Neuer Wochenmarkt: So war die Premiere der Marktschwärmerei in Heimerzheim

Neuer Wochenmarkt : So war die Premiere der Marktschwärmerei in Heimerzheim

Heimerzheim hat einen neuen Wochenmarkt: Bei der Premiere auf dem Velten-Platz konnten Kunden am Dienstag kaufen und probieren.

Als am Dienstag die Dunkelheit einsetzte, wurde es auf dem Velten-Platz in Heimerzheim so richtig lebendig. Stände wurden aufgebaut, an denen es Gemüse, Obst, Honig, Brot, Milch und vieles gab. Es herrschte ein ständiges Kommen und Gehen von Menschen, die ihre bestellten Waren abholten, aber auch die Gelegenheit nutzten, verschiedene Produkte zu verkosten und sich mit den jeweiligen Produzenten über den Anbau oder die Tierhaltung zu unterhalten. Kurz: Es war der erste Verteiltag der Marktschwärmerei.

Mitten im Geschehen standen stolz und strahlend die beiden Initiatoren, Merle Faber und ihr Vater Stephan Faber. „Im Schwarm sind es jetzt schon insgesamt 260 Mitglieder und 13 Erzeuger. 88 Bestellungen werden am ersten Verteiltag bei zehn Erzeugern abgeholt“, sagten sie. „Wenn es so weiterläuft, ist es mehr als ein Erfolg.“ Zur Premiere kam auch Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner und äußerte sich begeistert: „Die Regionalität ist einfach optimal, sie bringt so viele Vorteile, und es ist eine unheimlich breite Palette von Produkten unter denen man wählen kann.“

Wie der GA berichtete, geht es unter dem Motto „Bauer to the People“ oder „Gib deinem Bauern die Hand“ bei dem Marktschwärmer-Projekt darum, die regionale Landwirtschaft mit ihren frischen Produkten zu stärken und lange Transportwege ebenso zu vermeiden wie das unnötige Wegwerfen von zu viel eingekauften Lebensmitteln. Geliefert wird nur das, was zuvor online oder per App bestellt und über ein Sicherheitsprogramm bezahlt wurde.

Der Bestellung wird eine Nummer zugewiesen, unter der die Waren am Verteilabend beim jeweiligen Produzenten abholbereit sind. Claudia Betsos und Amelie Vörding holten für ihre „drei- bis vierköpfige Patchworkfamilie“ Kartoffeln, Kohlrabi, Blumenkohl, Eier und Rote Bete ab. „Wir haben einfach mal das ganze Gemüse, das wir sonst kaufen, hier bestellt“, sagten sie. Die Familie versuche so oft wie möglich auf das Auto zu verzichten, und die Marktschwärmerei bietet dazu eine perfekte Gelegenheit. Die Familie wohnt nur rund 100 Meter vom Velten-Platz entfernt.

Während ihr Bruder sich vegetarisch ernähre, versuche sie im Winter möglichst auf Fleisch zu verzichten, um ihren ökologischen Fußabdruck so gering wie möglich zu halten, sagte Amelie Vörding, Schülerin der achten Klasse. Unter dem Stichwort Transparenz nutzten Verbraucher und Produzenten beim Abholtermin auch die Gelegenheit, einander kennenzulernen und miteinander ins Gespräch kommen.

Bei Monika Rönn vom gleichnamigen Obsthof holten die Kunden ihre Bestellungen ab und zudem verschiedene Säfte, Apfelchips, Apfel- oder Birnensorten probieren und ließen sich die Geschmacksrichtungen erläutern. Bei der Monschauer Bauernmolkerei konnten sie nicht nur Milch selbst zapfen oder verkosten, sondern auch etwas über die Viehhaltung auf dem Hof erfahren. Dort würden die Kälber nicht gleich von ihren Müttern getrennt, sondern würden zwischen acht und zehn Monaten gesäugt.

Infos auf www.marktschwärmer.de und auf Facebook unter @Marktschwaermer.Swisttal

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