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Swisttal: Petra Kalkbrenner will Bürgermeisterin bleiben

Interview mit der Rathauschefin : Petra Kalkbrenner will Bürgermeisterin in Swisttal bleiben

„Selbstverständlich“ trete sie im Oktober wieder zur Wahl an, sagt Swisttals Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner (CDU). Darüber hinaus spricht sie im Interview über eine Reihe politischer Themenfelder, die die Gemeinde beschäftigen.

Zu den politischen Themenfeldern, die die Gemeinde Swisttal beschäftigen, äußerte sich Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner im GA-Interview. Wichtig sind demnach die Konsolidierung des Haushalts, die Gewinnung von Personal für die Gemeinde, die Erweiterung der Grundschule und fehlende Kita-Plätze.

Im vergangenen Jahr hatte die Zahl der rechnerisch fehlenden Kita-Plätze bei Ihnen noch „Schnappatmung“ ausgelöst. Wie ist der Stand jetzt?

Kalkbrenner: Sie sehen: Ich sitze hier ganz entspannt! Da haben wir in einem überschaubaren Zeitraum gemeinsam mit dem Kreisjugendamt einiges schon geschafft und anderes auf den Weg gebracht. Im Dezember konnte im Kammerfeld in Heimerzheim die Kita „Burgwichtel“ im Provisorium in Betrieb genommen werden. Die Kita wird als Interimslösung drei Gruppen haben. Zwei Gruppen kommen in Heimerzheim in Kooperation mit der katholischen Kirchengemeinde hinzu. In Odendorf eine weitere Gruppe über die KJF (Gemeinnützige Ev. Gesellschaft für Kind, Jugendliche und Familie).

Aber viele sind ja noch nicht in Betrieb. Gibt es denn aktuell schon Klagen?

Kalkbrenner: Klagen gibt es keine, aber Bedarfsanzeigen. Ich verweise allerdings auf die Großtagespflege, die im Sommer schon im Alten Kloster in Heimerzheim ihren Betrieb aufgenommen hat. In Buschhoven kommt eine weitere Großtagespflege hinzu. Wir haben schon die Genehmigung für den entsprechenden Umbau des ehemaligen Gebäudes des Montessori-Kindergartens. Und auch die frühere DRK-Rettungswache in Heimerzheim werden wir noch entsprechend umbauen.

Ein Ziel war ja noch ein Waldkindergarten. Hat sich da inzwischen etwas Neues ergeben?

Kalkbrenner: Da gebe ich auch nicht auf. Ich bin überzeugt, dass wir in Swisttal genügend interessierte Eltern haben. Wir beraten am Runden Tisch mit Eltern und Experten, die schon Erfahrung mit der Einrichtung eines Waldkindergartens haben. Als Standort hatten wir bisher Buschhoven favorisiert, wegen der Nähe zum Wald. Aber letztlich ist die Standortfrage noch offen.

Im Bereich Erweiterung der Grundschulen sind noch einige finanzielle Brocken zu stemmen. Zudem wird auch die Umwandlung der Georg-von-Boeselager-Schule in eine Gesamtschule mit 15 Millionen veranschlagt. Wie soll das finanziert werden?

Kalkbrenner: Die Prüfung der Kostenseite im Grundschulbereich und der Umwandlung der Sekundarschule in eine Gesamtschule beginnt ja jetzt erst. Aber wir müssen uns eindeutig unserer Verantwortung im Bildungsbereich stellen. Bei der Georg-von-Boeselager-Schule etwa einfach zu sagen: Es fehlen 21 Räume, die müssen wir anbauen, wäre zu kurz gesprungen. Für Lösungen müssen wir auch quer denken und nach Alternativen schauen.

Wird das Auswirkungen auf das Ziel der Haushaltskonsolidierung 2023 haben?

Kalkbrenner: Wir halten natürlich weiter am Ziel der Haushaltskonsolidierung 2023 fest. Wenn wir Klarheit bei der Kostenseite haben, müssen wir sehen, welche finanziellen Auswirkungen das hat, und in den Ratsgremien beraten.

Bleibt denn überhaupt noch finanzieller Spielraum für das Rathaus-Gebäude, unabhängig von der Frage Erweiterung oder Neubau?

Kalkbrenner: Wir haben die für das Rathaus vorgesehenen Mittel zugunsten der Erweiterung der Grundschule Odendorf zur Verfügung gestellt. Aber natürlich bestehen die räumlichen Probleme im Rathaus weiter. Ich erinnere zum Beispiel daran, dass das Rathaus nicht barrierefrei ist, auch der Datenschutz ist nicht gewährleistet und die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung können ebenso wenig eingehalten werden wie die technischen Anforderungen an Arbeitsstätten. Eine schnelle Entscheidung sehe ich nicht, aber auf jeden Fall dringenden Handlungsbedarf. Wir prüfen zurzeit ein Provisorium in Holzmodulbauweise auf einem gemeindeeigenen Grundstück neben dem Rathaus in Ludendorf. Das soll natürlich nicht zum Dauerprovisorium werden. Denn die Probleme, die wir haben, müssen gelöst werden.

Wie sieht es denn überhaupt bei der Personalgewinnung aus? Die Gemeinde hatte ja jüngst einige Stellen ausgeschrieben.

Kalkbrenner: Die Resonanz auf die Ausschreibungen ist sehr unterschiedlich. Wir können feststellen, dass der Fachkräftemangel inzwischen bei den Verwaltungen angekommen ist. Aber wir können auch feststellen, dass wir als Gemeindeverwaltung doch sehr attraktiv sind für diejenigen, die in der näheren Umgebung wohnen.

Erfolgreich war ja die Ausschreibung für den neuen Ordnungsaußendienst, der seine Arbeit seit dem Sommer aufgenommen hat. Und auch die Stelle eines Wirtschaftsförderers konnten Sie besetzen.

Kalkbrenner: Das war in beiden Fällen wirklich eine tolle Situation mit einem guten Bewerberangebot. In beiden Fällen konnten wir gute, junge Fachleute mit einschlägiger Berufserfahrung einstellen.

Mit dem Kauf des Dietkirchen-Hofs geht eine neue Strategie der Gemeinde einher, Entwicklungen in den Ortschaften nicht Investoren zu überlassen, sondern sie selbst in die Hand zu nehmen. Wie soll das finanziert werden?

Kalkbrenner: Ich freue mich sehr, dass dieser Weg von Politik und Verwaltung gemeinsam gegangen wird. Bei der Finanzierung hilft uns der ISEK-Prozess. Für Dinge, für die Haushaltsmittel nicht reichen, haben wir dabei mit zu erwartenden Fördermitteln die Möglichkeit, steuernd einzugreifen. In Buschhoven sind wir schon einen Schritt weiter durch den bereits laufenden DORV-Prozess, den offenen Beteiligungsprozess zur Ortskernentwicklung mit einem multifunktionalen Nahversorgungszentrum unter Leitung des Planungsbüros DORV.

Die Nahversorgung ist aber nicht nur ein Thema für die großen Orte Buschhoven, Odendorf und Heimerzheim, vor allem auch für die kleineren. Was können Sie da tun?

Kalkbrenner: Hier geht es vor allem um Mobilität, Öffentlichen Personennahverkehr und Wirtschaftsförderung, alle drei greifen ineinander. Diese drei sind ein Paket, das für uns im ländlichen Raum wichtig ist. Auch wenn wir mit dem Landhüpfer schon viel erreicht haben, müssen wir an den Themen dranbleiben. So ist zum Beispiel Carsharing nicht nur für Städte ein Thema. Solche Modelle sind durchaus auch etwas, das ich mir für uns in Swisttal vorstellen kann.

Wie sind Ihre persönlichen Pläne? Werden Sie bei der Bürgermeisterwahl im Oktober wieder antreten?

Kalkbrenner: Selbstverständlich trete ich für das Amt der Bürgermeisterin gerne wieder an. Es bereitet mir Freude, gemeinsam mit der Politik und den Bürgern die Entwicklung Swisttals voran zu bringen. Swisttal ist schon jetzt in der Außenwirkung, in Bürgerbeteiligungen und bürgerschaftlichem Engagement viel präsenter geworden. Daran will ich gerne weiter mitarbeiten.