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Coronakrise: Ehrenamtsbörse in Wachtberg - 60 Helfer registriert

Corona-Krise im Vorgebirge : Mehr als 60 Helfer in Wachtbergs Ehrenamtsbörse registriert

Wachtbergs Ex-Bürgermeister Theo Hüffel hat eine Ehrenamtsbörse ins Leben gerufen. Die kostenfreie Angebotspalette reicht von Hilfe bei Behördengängen, Abholung von Medikamenten über kurzfristige Kinderbetreuung bis hin zum Telefondienst.

Eigentlich hatte Theo Hüfel seine Idee einer Ehrenamtsbörse für die Gemeinde Wachtberg ja auf Eis gelegt. Wie berichtet, hatte sich der frühere Bürgermeister darüber geärgert, dass die Verwaltung vor einer möglichen Unterstützung zunächst prüfen ließ, ob er mit der Börse geschäftliche Interessen verquicke. Doch seit vergangenen Freitag gibt es plötzlich die Facebookgruppe „Ehrenamtsbörse Wachtberg“, seit Samstag die dazu passende Homepage www.ehrenamtsboerse-wachtberg.de.

„Ich habe seit der Beratung meines Bürgerantrags viel Zustimmung von Privatleuten für mein Projekt erfahren“, begründet Hüffel sein Umschwenken. So habe er schon vor der Corona-Krise damit begonnen, einen Server zu finden und organisatorische Strukturen zu schaffen. „Als die Situation dann ernster wurde, habe ich in der vergangenen Woche beschlossen zu starten“, so der freiberufliche Coach, der unter anderem als Lehrbeauftragter am Rheinischen Studieninstitut für kommunale Verwaltung tätig ist.

Sein Hauptanliegen anfangs: Ältere Leute zum Beispiel beim Einkaufen nicht alleine zu lassen. Mittlerweile reicht die kostenfreie Angebotspalette von Hilfe bei Behördengängen, Abholung von Medikamenten über kurzfristige  Kinderbetreuung (gemäß der Richtlinien des Robert-Koch-Instituts), Gassigänge bis hin zum Telefondienst.

Denn über die Handynummer 0160/95455554 laufen alle Fäden zusammen. „Hier können sich Leute melden, die einen Bedarf haben oder Leute, die etwas anbieten möchten“, sagt Hüffel. Mehr als 60 Helfer haben sich bislang auf der Homepage registriert. „Das zeigt, dass die Börse auch in Notsituationen greift“, meint Hüffel. Noch sind die Einsätze für die Mitstreiter übersichtlich. „Aber wir hatten schon ältere Anrufer, die von nun an nicht mehr selbst einkaufen wollen“, so der Villiper. Über das Land sind alle Helfer bei ihren Aufgaben laut Hüffel unfall- und haftpflichtversichert. „Als Nachweis über die Tätigkeit dient unser Online-Dienstplan.“

Die Facebookseite erfeut sich mit 110 Mitgliedern ebenfalls großen Zuspruchs. Einer der Administratoren hier ist Michael Turley, der vor Jahren die Einführung der Ehrenamtskarte bei der Gemeinde veranlasst hatte. Damit können ehrenamtlich Tätige bei Geschäften Rabatte und Vergünstigungen erhalten. „Wir stehen derzeit pro Tag zehn Stunden in Whatsapp-Kontakt und das, wo wir früher ideologisch nicht immer einer Meinung waren“, betont Ex-Bürgermeister Hüffel. Ihm sei sehr daran gelegen, aus der Börse keine „Ein-Mann-Aktion“ werden zu lassen, zumal sie auch nach der Krise weiter existieren soll: „Ich möchte alle Leute einbinden und Talente finden.“ Aktuell arbeitet zum Beispiel eine junge Grafikdesignerin unentgeltlich an einem gut verständlichen Flyer.

Bei Hüffel ist am Donnerstag ein besonderer Anrufer gelandet. Die Firma Pohl Service GmbH aus Meckenheim will eine ganze Palette des momentan begehrten Toilettenpapiers spenden. „Wir haben eigentlich Wachtberger Wurzeln, und eine Mitarbeiterin hat uns von der Börse erzählt. Das fanden wir unterstützenswert“, sagt Sebastian Pohl. Nun geht es an die Verteilung. Die Gemeinde will die Börse – wie seinerzeit von der Politik gewünscht – noch nicht auf ihrer eigenen Homepage verlinken. „Mir liegt zum Start nichts Offizielles vor“, sagte Bürgermeisterin Renate Offergeld auf GA-Anfrage. An sich finde sie Nachbarschaftshilfe großartig. „Aber gerade wenn Personen in Quarantäne sind, gelten besondere Kontaktregeln“, so Offergeld. Über diese wolle man in Kürze noch einmal informieren.

Kontakt:  info@­ehrenamtsboerse-wachtberg.de