Viele Fragen sind noch offen : Ausschuss will Kita in Ließem lassen

Der Bildungsausschuss hat sich am Mittwoch einmütig für eine Kita am Standort Ließem ausgesprochen. Dies dürfte bei Eltern und Erzieherinnen für etwas Ruhe sorgen. Die Verwaltung soll Varianten für einen Neubau oder eine Sanierung der baufälligen Einrichtung prüfen.

Der Bildungsausschuss hat sich am Mittwoch einmütig für eine Kita am Standort Ließem ausgesprochen. Auch wenn noch viele Fragen offen sind und es sich nicht um eine Entscheidung handelt, dürfte dieses Meinungsbild bei Eltern und Erzieherinnen für etwas Ruhe sorgen. Laut Pfarrerin Kathrin Müller sind viele nach den Nachrichten der vergangenen Wochen beunruhigt. Die evangelische Kirche ist Trägerin der Einrichtung, die Gemeinde Wachtberg Eigentümerin der Gebäude.

Wie berichtet, ist der Kindergarten an der Marienstraße baufällig. Der Kreis hatte dem Jugendhilfeausschuss am 11. September zwei Varianten präsentiert: Abriss und Neubau im Ort oder Umzug in die Kita Schatzkiste in Berkum, wenn die Limbach-Stiftung die Kita an der Alten Molkerei gebaut hat. Laut Bürgermeisterin Renate Offergeld hat der Kreisausschuss aber den Ball und damit die Entscheidung an die Gemeinde zurückgespielt.

"Wir möchten nicht, dass Eltern ihre Kinder nach Berkum bringen müssen mit der Begründung, es seien ja nur vier Kilometer", sagte Hartmut Beckschäfer (CDU), dessen Fraktion das Thema zum Missfallen der Bürgermeisterin in den öffentlichen Teil der Sitzung gezogen hatte. Einerseits gehe es ihm dabei um Sozialbeziehungen, andererseits um Umwege für die Eltern; die meist in Richtung Bonn arbeiteten. Im "Chauffieren" sah Siegbert Heid (SPD) allerdings kein Problem: "Da ist innerfamiliäre Organisation gefragt."

Die Neubauvariante, das wurde bei der Debatte deutlich, ist für die Politiker nicht die einzige Alternative zu Berkum. "Es war uns immer wichtig, in jedem Ort eine Kita zu haben. Dann müssen wir eben versuchen, mit dem Vorhandenen eine Lösung zu finden", meinte Helga Frohberg (FDP). Und Sabine Killmann (Grüne) sagte: "Aus der Vorlage heraus kann man nicht beurteilen, ob sich eine Sanierung lohnt oder nicht." Die Gemeinde hatte allerdings im Vorfeld betont, dass der Aufwand für eine Sanierung zu hoch sei. Killmann wies auch auf Bedarfe der Zukunft hin, denn Ließem sei weiter Zuzugsgemeinde. "Vielleicht könnte man spätere Nutzungsformen direkt mitberücksichtigen", regte Jutta von der Gönna (Unser Wachtberg) an. Auch Ursula Schöpf (UWG) befürwortete wie ihre Ausschusskollegen Folgendes: Die Verwaltung soll bis zur nächsten Sitzung Varianten für Sanierung und Neubau erarbeiten. Kämmerin Beate Pflaumann gab zu bedenken, dass ein Solitärbau, der beide Kitagruppen vereine, eine Schwierigkeit mit sich bringe: "Dann müsste man wegen des Platzbedarfs und der vorgeschriebenen Außenbereichsgröße auf den Schützenplatz verzichten." Das Areal gehöre der Gemeinde und sei an die Schützen verpachtet, so Gemeindesprecherin Margrit Märtens. Brudermeister Andreas Körfer erklärte, dass man nicht das ganze Grundstück nutze: "Wir bräuchten aber fernab des Hauses Platz für ein Zelt und eine Zufahrt." Aktuell gibt es 50 Mitglieder, zwölf davon aktive Schützen.

Egal, welche Variante sich durchsetzt: Bei einem Punkt muss nachgearbeitet werden. Bei einer Brandbeschau im März war dem Bauaufsichtsamt aufgefallen, dass gemäß Nutzungsgenehmigung nur Kinder von drei bis sechs Jahren betreut werden dürfen. Es gibt aber sechs Plätze für Kinder unter drei. "Ein entsprechender Antrag läuft gerade", erklärte Märtens. Laut Kreis werden in Ließem seit zehn Jahren U 3-Kinder betreut. "Es ist vorher nicht aufgefallen, handelt sich aber nur um die Erfüllung geringfügiger Auflagen", stellte Sprecherin Katja Eschmann klar.

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