GA-Herbstbarometer: "Uns fehlt hier nichts“

GA-Herbstbarometer : "Uns fehlt hier nichts“

Von der Nordsee ins Rheinland: Die Eheleute Wendt sind vor zwei Jahren nach Swisttal-Dünstekoven gezogen und bestätigen die GA-Umfrage, dass die Menschen hier zufrieden sind.

Vor zwei Jahren zog das Ehepaar Wendt vom hohen Norden nach Swisttal-Dünstekoven. Waren sie im Norden schon sehr zufrieden mit ihrem Lebensumfeld, so sind sie es in der Region Bonn/Rhein-Sieg ebenso. Damit bestätigen sie die Umfrage des GA: Die Menschen sind zufrieden mit ihrem Leben hier.

Elvira und Bernhard Wendt sind „Nordlichter“, wie sie selbst sagen. Sie haben dort gelebt, wo andere Menschen Urlaub machen. Bis 1999 auf der Ostseeinsel Usedom, danach in der Kleinstadt Stade an der Elbe, auf halbem Weg zwischen Hamburg und der Mündung des Stroms in die Nordsee. Sie haben sehr gerne dort gelebt und die Natur, das Meer und das relativ ruhige Leben geschätzt. Im Jahr 2014 folgte das Ehepaar Wendt der Tochter Annette Kirschbaum, die mit ihrem Mann Jörg und Tochter Sophia in Swisttal-Dünstekoven wohnt. Dort lebt die aus drei Generationen bestehende Familie jetzt gemeinsam in einem Haus – natürlich in getrennten Wohnungen.

Waren die Wendts im Norden schon sehr zufrieden mit ihrem Lebensumfeld, so sind sie es in der Region Bonn/Rhein-Sieg ebenso. Damit bestätigen die 62-jährige Notarfachangestellte Elvira Wendt, die in drei Monaten ihr Arbeitsleben beendet, und ihr Mann Bernhard (67), früher Maschinenbauer in der Werft Peene-Wolgast, das Ergebnis einer Umfrage des General-Anzeigers, an der rund 3000 Menschen aus der Region teilgenommen haben.

Auf einer Skala von 0 (unzufrieden) bis 10 (sehr zufrieden) bewerteten die Teilnehmer ihre Lebensumstände. Die Wohnsituation wurde mit einem Durchschnittswert von 7,99 am besten beurteilt, gefolgt von Familie (7,91). Etwas weniger zufrieden, aber immer noch im oberen Bereich der Skala, waren die Teilnehmer mit ihren Finanzen (7,34), ihrem Beruf (7,30) und ihrer Gesundheit (7,30).

„Man wohnt hier sehr schön und ruhig“

Elvira und Bernhard Wendt geben ihrer aktuellen Lebenszufriedenheit die Gesamtnote 8. „Man wohnt hier sehr schön und ruhig“, sagt Elvira Wendt. Je nach Wetter ist sie fast jeden Tag mit dem Rad im Kottenforst, der nur wenige Hundert Meter hinter ihrem Haus an der Neustraße beginnt, unterwegs. Das Ehepaar radelt auch gerne an der Swist entlang, ähnlich wie früher am Elbufer. „Die Swist ist zwar nicht ganz so groß wie die Elbe, aber schön ist es hier trotzdem“, scherzen die Eheleute.

Mit den Busverbindungen nach Bonn sind die Wendts sehr zufrieden, weniger mit denen nach Rheinbach, weil man in Morenhoven umsteigen und 20 Minuten warten muss. Die ärztliche Versorgung ist nach Einschätzung des Ehepaars in Ordnung. In Heimerzheim, Rheinbach und Bonn seien genügend Praxen und Apotheken vorhanden.

Das Ergebnis

Mit der rheinischen Mentalität, gerade im Karneval, kommen die Norddeutschen gut klar. „Wir feiern ja auch viele Feste im Dorfsaal mit“, sagt Bernhard Wendt. „Uns fehlt hier nichts, außer vielleicht ein Geschäft im Ort.“

Ähnlich sehen es Annette (39) und Jörg Kirschbaum (40), die 2013 von Rheinbach nach Dünstekoven gezogen sind. „Wir haben das nie bereut. Wir sind sehr naturverbunden. Und ich schätze nach dem Stress im Beruf die Idylle hier und tolle Nachbarschaft“, sagt die Notarfachreferentin. „Sonntags auf der Terrasse mit Blick auf die Felder zu frühstücken, ist wie ein kleiner Urlaub.“

Man habe gar nicht erwartet, dass man auf dem Dorf alles vorfinde. Zum Einkaufen fahre man eben nach Rheinbach oder Heimerzheim. Um Konzerte oder Kabarettabende zu besuchen oder ins Kino zu gehen, seien Bonn, Köln oder Euskirchen ja nicht weit weg. Daher bewerten die Kirschbaums ihre Gesamtzufriedenheit mit der Note 9.

Dem schließt sich Tochter Sophia (11) an. Wenn sie ihren Tag in der Gesamtschule Weilerswist beendet hat, spielt sie mit Freundinnen auf dem Spielplatz vor der Haustür und tanzt in der Tanzgruppe der Karnevalsgesellschaft.

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