Sanierung in Wachtberg: Bund fördert Sportstätten nicht

Sanierung in Wachtberg : Bund fördert Sportstätten nicht

Es war eigentlich nur eine kleine Randbemerkung im Bauausschuss, die jedoch große Schlagkraft besitzen könnte. Beigeordneter Swen Christian hatte den Ausschussmitgliedern erklärt, dass die Gemeinde Wachtberg beim Bundesförderprogramm Sportstätten vermutlich nicht zum Zuge kommen werde.

Das könnte das vorläufige Aus für die geplante Sanierung der Turnhalle Niederbachem bedeuten. Im September 2018 hatte der Rat beschlossen, das Gebäude in einen modernen technischen Zustand zu versetzen, auch das Außengelände sollte neu gestaltet werden. Dafür wurden 1,2 Millionen Euro veranschlagt: 660 000 Euro wollte die Gemeinde beisteuern, 540 000 Euro sollten aus dem Förderprogramm kommen. Geld, das nun fehlt.

Ebenso betroffen sind die Planungen zur Erneuerung des Hallenbads in Berkum, die in einer abgespeckten Version stattfinden müsste. Für diese Maßnahme sollen laut Ratsbeschluss 2,8 Millionen Euro ausgegeben werden, ein kommunaler Eigenanteil von 1,54 Millionen Euro inklusive.

Woher also sollen jetzt die Gelder für die Bauten kommen, die beide aus den 1970er Jahren stammen? Mit dieser Frage wolle man sich beschäftigen, wenn die endgültige Entscheidung gefallen sei, sagte Christian auf GA-Anfrage. Denn bisher liege der Gemeinde lediglich eine Liste vor, auf der die Projekte verzeichnet sind, die es ins Programm geschafft haben. Wachtberg sei zwar nicht darunter. Nichtsdestotrotz bestehe aber noch Hoffnung, bis der endgültige Negativbescheid zugestellt ist. Nach GA-Informationen ist die Chance allerdings verschwindend gering, dass Wachtberg im Nachrückverfahren doch noch bedacht wird.

Einfluss auf die Arbeiten im und am Hallenbad hat die Entscheidung nur indirekt. Denn die Gelder für bisher laufende Maßnahmen – darunter die Sanierung der Lüftung für rund 700 000 Euro – sind in den Haushalt eingestellt, erklärt Kämmerin Beate Pflaumann. Die Bundes- und die daran gekoppelten kommunalen Mittel „sind nicht angetastet“.

Von diesen sollten unter anderem die undichten Schwimmbecken saniert und die Filtertechnik erneuert werden. Auch defekte Duschen und Umkleiden sollten repariert, die Bodenheizsysteme auf den neuesten Stand gebracht werden. Außerdem sollte die marode Bausubstanz verbessert werden. Was von diesen (und weiteren) Maßnahmen umgesetzt werden kann, steht nun in den Sternen. Liege der endgültige Bescheid vor, „müssen wir prüfen, was unbedingt gemacht werden muss“, so Pflaumann.

Für die Niederbachemer dürfte es besonders bitter sein, wenn die Planungen nun erstmal ruhen. Die Einfachturnhalle an der Grundschule ist, wie den Bewerbungsunterlagen fürs Bundesamt zu entnehmen ist, komplett ungedämmt. Sie zählt damit „zu den größten Energieverbrauchern der Gemeinde“. Die Nebengebäude der Halle haben schon bessere Tage gesehen. Die Feuchtigkeitsschäden sind zudem ein Ärgernis für alle Nutzer – führen sie doch zu Schimmel in den Duschen und Umkleiden.

Richtig schlimm ist es in der Turnhalle am Langenbergsweg im Winter, wie Vereine berichten. Da fällt die ineffiziente und veraltete Heiztechnik aufgrund defekter Pumpen und verrosteter Leitungen häufig ganz aus. Die Sanierung sollte hier Abhilfe schaffen, zumal die Kinder der Drachenfelsschule ebenfalls auf die Halle angewiesen sind.

Erstmals waren im Jahr 2017 Mittel in den Haushalt eingestellt worden, seitdem ist auch das Architekturbüro Haas aus Troisdorf mit dabei. „Es wäre für Niederbachem schön gewesen“, sagte der Vorsitzende der Ortsvertretung, Andreas Wollmann. In dieser Funktion müsse er natürlich sagen 'Wir müssen gucken, wie wir das Geld zusammenkriegen'. Als Ratsmitglied wisse er jedoch auch, dass der Haushalt eben eng gestrickt sei. „Auch wenn sich hier wieder bewahrheitet: 'Was man heute nicht renoviert, zahlt man irgendwann doppelt'.“