Gefährliche Haltestellen: Eltern sorgen sich um Wachtberger Buskinder

Gefährliche Haltestellen : Eltern sorgen sich um Wachtberger Buskinder

Ordnungsbehörden sehen keinen Handlungsbedarf an den Haltestellen in Wachtberg. Die Gemeinde sieht das anders und will für sichere Schulwege sorgen.

Zielgerichtet verlief am Montagabend die Informationsveranstaltung der Gemeinde für die Eltern der Wachtberger Schüler und künftigen Schulneulinge. Nach der Begrüßung durch Bürgermeisterin Renate Offergeld sowie den Erläuterungen der Fachleute zu den Änderungen im ÖPNV fand eine Fragestunde für die anwesenden Eltern statt.

Wie der Beigeordnete der Gemeinde, Swen Christian, erklärte, hätten die übergeordneten Ordnungsbehörden auch nach ganztägigen Ortsterminen keinen dringenden Handlungsbedarf an den vorhandenen Haltestellen festgestellt. Dies sehe die Gemeinde allerdings anders. Aus diesem Grund wolle man an vielen Punkten zugunsten der Sicherheit der Kinder einiges verändern.

Manchen Eltern gingen die beschriebenen Maßnahmen jedoch nicht weit genug. Gerade an der stark befahrenen Landstraße K 14 in Ließem wünschten sich die Eltern eine stärkere Geschwindigkeitsbegrenzung. „60 Stundenkilometer sind einfach zu schnell, wenn dort Erstklässler auf den Bus warten“, fand eine Mutter. Wenn sich daran nichts ändere, würden aus Sorge um die Kinder künftig wieder viele Elterntaxis die Kleinen in die Schule kutschieren, prophezeite sie.

Diese Sorge teilten Eltern auch hinsichtlich der Haltestelle in Berkum. Hier können die Kinder derzeit nur auf der schulseitigen Haltestelle sicher ein- und aussteigen. Auf der gegenüberliegenden Seite sei es jetzt schon zu eng, monierte eine Mutter. Wenn nun allmorgendlich eine Blechlawine an Elterntaxis am Schulzentrum vorführe, sei das für alle Kinder eine größere Gefahr.

Kinder erhalten Schülertickets für den Weg

Auch in Arzdorf sei es zu eng an der Haltestelle, fand ein Vater. Unmittelbar vor dem einen knappen Meter breiten Gehweg rolle der Durchgangsverkehr auf der L 267, der Fritzdorfer Straße, teilweise mit hohen Geschwindigkeiten ins Dorf.

Eine andere Erziehungsberechtigte wollte wissen, wer an den Schulen und den Haltestellen zukünftig dafür sorge, dass die Kinder in den richtigen Bus einstiegen. Bisher hatten die Lehrer darauf geachtet. Markus Rügler, Leiter der Niederlassung Rhein-Sieg-Kreis des Regionalverkehrs Köln, erklärte das System bei der Einführung: „Wir gehen in den ersten zwei Wochen mit Schulscouts in die Schulen und üben mit den Kindern.“ Auch an den Haltestellen solle es Personen geben, die bei Anfangsschwierigkeiten helfen.

Sabine Radermacher, die Fachbereichsleiterin für Bildung, Jugend und Sport, erklärte, dass alle Kinder, deren Wohnorte nicht über eine Grundschule verfügten, ein sogenanntes „PrimaTicket“ erhielten. Das Ticket gelte für alle Schulwege.

Die Kinder der weiterführenden Schule erhielten bei Vorlage der Berechtigungen auf Antrag der Eltern ein Schülerticket. Dies koste die Eltern zwar zwölf Euro, sei aber zusätzlich in der Freizeit im gesamten VRS-Gebiet nutzbar. Die Sonderfahrten zum Turnen und Schwimmen würden weiterhin über zusätzliche Fahrten abgedeckt. Anträge erhalte man im Schulsekretariat, im Internet oder im Rathaus.

Unabhängig davon kamen bei den Eltern Zweifel an der Realisierbarkeit der Pläne bis zum Ende der Sommerferien auf. Bisher seien die vorgesehenen Maßnahmen im geplanten Zeitrahmen bis zum 15. August umsetzbar, erklärte Christian auf Nachfragen.

Sollten sich wegen unvorhersehbarer Hindernisse Verzögerungen ergeben, so wolle man geeignete Interimslösungen schaffen. Deadline dafür sei dann der 28. August. Die Zusammenfassung der Abläufe und sämtliche Änderungen sollen künftig unter www.wachtberg.de, Stichwort ÖPNV, zu finden sein.

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