Spatenstich für neues Bürogebäude: Das Gewerbegebiet Villip wächst weiter

Spatenstich für neues Bürogebäude : Das Gewerbegebiet Villip wächst weiter

Vier Grundstücke der Erweiterungsfläche im Gewerbegebiet Villip sind bereits vergeben. Projektentwickler André Schwind gab jetzt das Startsignal für den Bau eines Bürogebäudes.

Der erste Schritt ist getan, und da sich die Sonne zeigte, war der Spatenstich im Gewerbepark Villip sogar ein wenig schweißtreibend. Seit Mittwoch ist die Erweiterung nicht mehr nur ein vom Rat beschlossenes Projekt, sondern das Areal erhält bis Frühjahr 2020 sein erstes Gebäude. „Das Bürogebäude geht anschließend in die Vollvermietung“, sagte Projektentwickler André Schwind auf GA-Anfrage. Der Ankermieter für die insgesamt 2680 Quadratmeter große Fläche sei ein „führendes europäisches Forschungsinstitut“. Den Namen Fraunhofer wollte er nicht bestätigen. Insgesamt entstünden 60 bis 80 Arbeitsplätze.

Schwind, selbst Wachtberger, spricht vom zweiten großen Leuchtturmprojekt, das er in seiner Heimat realisiere. 2000 hatte er im alten Teil des Gewerbeparks sein Kommunikationsunternehmen angesiedelt. Mittlerweile allerdings sitze dieses mit 32 Mitarbeitern an der Ubierstraße, und er sei dort Gesellschafter. „Seit fünf Jahren konzentriere ich mich mit 'Schwind Strategy' auf zukunftsweisende Projektentwicklungen und langfristige Investments“, so Schwind. Dieses Unternehmen operiert mit drei festen und zwei freien Mitarbeitern von Muffendorf aus. Man investiere in Villip im hohen siebenstelligen Bereich.

Vermarktung begann schon 2017

Mit Schwinds Kauf begann im Dezember 2017 die Vermarktung der insgesamt 75.000 Quadratmeter großen Erweiterungsfläche für Firmen. „Allerdings wird behutsam und unter Anwendung der vom Rat beschlossenen Vergabekriterien entwickelt“, betonte Beigeordneter Swen Christian, der für die Gemeinde Wachtberg am Spatenstich teilnahm. Drei weitere Flächen habe der Rat Ende März vergeben. „Damit sind 13.000 von 48.000 Quadratmeter Nettobaufläche weg“, sagte Christian. Interessenten zahlen 73 Euro pro Quadratmeter, die Grundstücksgröße sei Verhandlungssache. Die Entwicklung der Gemeinde sehe man positiv. „Wachtberg entwickelt sich weiter zum attraktiven Hightechstandort in idyllischer Landschaft. Das Bauvorhaben unterstützt dies und schafft zusätzliche Arbeitsplätze im Ländchen“, so der Beigeordnete.

Für Schwind ist die Baufirma Goldbeck aus Bielefeld tätig. Axel Wirges und Bernd Vrochte von der Köln-Bonner Niederlassung des Unternehmens stellten in Villip die Pläne vor. Wegen der Hanglage werde das Gebäude teils zwei-, teils dreigeschossig errichtet. Die Firma Goldbeck setzt auf Systembauweise mit in eigenen Hallen gefertigten Elementen, die direkt auf der Baustelle montiert werden. So wie auch bei der Multifunktionshalle, in der künftig Messapparaturen stehen sollen.

Was Projektträger Schwind wichtig ist: „Das barrierefreie Bürogebäude wird nach den Nachhaltigkeits-Maßgaben des KfW 55-Standards umgesetzt, eine Zertifizierung durch die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen ist angestrebt.“ So unterstütze eine Photovoltaikanlage die Stromversorgung, Elektroladesäulen dienten der E-Mobilität.

Was für den Unternehmer zudem hinter der Zertifizierung steht, sind soziologische Aspekte: „Wir wollen hier, auch über Dachterrassen, eine Wohlfühlatmosphäre schaffen.“