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Schlichter in Berkum: Elmar Kallfelz ist neuer Schiedsmann in Wachtberg

Schlichter in Berkum : Elmar Kallfelz ist neuer Schiedsmann in Wachtberg

Elmar Kallfelz ist als neuer Schiedsmann für den Bezirk Wachtberg II vereidigt worden. Der Berkumer war elf Jahre lang Vorsitzender des Europäischen Betriebsrates der Deutschen Post.

Elmar Kallfelz ist auf der Zielgeraden. Noch vier Monate, dann geht der Berkumer nach 45 Dienstjahren in Pension. Soweit nichts Besonderes, hätte er nicht schon Mitte letzten Jahres überlegt, was er denn – neben seinen Hobbys – „danach“ noch tun könnte. Bei der Zeitungslektüre stieß er auf die Ausschreibung des Schiedsamtsbezirks Wachtberg II mit Niederbachem, Oberbachem, Berkum, Gimmersdorf, Werthhoven, Züllighoven, Ließem. „Da wusste ich sofort: Hier bewirbst Du Dich“, erzählt Kallfelz. Das Ende sei an dieser Stelle vorweggenommen: Bei Ausschuss- und Ratsmitgliedern setzte er sich gegen zwei Mitbewerber durch.

Die Basis für sein neues Ehrenamt stellt gewissermaßen seine letzte berufliche Station dar. Er war elf Jahre lang Vorsitzender des Europäischen Betriebsrats von Deutsche Post/DHL. 1976, damals noch wohnhaft in Bad Kreuznach, begann er bei der Post eine Ausbildung für den gehobenen Dienst. „Über Kollegen bin ich 1984 nach Bonn ins Postministerium gekommen“, erzählt Kallfelz. Das Domizil in Meckenheim tauschte die Familie im Sommer 1989 gegen ein Haus in Berkum. „Meine Frau und ich waren direkt begeistert vom Blick aufs Siebengebirge“, so der neue Schiedsmann. Wobei die Sicht mit den Jahren aufgrund gewachsener Bäume weniger geworden ist.

1991 saß Kallfelz nach der Privatisierung der Post im Personalrat der Postbank, war Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats. Dann das Angebot, auf europäischer Ebene tätig zu sein mit 50 Mitgliedern. „Ich bringe für meine neue Aufgabe also gute Voraussetzungen mit und habe viel Erfahrung mit Menschen aus unterschiedlichen Ländern und Kulturen“, sagt der Postler, der den Vorsitz schon abgegeben hat, aber noch im Präsidium des Europäischen Betriebsrates sitzt.

„Erstmal zuhören, bevor man sich eine Meinung bildet“, ist seine Devise und sicherlich Grundvoraussetzung eines jeden Schiedsmanns (oder einer Schiedsfrau). Er habe immer versucht, Kompromisse zu finden. „Doch ich habe dem Management auch stets unsere Interessenlage klar gemacht“, betont der gebürtige Kölner, der allerdings mit Kreuznacher Akzent spricht. Apropos Sprache. Nach dem Abitur hatte er sein Schulenglisch eher im Urlaub eingesetzt. „Ich habe dann schnell einen Crashkurs belegt, um auch verhandeln zu können.“

Kallfelz ist ein großer Fan der Mainzer Fastnacht

Jetzt also das Engagement in der Heimat. Wobei es nicht das erste ist. „Meine Frau und ich haben uns immer engagiert, früher in der Katholischen Jugend, später zum Beispiel im Ortsfestausschuss Berkum“, listet er einige Stationen auf. Außerdem würden sie versuchen, bei vielen Festivitäten im Ort dabei zu sein. Bliebe noch der Karneval, den er 2013 aktiv als Bauer im hiesigen Dreigestirn unterstützt hat. Sowie alljährlich vor dem Fernseher, wenn die Mainzer Fastnachtssitzungen ausgestrahlt werden.

Fürs Ehrenamt fühlt er sich gut gerüstet. Auf dem Tisch im Wintergarten liegen Ratgeber sowie das blau-gelbe Schiedsamtsgesetz für NRW, 6. Auflage; Lehrgänge gibt es auch. „Zudem hatte ich schon einen Rundumschlag mit dem Obmann Ulrich Twrsnick und meinem Wachtberger Kollegen Dr. Stefan Hagen“, so Kallfelz. Hagen hat ihn zu einem Schlichtungsgespräch mitgenommen, „schlichten nicht richten“, lautet die Devise.

Bald auch im eigenen Haus. Denn der erste Fall aus Berkum ist bei ihm angelandet. „Ich denke, ich werde die Parteien in unseren Wintergarten einladen.“ Denn das Treffen auf neutralem Terrain hat oberste Priorität.

Für zunächst fünf Jahre ist er vereidigt. Und lässt durchblicken, dass er sich eine Verlängerung vorstellen kann. Daneben will er die freie Zeit in Frau und Sohn, seine vielen Geschwister, Gartenarbeit und Wandern investieren.