A 61 bei Miel: Vorarbeiten zum Bau der Lärmschutzwand haben begonnen

A 61 bei Miel : Vorarbeiten zum Bau der Lärmschutzwand haben begonnen

Die Vorarbeiten zum Bau einer Lärmschutzwand auf dem bestehenden Wall an der A 61 bei Swisttal-Miel haben begonnen. Zurzeit werden dort Flächen gerodet und Bäume und Sträucher zurückgeschnitten.

Dabei wird beachtet, so Bernd Aulmann von der zuständigen Niederlassung des Landesbetriebs Straßenbau in Euskirchen, dass die Rückzugsräume der Haselmaus nicht beeinträchtigt werden.

Die 1,2 Kilometer lange und bis 4,50 Meter hohe Wand soll von der Autobahnabfahrt am nördlichen Ortsrand bis zum Ende der Bebauung am südlichen Ortsrand reichen. Laut Aulmann wird das Projekt 1,89 Millionen Euro kosten. Mit dem Bau der Wand wird im Frühjahr 2016 begonnen. Sie soll im Herbst 2016 fertig sein.

Um viele Pflanzen und Bäume zu erhalten, soll die Montage der Betonmauer weitestgehend von der Autobahnseite her erfolgen. Mit der Errichtung der Lärmschutzwand erfüllt das Land eine Forderung, die seit Jahren von vielen Bürgern und Politikern erhoben wird.

Neben der Mieler CDU-Vorsitzenden Martina Unger (der GA berichtete) stellt auch die BfS "mit Befriedigung" den in den vergangenen Jahren mehrmals verschobenen Baubeginn der "überfälligen Lärmschutzsanierung" fest, wie Joachim Güttes und Heike Gebhardt in einer Pressemitteilung schreiben.

Die Sanierung sei ein Ergebnis einer konsequenten Fortschreibung und Umsetzung der 2014 beschlossenen Swisttaler Lärmaktionsplanung. Mit dieser werden die Überschreitung von Lärmgrenzwerten aller Art dokumentiert und entsprechende Abhilfemaßnahmen empfohlen.

Die BfS hatte im Herbst 2014 im Planungs- und Verkehrsausschuss der Gemeinde Swisttal erfolgreich beantragt, einen Sachbearbeiter des Landesbetriebs Straßenbau in den Ausschuss einzuladen, um den Sachverhalt zur Mieler Lärmschutzsanierung präsentieren zu lassen. Danach beantragte ebenfalls die BfS, eine Bürgerversammlung im Dorfhaus Miel durchzuführen und den Bürgern die Präsentation durch den Landesbetrieb zu ermöglichen.

Die BfS setzt sich weiterhin für die konsequente Fortschreibung und Umsetzung der 2014 beschlossenen Swisttaler Lärmaktionsplanung der Stufe 2 ein, in der die Überschreitungen von Grenzwerten durch Lärmquellen aller Art in ganz Swisttal dokumentiert und entsprechende Abhilfemaßnahmen aufgeführt werden. Das sind Emissionen von Straßenverkehr, Luftverkehr, Gewerbebetrieben, Eisenbahnlinien oder Windkraftanlagen.

Laut Güttes und Gebhardt ließ sich nur so für Miel als allgemeines Wohngebiet verwertbar feststellen, dass die Auslösegrenzwerte von tagsüber 67 Dezibel und nachts 57 Dezibel bereits an 31 Wohnhäusern überschritten werden und damit gültige Fakten für eine Lärmsanierungsmaßnahme vorliegen. In der gleichen Lärmaktionsplanung sind aktuell Häuser direkt an der A 61 bei Ollheim, an der B 56 in Buschhoven und an der Euskirchener Straße in Heimerzheim erfasst.

Künftig will die BfS auch die Bewertung der Bahnlinie in Odendorf als Lärmquelle erfasst wissen. "Somit kommen erfolgreiche Abhilfemaßnahmen weniger überraschend oder unter Mitwirkung einzelner Politiker zu Stande, sondern als ein Ergebnis klarer Fakten", sind Güttes und Gebhardt überzeugt.

Zur Stellungnahme von Martina Unger hat sich auch Günter Aulenbach, Vorsitzender der Bürgerinitiative Lebenswertes Swisttal, zu Wort gemeldet. Er kritisiert, dass Unger den Bau der Schutzwand als Erfolg der CDU darstelle. Der Erfolg habe bekanntlich viele Väter. Für die Mieler Lärmschutzwand hätten vor allem viele Mieler Bürger unermüdlich gekämpft. Aulenbach: "Der Erfolg beweist, dass nur der Zusammenhalt aller Mieler dies möglich macht."

Zur geplanten Umgehungsstraße meint Aulenbach, der von einer Straße ausgehende Lärm sei nur einer von vielen negativen Aspekten. Der zu erwartende Lkw-Verkehr werde sich in den nächsten 20 Jahren um etwa 60 Prozent steigern. Der von Euskirchen kommende und in Richtung A 61 geführte Verkehr werde dann mit Lärm und Abgasen den Ortsrand von Miel belasten.

Aulenbach: "Es gibt daher keinen erkennbaren Grund, unser Dorf nicht offen zu halten. Eine Schließung kann man immer vollziehen, eine nachträgliche Öffnung nicht. Bisher wurde die Mieler Bevölkerung zu den Plänen noch nicht gehört. Dies ist im abgeschlossenen Linienverfahren auch nicht vorgesehen. Es wird Zeit, in einer Bürgerversammlung Vor- und Nachteile der Pläne zu diskutieren."