Folgen der Überschwemmung: Behelfsbrücke in Wachtberg-Pech abgebaut

Folgen der Überschwemmung : Behelfsbrücke in Wachtberg-Pech abgebaut

Die letzte Behelfsbrücke in Pech ist Geschichte. Am Wochenende bauten die ehrenamtlichen Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) das Bauwerk ab. Und alles lief wie am Schnürchen. Oder besser: fast alles.

Am Samstagmorgen verwandelte sich gegen 8 Uhr der Abzweig von der L158 auf den Grünen Weg wieder in eine große Baustelle: Mit Lastern, Tief- und Radladern rückten insgesamt 60 THW-Helfer um Edgar Peters an, „allesamt Ehrenamtliche“, wie Rolf Markert, Pressesprecher des THW Ortsverbands Bad Honnef, betonte. Teilweise lag eine weite Anreise hinter ihnen: Mit dabei waren Ortsvereine aus Bielefeld, Köln, Bad Honnef, Bornheim, Leverkusen, Siegburg, Bergisch Gladbach, und Mönchengladbach.

Nachdem die Vorarbeiten geleistet und Teile der sogenannten Bailey-Behelfsbrücke – einer mobilen Baukastenkonstruktion – demontiert worden waren, rückte der Schwerlastkran einer Spezialfirma in den Mittelpunkt: Der sollte die 41 Tonnen schwere Brücke anheben und auf eine angrenzenden Wiese hieven, wo sie dann in Einzelteile zerlegt und abtransportiert werden sollte. Doch ab 11 Uhr herrschte praktisch Stillstand auf der Baustelle. „Der Teufel steckt bekanntlich im Detail“, brachte es Brückenfachmann Peters auf den Punkt. Schuld für die Verzögerungen waren Schekel, die für das Befestigen des Krans an der Brücke notwendig sind. „Die fielen zu klein aus“, erklärte Peters. „Es fehlten nur ein paar Millimeter.“ Aber das reichte aus, um neue Schekel bei der Spezialfirma besorgen zu müssen.

Nach rund anderthalb Stunden Zwangspause ging es weiter: Die passenden Schekel waren besorgt, die Brücke konnte endlich angehoben werden. Um 13 Uhr schwebte die Konstruktion unter den Augen zahlreicher Schaulustiger zu beiden Seiten des Godesberger Baches sanft am Kran in Richtung Wiese. Anschließend wurde die Brücke zerlegt. Durch die Verzögerung dauerten die Arbeiten bis in den Abend hinein – deshalb brauchte man Schützenhilfe von der Beleuchtungsgruppe des Ortsverbandes Köln Nordwest. Am Sonntag dann standen Restarbeiten an – unter anderem ging das Zerlegen der Brücke weiter. Gegen 15 Uhr war alles fertig.

Für ihren Einsatz wurden die rund 60 Helfer übrigens auf besondere Art und Weise geehrt. Die Gemeinde hatte eigens zu diesem Zweck eine Medaille in Auftrag gegeben, finanziert wurde sie unter anderem durch eine Spende von Eugen Puderbach, Geschäftsführer der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK). Diese Medaillen seien ein Dankeschön für das außergewöhnliche Engagement des THWs, sagte Bürgermeisterin Renate Offergeld, die die Ehrungen überreichte. Die Helfer hatten durch ihren Einsatz die verheerenden Schäden beseitigt, beziehungsweise abgemildert, die das Jahrhundertunwetter im Juni 2016 auf Gemeindegebiet angerichtet hatte.

Allein drei Brücken hatten die Fluten damals weggerissen: eine an der L123 bei Arzdorf, eine an der Pecher Hauptstraße und eine am Grünen Weg. An allen drei Stellen war es dem THW bereits kurz nach dem Unwetter gelungen, Behelfsbrücken zu errichten. Bei allen drei Aktionen hatte damals Edgar Peters mit seinem auf den Bau dieser Behelfsbrücken spezialisierten Ortsverein Mönchengladbach die Arbeiten geleitet. Auch am Wochenende war Peters 50-jährige Erfahrung beim Abbau der letzten Behelfsbrücke am Grünen Weg in Pech wieder gefragt.

Nach Hause fuhren die THW-Aktiven mit einer Medaille und einem guten Gefühl: „Wir werden ja sonst nicht immer unbedingt verwöhnt mit Aufmerksamkeiten“, erklärte Rolf Markert. Was fehle sei oft die Wertschätzung: „Wir werden oft als blaue Feuerwehr verspottet.“ In Wachtberg ganz sicher nicht, hielt Bürgermeisterin Offergeld dagegen: „Die Gemeinde hat dem THW viel zu verdanken.“

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