Kindergartenplätze: Gemeinde weist Elternkritik zurück

Kindergartenplätze : Gemeinde weist Elternkritik zurück

Die Gemeinde hat die Anmeldelisten aller Kindergärten in Wachtberg – sechs kommunale und sechs in anderer Trägerschaft – abgeglichen. Das Ergebnis: Mehr als 70 Unter-Dreijährige haben keinen Kita- oder Tagespflegeplatz – und die Einrichtungen sind voll.

Hinzu kommen acht Kinder, die älter als drei Jahre sind, denen ebenfalls kein Platz angeboten werden konnte. Das gilt auch für sechs weitere, deren Anträge allerdings erst nach dem Aufnahmeverfahren eingegangen sind.

Allerdings sind die Zahlen noch nicht bereinigt, betont Bürgermeisterin Renate Offergeld. So könne man noch nicht sagen, wie viele Kinder am 1. August tatsächlich ohne Betreuungsplatz dastehen. Einige nämlich würden der Erfahrung nach in anderen Kommunen unterkommen, so zum Beispiel in Betriebskindergärten in Bonn oder bei Tagesmüttern in Meckenheim. Fest stehe, dass man den Eltern helfen wolle und nach Möglichkeit Klagen verhindern möchte, so Offergeld.

Die Kritik einiger Eltern an ihren Mitarbeitern, die sich über den Umgangston und die Hinhaltetaktik der Gemeinde beschwert haben (der GA berichtete), lässt sie nicht gelten. Die Betroffenen würden regelmäßig von der zuständigen Mitarbeiterin Silvia Klemmer angesprochen, es würde intensiv nach Lösungen gesucht. Außerdem stehe sie in Kontakt mit den anderen Tagesmüttern, für die eigentlich der Kreis zuständig ist, und den anderen Trägern, um regelmäßig die freien Plätze abzufragen.

Doch die sind rar. Vor einer Woche sind die Eltern, deren Kinder keinen Platz bekommen haben, schriftlich informiert worden. Dabei wurde den Über-Dreijährigen eine Alternative aufgezeigt: Laut Klemmer können sie eventuell in den provisorischen Gruppen der Limbachstiftung unterkommen. „Wir haben auch schon Rückmeldungen bekommen, dass das gewünscht ist“, so Klemmer.

Für die jüngeren Kinder gibt es keine Alternativen – denn auch die Tagespflege ist ausgelastet. Was also bleibt zu tun? Der erste Schritt ist die Bedarfsanzeige an den Kreis, der dann flächendeckend die Kapazitäten abfragt. Bringt dies kein Ergebnis, bleibt nur eine Klage – vor allem auch, um wirtschaftlichen Ausgleich zu erhalten, wenn das Kind privat und damit teurer untergebracht wird.

Generell sei es wünschenswert, wenn die Eltern die Gemeinde informieren würden, wenn ein Platz in einer anderen Kommune oder bei einer Tagesmutter gefunden sei, so Klemmer und Offergeld. „Wir bekommen wenig Rückmeldungen.“ So auch bei den U-3-Kindern, die keinen Platz erhalten haben. „Bisher hat sich nur eine Familie gemeldet, dass sie nach wie vor dringend einen Platz braucht.“