Elf Künstler in einem Hof

Bei Kemps gibt es ab heute "Musik und Kunst zum Erleben". Interkulturelles im Atelier Moja

Mit ihrer Hof-Art sind Bärbel und Josef Kemp längst ein fester Bestandteil im Wachtberger Kulturkalender - ebenso wenig dürfen sie bei den Kulturwochen der Gemeinde fehlen. Heute, Freitag, eröffnet Bürgermeisterin Renate Offergeld um 19 Uhr die Ausstellung "Musik und Kunst zum Erleben" in der Hofanlage der Familie Kemp. Elf Künstlerinnen und Künstler werden ihre vielseitigen Werke ausstellen.

"Der ehemalige Bürgermeister Theo Hüffel meinte einmal, dass wir zu den Gründungsmitgliedern der Wachtberger Kulturwochen gehören würden. Das ist schon eine tolle Ehre", erzählt Josef Kemp. Es sei erstaunlich, was aus "der zarten Tulpe" der Wachtberger Kulturwochen gewachsen sei, so Kemp: eine etablierte Kulturveranstaltung, zu der auch Besucher kommen, die nicht in Wachtberg oder im nahen Bonn leben "Damals haben wir mit vier Künstlern angefangen, danach häuften sich die Anfragen von Künstlern, die bei uns ausstellen wollten", resümiert Bärbel Kemp.

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Heute verwandelt sich der idyllische Hof des Ehepaars wieder in ein Mekka für Kunstliebhaber. "Vintage unplugged", bestehend aus Jürgen Dietz (Saxofon), Hans-Georg Rehse (Gitarre/Gesang), Christian Kussmann (Bass) und Erwin Ruckes (Klavier), werden am Eröffnungsabend Stücke von Eric Clapton zum Besten geben.

Der Wachtberger Fotograf Heinz Contzen zeigt in seiner Ausstellung "Wachtberger Glanzlichter" die Gemeinde aus einem anderen interessanten Blickwinkel und stellt die Vielseitigkeit des Drachenfelser Ländchens vor.

"Ganz besonders freue ich mich, dass Steinmetz Peter Kalenborn bei uns ausstellt. Ich bin ja der Meinung, dass Kunst von Können kommt, und das sieht man bei ihm", sagt Josef Kemp, der bei der Ausstellung wieder seine vielfältigen Drechselarbeiten zeigt.

Barbara Kickelbick präsentiert edle Schmuckstücke und Gerry Needham beweist, dass sich Eichen wunderbar für ausgefallene Möbelstücke eignen.

Besondere Klangkörper stellt Jürgen Fuchs vom Hifi-Studio Wachtberg in der Hofanlage Kemp aus - selbstverständlich kann man auch in den Hörgenuss der hochwertigen Anlagen kommen.

"Ich kann auch die Chutneys und Marmeladen von Shepherd's Green sehr empfehlen - die sind alle handgemacht und schmecken hervorragend", weiß Bärbel Kemp aus eigener Erfahrung.

Während Annegret Goebels mit Skulpturen und Wandobjekten die Aufmerksamkeit der Besucher sucht, versucht dies Regina Menzen mit ihren Glasmosaikobjekten. Malerin Mechthild Fiebig stellt im Gehöft ihre Bilder aus. Miriam Kemp, Tochter des Ehepaares Kemp, wird Weinliebhaber mit einer Verkostung des edlen Tropfens begeistern.

"Maria Jüde wird bei uns ihre handgemachten Naturseifen anbieten. Diese sind vor allem bei Menschen sehr beliebt, die unter Allergien leiden", sagt Josef Kemp.

In diesem Jahr wird es auch am dritten Ausstellungstag, am Sonntag, 23. August, ab 11.30 Uhr ein Konzert der Band "4-Dinner" geben. Georg Kegel (Gitarre), Martina Küsel-Wenz (Bass), Beate Patzelt (Klarinette) und Gabriela Schaaf (Schlagzeug) werden die Kunstfreunde mit Swing und Bossa unterhalten. mmv

"Musik und Kunst zum Erleben" findet in der Hofanlage Kemp, Holzemer Straße 4, in Wachtberg-Villip statt. Die Ausstellung ist heute ab 19 Uhr geöffnet sowie morgen, Samstag, von 14 Uhr bis 19 Uhr und am Sonntag, 23. August, von 11 Uhr bis 18 Uhr.

Zum zweiten Mal ist das Niederbachemer Atelier Moja von der französischen Künstlerin Monique Jacquemin bei den Wachtberger Kulturwochen dabei. Bei der Eröffnung der Ausstellung ging es ausgesprochen interkulturell zu: das Publikum parlierte großteils Französisch, der türkischstämmige Gitarrist Caner Köseoglu spielte eine gefühlvolle Milonga des argentinischen Komponisten Jorge Cardoso, während sich das Publikum mit einer italienischen Riesenpizza stärkte.

Das Atelier Moja ist im ältesten Haus Niederbachems untergebracht. Es stammt von 1670 und diente meist als Öl- und Getreidemühle. Um die Jahrhundertwende stand es lange leer und nach einem Bachüberlauf auch lange unter Wasser. Monique Jacquemin und ihr Mann Michael Ansorge kauften es vor vier Jahren und restaurierten es mit Liebe und Achtung vor den Besonderheiten eines Fachwerkhauses. Das Ergebnis ist ein Kleinod, in dem das Ehepaar, beides Kreative, ihren Künsten frönen und das sie nun im Rahmen der Kunstwochen als Ausstellungsraum für das Publikum öffnen.

Die kleinen Räume im Erdgeschoss sind vollbehangen mit meist kleinformatigen Bildern der Hausbesitzerin. In Acryl auf Leinwand, hin und wieder auch Öl auf Leinwand, malt sie unterschiedliche gegenständliche Motive, gern Stillleben in kräftigen Farben

Ganz anders und nachdenklich stimmt den Betrachter das Bild "Der Gelehrte", das drei in dunklen Gewändern und Kopfbedeckungen im Schein einer Lampe geistige Schriften studierende junge Männer porträtiert. Ihre französischen Wurzeln verraten immer wieder Motive und Landschaften aus ihrer Heimat.

Einer dieser Räume wird von den Hinterglasmalereien von Ulli Stössel aus Wachtberg beherrscht. Leicht, verspielt, verträumt, in fröhlichen Farben lassen sie der Fantasie des Betrachters viel Raum. pmo

Das Atelier von Uli Stössel kann in Adendorf nach Absprache unter der Telefonnummer 0 22 25/67 36 besucht werden.

Die 9. Wachtberger Kulturwochen gehen noch bis zum 30. August. Zu finden ist das gesamte Programm im Internet unter www.wachtberg.de.

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