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Autobahnen in der Region: Wie kommen Raststätten zu ihren Namen?

Autobahnen in der Region : Wie kommen Raststätten zu ihren Namen?

Logebachtal, Am Peppenhoven oder Am Blauen Stein - Namen von Rastanlagen an Autobahnen können ganz verschiedene Ursprünge haben. Die Benennung erfolgt jedoch nach klaren Regeln und Vorgaben.

Wer über die Autobahn 3 komplett durch den Rhein-Sieg-Kreis fährt, kommt an den Autobahnraststätten Sülztal, Siegburg und Logebachtal vorbei. Die Namen der drei Rastanlagen sind nicht ungewöhnlich. Das Sülztal erstreckt sich als Landschaft überwiegend im Rheinisch-Bergischen-Kreis und teilweise im Rhein-Sieg-Kreis, die Raststätte Siegburg hat ihren Namen durch die Nähe zur Kreisstadt, das Logebachtal ist Teil des Siebengebirges, durch das die Autobahn ebenfalls führt.

Etwas kniffliger wird es bei der Fahrt über der Autobahn 61. Die Rastanlagen im Linksrheinischen heißen Am Peppenhoven und Am Blauen Stein. Der erste Name hat ebenfalls etwas mit der dortigen Geografie zu tun: Peppenhoven ist ein Wohnplatz der Stadt Rheinbach nahe der Autobahn und der gleichnamigen Burg.

Landschaftsbezogene Namen

Die Bezeichnungen sind kein Zufall. Die Namensgebung erfolge gemäß den „Empfehlungen für Rastanlagen an Straßen“, teilt der Landesbetrieb Straßenbau NRW mit. „Diesen Empfehlungen zufolge erhalten Rastanlagen auf Bundesautobahnen landschaftsbezogene Namen“, erklärt Sachgebietsleiter Einzelplanung Steffen Scholz. Die Bezeichnungen richten sich demnach nach geografischen Objekten wie Landschaften, Flüssen oder Bergen.

Im Ruhrgebiet greifen sie unter anderem das Bergbau-Thema auf. Der Rastplatz Flöz Mausegatt an der A45 hat seinen Namen von einem Steinkohleflöz, das dort in der Nähe abgebaut wurde. „Gatt“ bezeichne dabei im Niederdeutschen einen sehr schmalen Gang. Unterm Hipperich an der A45 wiederum weist beispielsweise auf den gleichnamigen 352 Meter hohen Berg im Oberbergischen hin.

Blaue Steine als Flurbezeichnungen

Doch wie kommt es zum Namen Am Blauen Stein? Blaue Steine ist eine häufige Flurbezeichnung und bedeutet die namentliche Bezeichnung eines kleinräumigen Teils einer Landschaft, die wiederum als Flur bezeichnet wird. Sie haben ihren Ursprung in der Geschichte. Blaue Steine werden auch als Gerichtssteine bezeichnet und können als Grenzsteine die Übergänge zwischen Gerichtsbezirken beschreiben. Gerichtssteine können aber auch eine Kultstätte bezeichnen, die als Hinrichtungsstätte genutzt wurde.

An der Rastanlage der A61 ist auch heute noch ein blauer Stein zu sehen. Vermutlich hat auch die Anlage zwischen Heimerzheim und Weilerswist ihren Namen durch einen solchen Gerichtsstein erhalten, erklärte Norbert Cleve von der Autobahnniederlassung Krefeld. Genaueres sei aber unklar.

Verwechslungen sollen minimiert werden

Vorgeschlagen werden die Namen der Autobahnraststätten dem Landesbetrieb zufolge von den jeweiligen Straßenbauverwaltungen, die Entscheidung fällt letztlich das Bundesverkehrsministeriums. Bei der Benennung gibt es noch einiges zu beachten. Wenn die Raststätte Siegburg heute gebaut werden würde, müsste sie einen anderen Namen erhalten. Bei neueren Parkplätzen dürfen keine Namen von Orten oder Stadtteilen mehr vergeben werden, heißt es von Straßen NRW. So sollen Verwechslungen mit Abfahrten minimiert werden.

Eine solche Gefahr soll auch bei Anlagen auf beiden Seiten der Anlagen verringert werden. Zwar bekommen diese den Regeln nach den selben Namen, allerdings erhalten sie noch eine geografische Zusatzbezeichnung, also Nord, Süd, West oder Ost. So ist es auch bei den Rastanlagen der A3 und A61 im Rhein-Sieg-Kreis. Nur der Rastplatz Sülztal, den gibt es nur auf einer Seite der Autobahn.