Schutz gegen Hochwasser: Der Arzdorfer Bach soll ein natürliches Bett bekommen

Schutz gegen Hochwasser : Der Arzdorfer Bach soll ein natürliches Bett bekommen

Der Rhein-Sieg-Kreis will einen Teil des Baches in Arzdorf in seinen ursprünglichen Zustand zurückversetzen. So soll er auch Tieren als Lebensraum dienen.

Der Arzdorfer Bach soll wieder so werden, wie er einmal war. Der Rhein-Sieg-Kreis hat jetzt mitgeteilt, dass es Pläne gibt, den Bach in einen „naturnahen Zustand“ zurückzuversetzen. Zurzeit plätschert das Wasser durch ein betoniertes und begradigtes Bachbett. Daran grenzten bisher Felder der dortigen Landwirte an. Von diesen Flächen hat der Kreis Teile gekauft. Dadurch kann der Bach zwischen Fritzdorf und Arzdorf auf einer Länge von 230 Metern so angelegt werden, dass er schlängelnd verläuft.

„Wir gehen davon aus, dass die eigentlichen Arbeiten zwei Monate dauern“, sagt Antonius Nolden, Sprecher des Rhein-Sieg-Kreises. „Sie werden voraussichtlich im nächsten Jahr beginnen und auch abgeschlossen.“ Derzeit läuft das Genehmigungsverfahren noch. Zunächst muss die Untere Wasserbehörde grünes Licht geben. Das soll bis Ende des Jahres passieren. Dann wird mit einer Ausschreibung nach einer Firma gesucht, die die Arbeiten übernehmen kann.

Die Kosten für die Baumaßnahmen sollen bei rund 200.000 Euro liegen. Etwa 80 Prozent davon werden durch Fördermittel des Landes gedeckt.

Die Firma, die den Auftrag bekommt, entfernt zunächst einmal allen Beton. Dann pflanzt sie Büsche und Bäume entlang des Baches, in denen sich Tiere ansiedeln sollen. Zudem legt sie in regelmäßigen Abständen sogenannte Flutmulden an. „Diese entstehen bei natürlichen Gewässern von ganz alleine“, sagt Nolden. Mit der Zeit verändere sich nämlich der Verlauf von Flüssen und Bächen – dabei bleiben kleine stehende Gewässer zurück. Sie sind bei starkem Regen ein Schutz gegen Hochwasser. Bei Unwettern hatte es 2016 auch in dem Bereich zwischen Fritzdorf und Arzdorf besonders schlimme Überflutungen gegeben. Die Flutmulden dienen zudem aber auch Amphibien als Lebensraum: Sie nutzen sie als Laichplätze.

Erste Überlegungen, den Bach wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen, hatte es bereits 2017 gegeben. Dass bisher nichts passiert ist, sei durchaus nicht ungewöhnlich, sagt Nolden. Solche Projekte hätten durch die vielen nötigen Abstimmungen eine lange Vorlaufzeit.

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