Angebot in Wachtberg: Bedürftige können mit Punkten im Pfarrheim einkaufen

Angebot in Wachtberg : Bedürftige können mit Punkten im Pfarrheim einkaufen

Die Pfarrei St. Marien sammelt Lebensmittel und andere Sachspenden für Bedürftige. Auch Flüchtlingsfamilien profitieren von dem Angebot.

Die Pfarrei St. Marien unterstützt mit ihrer Aktion „Zugabe“ seit Mai 2013 bedürftige Menschen in Wachtberg, indem sie haltbare Lebensmittel und andere Gegenstände einsammelt und mit Hilfe eines Punktesystems verteilt. Durch die wachsende Anzahl der Flüchtlinge in Wachtberg steht die Aktion vor neuen Herausforderungen.

Jeden zweiten und vierten Donnerstag im Monat wird das Berkumer Pfarrheim zum Einkaufszentrum. Rund 180 Bedürftige verschiedener Religionen und Kulturen sind laut Organisatorin Andrea Neu regelmäßig dabei. „Alle erhalten im Vorfeld Punkte, deren Menge sich jeweils nach dem Bedarf richtet“, sagt Neu.

Familien mit mehreren Kindern erhielten demnach mehr Punkte als ein alleinstehender Erwachsener. Mit diesen Punkten könnten sie dann die vorher gesammelten Gegenstände und Lebensmittel bezahlen. So erhalte jeder, was er braucht.

Dieses System funktioniere deshalb so gut, weil die Spendenbereitschaft in Wachtberg hoch sei. „Manchmal haben wir sogar mehr Gegenstände, als wir im Vorfeld erwartet hätten. In solchen Fällen geben wir mehr Punkte an Bedürftige“, berichtet Neu. Derzeit liege der Warenumschlag bei weit mehr als einer halben Tonne pro Monat.

Schon an diesem Samstag findet die nächste große Sammelaktion am Wachtberger Einkaufszentrum statt. Von 8 bis 18 Uhr werden dann Einkaufswagen vor den Läden aufgestellt. Getreu dem Motto „Kaufe deins, schenke eins“ sind an diesem Tag alle aufgerufen, nicht nur für sich selbst einzukaufen, sondern auch für ihre Mitmenschen.

Bei der einmal im Jahr stattfindenden Großaktion wird das Team um Andrea Neu und Diakon Ludger Roos von 90 bis 100 Jugendlichen unterstützt. Generell gebe es eine rege Zusammenarbeit der Initiative mit der Wachtberger Jugend. Viele Schulen kooperierten mit der „Zugabe“ und beteiligten sich aktiv an kleineren Projekten.

Und das ist laut Neu auch dringend notwendig. Schließlich gebe es wegen der wachsenden Anzahl von Flüchtlingen immer mehr zu tun. 75 Prozent aller Bedürftigen, die durch die Aktion unterstützt werden, fielen in diese Gruppe. Jedoch dürften nur Flüchtlingsfamilien mit Kindern an der Förderung teilhaben. „Mehr können wir aufgrund der personellen Situation nicht anbieten“, bedauert Neu.

Neben Lebensmitteln und anderen Spenden nimmt die Pfarrei auch Geld entgegen. Auf diese Weise könnten Lebensmittel für Diabetiker oder für Babys gekauft werden. Im vergangenen Jahr sammelte zum Beispiel der Chor „Donum Dei“ während seines Neujahrskonzertes in der Kirche St. Georg in Fritzdorf mehr als 500 Euro und spendete das Geld an die „Zugabe“.

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