2,1 Millionen Euro für Sanierung: Böden der Grundschule in Pech sind asbestbelastet

2,1 Millionen Euro für Sanierung : Böden der Grundschule in Pech sind asbestbelastet

Die Arbeiten werden trotz der Entsorgung von asbestbelasteten Beläge in der Grundschule pünktlich fertig. Der Schadstoff wurde bereits entfernt. Auch der geplante Kostenrahmen wird voraussichtlich eingehalten.

Egal wie gut ein Bauprojekt geplant ist, man muss stets mit dem Unvorhergesehenen rechnen. Selbst wenn es keinen Einfluss auf den Zeit- oder den Kostenplan hat. Das musste auch das Team der Nicolaus – Chatterjee Architekten erfahren, in dessen Händen die Sanierung der Grundschule Pech liegt. Denn anders als gedacht, sind nun auch Räume der Offenen Ganztagsschule (OGS) Teil der Maßnahme.

Zwei gute Nachrichten vorweg: Im Moment sieht es so aus, als würde die Sanierung trotzdem bis Ostern komplett abgeschlossen sein. Außerdem soll die Erneuerung nicht teurer werden. Im Gegenteil: „Wir haben 2,1 Millionen Euro veranschlagt, laut Prognose liegen wir derzeit darunter – mit einem sechsstelligen Betrag“, sagt Christian Pohl, der als Fachbereichsleiter für alles zuständig ist, was in der Gemeinde Wachtberg mit Infrastruktur zu tun hat.

Bei früherer Sanierung blieb Asbest-Belag drin

Doch wieso muss nun auch in den OGS-Räumen gebaut werden, die als Lagerflächen für Materialien und Möbel genutzt werden sollten? Wie berichtet, hatte man festgestellt, dass in den Böden einiger Räume Asbest verbaut worden war, dieser wurde entfernt. Da in den OGS-Räumen ein anderer Boden lag, war man davon ausgegangen, dass der asbestbelastete Belag bei einer früheren Sanierung ausgetauscht worden sei, sagt Architektin Katharina Chatterjee. Ein Trugschluss. Denn was auf den ersten Blick nicht sichtbar war, zeigte sich, als die Toiletten abgebrochen wurden: Der eine Boden war damals einfach über den anderen gelegt worden, beschreibt die Architektin. Deshalb musste nun auch in den OGS-Räumen der Belag entfernt und das (fest verbaute und damit für die Kinder ungefährliche) Asbest beseitigt werden.

Da die Firmen mitzogen, bleibt dennoch alles im Plan. „Der Boden wird so schnell wie möglich gelegt, damit wir die Räume als Lager nuten können“, so Chatterjee. Derzeit erfüllt ein (im neuen Schuljahr nicht benötigter) Klassenraum diesen Zweck, ergänzt Architektin Severine Nicolaus.

Arbeiten laufen dennoch wie geplant

Die anderen Arbeiten laufen wie geplant. Der Verwaltungstrakt ist entkernt, alles freigeschachtet und abgedichtet worden. Sämtliche tragenden Wände wurden im unteren Geschoss herausgenommen, sodass im Moment lediglich ein großer Raum zu sehen ist. Ist alles fertig, werden auf den rund 100 Quadratmeter unter anderem eine Teeküche, das Lehrerzimmer, die Toilette, das Büro der Schulleitung sowie ein Hausmeisterbereich installiert. Darüber hinaus gibt es eine neue Heizung, eine moderne Lüftungsanlage und auch die Entwässerung von 1955 ist nun auf dem neuesten Stand. So wurden „die Regenrohre im Kellerbereich stillgelegt“, erklärt Pohl. Die neuen werden um das Haus herumgelegt und anschließend angeschlossen.

Die Klassenräume bekommen Schallschutz, es werden neue Sanitäranlagen und ein Behinderten-WC installiert. Bis Ende der Herbstferien werden außerdem die Fenster ausgetauscht, die Fassade gedämmt und anders gestaltet.

„Die Schule wird dann ganz anders aussehen“, prognostiziert Chatterjee. Denn statt der bisherigen rot-cremefarbenen Optik wird es im unteren Sockelgeschoss silber-gräulich, oben weiß. „Die Fenster bekommen eine gelbe Umrandung“, so Nicolaus. Das Farbkonzept wurde mit der Schule abgesprochen – genau wie die Gestaltung der Klassenräume, die künftig eher weiß denn bunt gehalten werden sollen. Die Innenarbeiten aber stehen noch nicht an: Läuft alles nach Plan, werden um Weihnachten und Ostern die letzten Klassenzimmer fertiggestellt.

Übrigens: Nach den Sommerferien können alle Kinder wie gewohnt in die Schule gehen. Nicht nur die Klassenräume, auch der Schulhof steht dann zur Verfügung – allerdings mit kleinen Einschränkungen. Im oberen Teil läuft die Kanalsanierung, so Chatterjee. „Daher kann er nicht genutzt werden.“

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