"Dorv"-Zentrum für Buschhoven: Swisttaler Einwohner wollen Nahversorgungszentrum

"Dorv"-Zentrum für Buschhoven : Swisttaler Einwohner wollen Nahversorgungszentrum

Bei einer Befragung wünschen sich die meisten Einwohner aus Buschhoven mehr Einzelhandel im Ortskern. 594 ausgefüllte Fragebögen liegen den Organisatoren vor. Allerdings stammen die meisten von älteren Mitbürgern, die auch schon lange im Ort leben.

Ein Laden für die täglich benötigten Lebensmittel, an dem sich Nachbarn treffen, in dem sogar Dienstleistungen der Gemeindeverwaltung angeboten werden und ein Bankautomat sowie die Post Platz finden, das ist das „Dorv-Zentrum“ in Barmen. Ob das auch eine Möglichkeit für die Buschhovener Ortsmitte sein könnte, dazu gab es seit 2015 schon einige Gespräche. Von Juli bis September 2018 haben nun die Buschhovener in einem Fragebogen ihre Wünsche geäußert. Auch die Gemeinde Swisttal hatte einen Beizettel mit ihren Fragen zum Leben um den Burgweiher mitgegeben. Die Ergebnisse stellten die Organisatoren nun im Pfarrsaal in Buschhoven vor. Darin ist das Interesse an einem Zentrum durchaus abzulesen.

Die Resonanz auf die von Nachbarn bei Nachbarn durchgeführte Befragung war auf jeden Fall groß. Das bewies laut Christian Klems vom Dorv-Zentrum die Rücklaufquote von mehr als 45 Prozent. 594 ausgefüllte Fragebögen lagen den Organisatoren vor. Allerdings stammten die meisten von älteren Mitbürgern, die auch schon lange im Ort leben. Ein Bild, das sich bei der Vorstellung der Ergebnisse im gut gefüllten Pfarrsaal wiederholte.

Wahrscheinlich sei für junge, mobile Menschen die Versorgung im Ortszentrum weniger relevant, vermuten einige Besucher. Die Befragten allerdings wünschen sich mehr Möglichkeiten, innerhalb des Ortes einkaufen zu können. „Die tägliche Frische“, wie Klems die Bereiche Backwaren, Obst, Gemüsen und einige weitere Lebensmittelgruppen zusammenfasste, steht dabei an erster Stelle. Und zumindest in der Abfrage galt für die Mehrheit: „Qualität vor Preis“.

Dorv-Zentren gibt es bereits in anderen Ortschaften

Ein Dorv-Zentrum, wie es sie schon in einigen anderen Ortschaften gibt, wäre in Buschhoven also eine Möglichkeit. Zumal viele Bürger angaben, dann auch ihr Einkaufsverhalten entsprechend zu ändern. „Der Nährboden in Buschhoven ist gut, um das Projekt in die Zukunft zu führen“, zog Klems ein Fazit. Allerdings ist bis zu einem fertigen Zentrum noch einiges zu tun. Die Gespräche sollen daher weitergehen. Die genaue Umsetzung ist auch in den vorhandenen Zentren unterschiedlich. Es gibt beispielsweise genossenschaftliche Modelle mit Geschäftsführern, an anderen Orten haben bestehende Einzelhändler einen Teil übernommen. Ein rein ehrenamtliches Projekt sei es aber nicht, betonte Klems: „Grundsätzlich brauchen Sie bei einem Dorv-Zentrum Fachpersonal.“

Mit an Bord wäre wohl die Gemeinde. Zumindest ließ Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner anklingen, dass das bald frei werdende Feuerwehrhaus am Toniusplatz ein möglicher Standort sein könnte. Denn um den Toniusplatz dreht sich in Buschhoven alles. Das war auch ein Ergebnis des Gemeinde-Fragebogens, dessen Auswertung Nicole Eichmanns vom Fachbereich Gemeindeentwicklung vorstellte. Die Potenziale und Stärken des Ortes wollte die Verwaltung damit abfragen.

Dorv-Zentrum in Buschhoven steht zur Diskussion

Beliebt sind demnach vor allem die gute regionale Anbindung in Buschhoven und das ländliche, naturnahe Wohnen. Dafür vermissen die ebenfalls überwiegend älteren Teilnehmer Einzelhandel und Dienstleistungen in der Ortsmitte. Aufseiten der Gemeinde fließen diese Wünsche mit in das bald entstehende „Integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept“ (Isek) ein. Ein solches Konzept ist unter anderem Voraussetzung für viele Fördermittel.

Der Wunsch nach einem Dorv-Zentrum oder einer ähnlichen Einrichtung ist das eine, etwas anderes allerdings die Annahme durch die Bürger. Auch das kam bei der Diskussion an diesem Abend durchaus heraus. Ein vergleichbares Angebot im „Mauel-Markt“ sei bereits im Ort gescheitert, erinnerten gleich mehrere Bürger. Ob das an Fehlern des Betreibers oder am mangelnden Interesse der Buschhovener lag, ließ sich aber nicht klären. Ebenso war man sich einig, dass junge Familien oder Neubürger stärker eingebunden werden sollten. Da hoffen erst einmal alle auf weitere Planungsschritte, bei denen erneut die Buschhovener aktiv werden sollen.