Mai 2020 zu erwarten, schätzte Blatzheim.

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