Bildungsplanung in Swisttal: Swisttal will weiterführende Schule realisieren

Bildungsplanung in Swisttal : Swisttal will weiterführende Schule realisieren

Die Gemeinde Swisttal will eine eigene weiterführende Schule bis zum Abitur realisieren. Angestrebt ist die Umwandlung der Georg-von-Boeselager-Sekundarschule oder die Neugründung einer dreizügigen Gesamtschule.

Eine eigene weiterführende Schule bis zum Abitur will die Gemeinde Swisttal unbedingt realisieren. Darin sind sich alle Ratsfraktionen mit der Verwaltung einig, wie sie in der jüngsten Sitzung des Schulausschusses bekräftigten. Ein Gespräch mit dem Landesschulministerium und Schulministerin Yvonne Gebauer soll noch vor den Sommerferien stattfinden, um eine Ausnahmegenehmigung für eine dreizügige Gesamtschule zu bekommen.

Parallel sollen die Fraktionen eine Resolution erarbeiten, die das Ziel einer eigenen Gesamtschule unterstützt. Angestrebt ist die Umwandlung der Georg-von-Boeselager-Sekundarschule oder die Neugründung einer dreizügigen Gesamtschule zunächst in Form einer Ausnahmegenehmigung oder auch in Form eines Schulversuchs. Weil Gesamtschulen grundsätzlich vierzügig starten müssen, hat die Bezirksregierung Köln dies bislang abgelehnt.

Die Gemeinde Swisttal glaubt allerdings, dass die Vierzügigkeit nach den vorliegenden Zahlen des Schulentwicklungsplans schnell erreicht werden kann. Einerseits wegen der insgesamt steigenden Schülerzahlen in Swisttal und in der gesamten Region.

Andererseits auch, weil die Nachbarkommunen keine Swisttaler Schüler mehr aufnehmen müssten, wenn Swisttal eine eigene Gesamtschule hätte. Alle anderen Varianten wie Kooperationen oder Dependancen von Gesamtschulen in Nachbarkommunen haben sich nach den jüngsten Gesprächen als nicht realisierbar erwiesen.

Im Einzelnen: Bei einer Dependance-Lösung mit Rheinbach würde mit einem Teilstandort in Heimerzheim ein dritter Standort der Gesamtschule Rheinbach entstehen. Die Schule ist aber bereits auf zwei Gebäude verteilt. Ein dritter Standort in rund zwölf Kilometer Entfernung würde zu schulfachlichen und organisatorischen Schwierigkeiten führen. Lehrer müssten zwischen den Standorten pendeln, wobei die Fahrzeiten nicht berücksichtigt würden, auch eine ständige Schulleitung würde es wahrscheinlich in Heimerzheim nicht geben.

Die Sekundarschule mit ihrem jetzigen Kollegium würde auslaufen, der Teilstandort der Gesamtschule würde neu errichtet mit dem Lehrpersonal der Schule in Rheinbach. Eine Garantie für die Übernahme des Lehrpersonals der Sekundarschule gebe es nicht, so die Gemeinde. Die Schulleitung der Gesamtschule Rheinbach teilt laut Verwaltung im Wesentlichen die Einschätzung. Es sei zudem darauf hingewiesen worden, dass man nicht automatisch mehr Lehrpersonal bekomme, nur weil ein weiterer Standort hinzukomme.

Fazit: „Wir würden faktisch einen dritten Standort produzieren, und das ist einfach nicht realisierbar“, sagte der Beigeordnete Hans Dieter Wirtz. „Zurzeit würden wir mit einer Dependance nicht uns selbst helfen, sondern nur Rheinbach, um den Druck auf deren Gesamtschule abzufedern.“

Die Gemeinde Weilerswist habe sich eine interkommunale Lösung vorstellen können, wie Gespräche mit der Gemeinde und den Schulleitungen gezeigt hätten. Allerdings sei Weilerswist nicht an einer Dependance interessiert gewesen. Vielmehr sei es nur um die „Absicherung ihrer Oberstufe“ gegangen, so Wirtz. Die Oberstufe der Gesamtschule Weilerswist hätte mittels einer Aufnahmegarantie für Swisttaler Schüler gestärkt werden sollen. „Das wäre aber lediglich eine Werbekampagne für Weilerswist gewesen, denn diese Sache gibt es schon“, erklärte Angelika Polifka, Leiterin der Georg-von-Boeselager-Schule. „Also nur Kosmetik“, pflichtete Wirtz bei.

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