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Kreativität in der Krise: Swisttalerin näht im Akkord selbst angefertigte Schutzmasken

Kreativität in der Krise : Swisttalerin näht im Akkord selbst angefertigte Schutzmasken

Evelyn Schnabel aus Buschhoven produziert Schutzmasken wie am Fließband. Pfarrgemeinde Bornheim ruft zum Nähen auf.

Eigentlich wäre Evelyn Schnabel jetzt irgendwo in den Alpen. Zum Skifahren. Doch die Corona-Krise hat der 57-Jährigen einen Strich durch die Rechnung gemacht. Stattdessen näht sie im Akkord Mundschutzmasken und verkauft sie gegen eine Spende. „Bis jetzt sind ungefähr 250 Euro zusammengekommen“, zieht die Hobby-Schneiderin eine Zwischenbilanz. Seit fast 40 Jahren näht sie für ihre Familie, hat deshalb auch immer genügend Stoffe und Garn im Haus. Den Impuls für ihr gutes Werk erhielt sie von ihren Töchtern, beide Ärztinnen. Sie berichteten ihr, dass auch in den Krankenhäusern, in denen sie arbeiten, Mangel an Schutzmasken herrscht. Und so machte Schnabel sich an die Arbeit.

Die Nähmaschine ratterte fast unaufhörlich. In der ersten Woche schaffte sie 100 Masken, legte sie in einen Korb an die Straßenecke vor ihrem Haus und bat auf einem Plakat um Spenden: „Mundschutz für faire Bürger zum Eigenbedarf“. 154,50 Euro kamen zusammen. „Ein mageres Ergebnis“, sagt Schnabel. So stellte sie den Korb an ihr Gartentor, setzte den Mindestpreis auf fünf Euro pro Maske fest und nahm allein am Sonntag 100 Euro ein. Bis jetzt hat sie 140 dieser Stücke aus Baumwollstoff gefertigt. Sechs bis sieben  Stunden schneidert sie pro Tag. Sie rät, die Masken täglich im Kochtopf aufzukochen, damit sie keimfrei werden. Schnabel will weiter nähen, bis sie 500 Euro für die Kleiderstube der Frauen Union erlöst hat. „Aber vielleicht setze ich die Aktion noch fort, wenn der Bedarf groß bleibt.“ Größere Aufträge verzeichnete sie von der Physiotherapiepraxis Beisel in Rheinbach und von der Jungen Union Swisttal, die mit den Masken ihre „Einkaufshelden“ ausgestattet hat.

Näh-Initiative auch in Bornheim gestartet

Unter dem Motto „Nähen mit Herz“ hat Arianita Mölder vom Seelsorgebereich Bornheim - An Rhein und Vorgebirge eine Hilfsaktion gestartet. Wer Schutzmasken für Caritas-Pflegekräfte und Alltagsbegleiter im Rhein-Sieg-Kreis in Heimarbeit nähen möchte, kann sich bei ihr melden. „Alles was  Sie  brauchen,  sind  kochbare Baumwollstoffreste  oder  alte  Baumwollstoffe  wie Bettwäsche“, sagt sie. Die Anleitung verschickt sie per E-Mail. Sind  die  Masken  fertig,  können  sie  im  Pfarrhaus  St.  Aegidius  in Hersel, Rheinstraße 204, mittwochs von 10 bis 12 Uhr abgegeben  werden.  Dann kann auch  alte  Bettwäsche  für  weitere Schutzmasken abgeholt werden.

Infos bei Arianita Mölder,  ☏ 0 22 22/ 95 11 67 oder moelder@baruv.de