ISEK in Swisttal: Swisttal will Bett des Orbachs verschönern

ISEK in Swisttal : Swisttal will Bett des Orbachs verschönern

Orbach, Dorfhaus, Toniusplatz: Die Gemeinde Swisttal gibt ein städtebauliches Konzept in Auftrag, um Bauprojekte zu entwerfen. Bis zu 80 Prozent der Kosten könnten so Bund oder Land übernehmen.

Es ist durchaus ein malerisches Ensemble: gepflegte Fachwerkhäuser auf der einen, die Burg Odendorf auf der anderen Seite. Wäre da nicht in der Mitte der Blick auf die unansehnliche, unökologische Betonrinne, die den Orbach im Odendorfer Ortskern umgibt. Auch der Toniusplatz in Buschhoven könnte am Ufer des Burgweihers attraktiver sein. Und was ist mit dem Dorfhaus Odendorf: sanieren oder abreißen?

Um diese und mögliche andere Projekte in Angriff zu nehmen, hat die Gemeinde Swisttal das Stadtentwicklungsbüro Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft (DSK) mit der Aufstellung eines Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzeptes (ISEK) beauftragt (siehe Kasten). Ohne ein solches Konzept muss die Gemeinde alle Ideen, die sie umsetzen will, zu hundert Prozent selbst finanzieren. Mit einem Konzept gibt es mindestens die Hälfte an Fördermitteln – bis zu 80 Prozent sind möglich.

Im Planungs- und Verkehrsausschuss hat Rainer Kalscheuer, Raumplaner und Gebietsleiter der DSK für Nordrhein-Westfalen, die Methode, Vorgehensweise und Beteiligungsverfahren im Zuge des ISEK-Verfahrens vorgestellt. „Wir wollen nicht in allen Bereichen das Rad neu erfinden, aber wir werden die Dinge aus dem Blickwinkel der Städtebauförderung betrachten“, sagte er. Insofern sollen auch laufende Prozesse einbezogen werden. Das betrifft den offenen Beteiligungsprozess zur Ortskernentwicklung Buschhoven mit einem multifunktionalen Nahversorgungszentrum, das Gemeindeentwicklungskonzept, zu dem auch das Projekt „Zukunft des Dorfhauses Odendorf“ gehört, und die ökologische Aufwertung des Orbachs, für die es schon konkrete Pläne gibt.

Bürgerbeteiligung steht im Vordergrund

„Wir schauen gemeinsam mit den Bürgern, was noch getan werden muss, um die Dinge umzusetzen“, sagte Kalscheuer. Denn das sei auch das Kernelement des gesamten ISEK-Prozesses: die Beteiligung und Mitwirkung von Bürgern der gesamten Gemeinde, von lokalen privaten und öffentlichen Akteuren in Beteiligungsformaten wie Bürgerforen, Workshops, Ortsstreifzügen oder Fragebögen. „Denn wenn die Akzeptanz nicht da ist, kann auch das beste Konzept in der Umsetzung scheitern“, stellte Kalscheuer fest.

Im Verlauf werde geschaut, was man wo verbessern könne. Das Prinzip: „Wir werden erst identifizieren, wo Handlungsbedarf ist, und danach schauen, welche Fördermittel es dafür gibt. Und nicht umgekehrt.“

Betrachtet werden sollen nicht nur Zustand und Funktion von öffentlichen Räumen oder die Themen Baukultur und Werterhaltung, sondern auch Aspekte wie Nahversorgung, soziale Dienstleistungen, Klimaschutz, Wohnen, Handel, Gewerbe und Bildung. Nicht leisten könne DSK aber ein Verkehrskonzept; das sei nicht Gegenstand des ISEK. Der Fokus soll zwar auf den drei Siedlungsschwerpunkten Buschhoven, Heimerzheim und Odendorf liegen, aber auch die anderen Orte und kleinteiligere Orte, sogenannte Lupenräume, sollen nicht ausgeblendet werden.

Im September 2020 soll der Grundförderantrag eingereicht werden. Als nächstes soll es einen Strategieworkshop mit der Politik und eine erste Bürgerveranstaltung für die Gesamtgemeinde geben, danach Streifzüge und Infoveranstaltungen in den drei großen Ortsteilen. Nach einer Bearbeitungsphase sollen auf einer weiteren Bürgerveranstaltung Maßnahmen vorgestellt werden, bevor die Bearbeitungsphase fortgesetzt wird und gegebenenfalls weitere Beteiligungsverfahren folgen.

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