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Zwölf Millionen Euro investiert: Barrierefreies Wohnen an der Kita in Berkum

Zwölf Millionen Euro investiert : Barrierefreies Wohnen an der Kita in Berkum

Limbach-Stiftung und Inowo stehen vor dem Vertragsabschluss in Wachtberg-Berkum. An der Freifläche neben der Alten Molkerei werden zwölf Millionen Euro in Wohnungen und eine Kita investiert.

Noch wächst an der Freifläche neben der Alten Molkerei viel Gras. Trotzdem folgen schon mehr als 20 Interessenten den Vorstellungen des Investors Inowo, der dort eine Wohnbebauung samt Kita plant. „Nach den ersten Berichten im GA aus den Ausschüssen hatten wir sehr konkrete Anfragen für das Berkumer Projekt“, erzählt Geschäftsführer Norbert Schaffrath beim Termin in Meckenheim.

Am Baumschulenweg hat er in Groß umgesetzt, was ihm und seiner Tochter Kathrin Gittek in Klein für das 3778 Quadratmeter messende Grundstück zwischen Rathausstraße und Alter Molkerei vorschwebt. Nämlich größtenteils barrierearme Eigentumswohnungen in Verbindung mit einem Pflegestützpunkt sowie eine viergruppige Tageseinrichtung für Kinder. 21 Millionen Euro hat die Familie in Meckenheim investiert, von den 69 Wohnungen sind bis auf sechs im Privatbesitz alle verkauft.

Wie berichtet, hatte die Limbach-Stiftung, die Eigentümerin der Fläche ist, in den vergangenen Jahren mehrfach versucht, das Areal zu entwickeln. Mit unterschiedlichen Investoren und anderen Projektansätzen. Das Hauptaugenmerk, so betont Stiftungsvorsitzende und Bürgermeisterin Renate Offergeld auf Anfrage, habe stets auf einem Kindergarten gelegen. „Das ist qua Satzung immer noch unsere oberste Verpflichtung“, so Offergeld. Was macht sie sicher, dass es diesmal zu einer Vertragsunterzeichnung kommt? „Wir hatten eine gute Atmosphäre in den Gesprächen mit dem Familienunternehmen, und wir wollten gerne mit einem Projektträger verhandeln“, betont die Vorsitzende.

Trotzdem musste das Stiftungskuratorium ein Zugeständnis machen. „Es war für uns völlig klar, dass wir den Grund und Boden für die Wohnungen kaufen wollen“, erzählt Schaffrath. So sehe der aktuelle Stand nun vor, das Grundstück zu teilen, die Kita aber auf Basis einer Erbbaupacht zu errichten. „Wir haben eingesehen, dass das Grundstück nur für die Kita zu groß ist und wir mit dem unteren Teil in Verkaufsverhandlungen gehen müssen“, so Offergeld.

Die Investorenfamilie hat der Stiftung viel Zeit und Raum zugestanden. „Es war uns wichtig, dass wir Vertrauen schaffen, und wir haben uns mehr reingekniet, als es eine Baugesellschaft tun würde“, meint Norbert Schaffrath. Die Zufahrt zur Kita beispielsweise erfolgt nach Anliegerbeschwerden nun über den Bernareggio-Platz. Nach fast zwei Jahren und bereits eingesetzten 45 000 Euro sagt der Geschäftsmann jedoch auch: „Wir wollen jetzt endlich, endlich beginnen.“ Spätestens in der nächsten Woche soll der Vertragsentwurf vom Notar kommen.

Für die Kita, die im Erd- und Obergeschoss jeweils 400 Quadratmeter hat, will die Firma der Stiftung einen Betreiber vorschlagen. „Aber natürlich entscheidet das Kuratorium“, so Schaffrath. Man könne sich noch ein Staffelgeschoss vorstellen, zum Beispiel für eine Begegnungsstätte, ergänzt Tochter und Mitgeschäftsführerin Kathrin Gittek. „Das Außengelände misst 800 Quadratmeter.“

Bei der Südbebauung setzt man auf zehn barrierearme Wohnungen im Erd- und Obergeschoss sowie sechs Wohnungen im Staffelgeschoss. „Im Souterrain könnte es nach Abstimmung eine Tagespflege oder einen Pflegestützpunkt geben, hier haben wir gute Kontakte“, sagt Gittek. Als Extras biete man künftigen Eigentümern breite Flure und Türen, Erdwärme und ein platzsparendes, unterirdisch verlaufendes Müllsystem. Die eigenen Kosten gibt Inowo mit zwölf Millionen Euro an. Der Kreis hat laut Pressestelle die Bauvoranfrage positiv beschieden. Auch wenn noch nichts in trockenen Tüchern ist, hoffen die Schaffrath-Gitteks, im Januar 2020 den ersten Spaten zu setzen. Die Fertigstellung ist für Sommer 2021 angedacht.