Flüchtlingshilfe in Wachtberg: „Es gibt viel zu wenig Integrationskurse“

Flüchtlingshilfe in Wachtberg : „Es gibt viel zu wenig Integrationskurse“

Die Entwicklung in der Gemeinde Wachtberg in puncto Flüchtlinge verlief innerhalb eines Jahres rasant. So waren laut Alfons Engels von der Gemeindeverwaltung zum Stichtag 1. Mai vorigen Jahres 134 Asylsuchende in Wachtberg registriert, am 1. April dieses Jahres waren es 411. Von diesen befinden sich 361 Menschen im Leistungsbezug.

Wie hat sich die Flüchtlingssituation in Wachtberg im Allgemeinen und in Pech im Besonderen entwickelt? Darüber informierten am Donnerstagabend in der Pecher Grundschule die Verwaltung und der ökumenische Arbeitskreis. Interessant war zudem: Auch das 2014 gegründete kommunale Integrationszentrum beim Rhein-Sieg-Kreis stellte sich den rund 40 Zuhörern vor.

So viel lässt sich nach den Zahlen sagen, die Alfons Engels von der Gemeinde vortrug: Die Entwicklung innerhalb eines Jahres verlief rasant. So waren laut Engels zum Stichtag 1. Mai 2015 134 Asylsuchende in Wachtberg registriert, am 1. April dieses Jahres waren es 411. „Von denen befinden sich 361 Menschen im Leistungsbezug“, führte Engels aus.

Die Zeiten der hohen Zuweisung sind erst mal vorbei

Die Zeiten hoher Zuweisungszahlen seien aber erst einmal vorbei: „Die letzte Zuweisung der Bezirksregierung war im Februar“, betonte er. „Wie es allerdings weitergeht, weiß keiner zu hundert Prozent.“ Bei der Unterbringung der Flüchtlinge spielt Pech eine zentrale Rolle. Laut Verwaltung sind hier alleine 87 Personen untergebracht, davon 53 im Hotel Wiesenau.

Und um die Flüchtlinge zu integrieren, passiert laut Kurt Zimmermann, Vorsitzender des Ökumenischen Arbeitskreises, viel. Zimmermann verwies etwa auf die „Samstagstreffs“ in der Wiesenau und im Pfarrzentrum Sankt Marien in Berkum, die sich an die ganze Familie richten würden, „bei denen aber das Hauptaugenmerk auf der Sprachvermittlung liegt“. Was aus seiner Sicht jedoch das große Problem bleibt: die Flüchtlinge in Integrationskursen unterzubringen. Zudem fehle es an Kindergarten- wie auch an OGS-Plätzen für Flüchtlingskinder.

Erfreulich ist aber, dass rund 90 Ehrenamtliche auf den verschiedensten Ebenen die Flüchtlingsbetreuung unterstützen. „Ohne diese Ehrenamtlichen wären wir gnadenlos untergegangen“, lobte denn auch Antje Dinstühler, Leiterin des kommunalen Integrationszentrums. Denn Fakt sei: „Es gibt viel zu wenig Integrationskurse“, so Dinstühler. Das liege auch daran, dass der Markt angesichts der Nachfrage nach Lehrkräften „wie leer gefegt ist“.

Auch ein Metzgermeister will helfen

Daher würden nach Ansicht der Kreisexpertin viele Flüchtlinge ohne das ehrenamtliche Engagement „überhaupt kein Wort Deutsch sprechen“. Antje Dinstühler will sich mit ihren fünfeinhalb Stellen nun konkret im Bildungs- und Querschnittsbereich engagieren, und zwar sehr praxisbezogen. Vorbildliche Beispiele will sie dann erklärtermaßen mit in die Region nehmen.

So wie das Angebot von Metzgermeister Adalbert Wolf aus Pech, der die Wiesenau neben anderen Betrieben mit Essen versorgt. Wolf will nächste Woche einen syrischen Flüchtling zunächst als Praktikanten in seiner Küche beschäftigen. Denn der Metzgermeister will auch dazu lernen: „Etwa wie Syrer ihre Speisen zubereiten.“

Es gibt wohl Kritik an anderen Caterern, die auf der Versammlung von Zuhörern formuliert wurde. Danach seien Bewohner der Wiesenau „unzufrieden mit dem Essen“. Es werde „am Bedarf vorbeigekocht“, hieß es.

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