Gespräch am Wochenende: „Ritterschlag“ für Swisttaler Folk-Band in Dublin

Gespräch am Wochenende : „Ritterschlag“ für Swisttaler Folk-Band in Dublin

Jörg Kaster und Wilfried Straube aus Dünstekoven haben 2014 die Folk-Band „Duo Garage and Friends“ gegründet. Die Folkmusiker haben inszwischen nicht nur in der Region, sondern auch in Ostfriesland und in Irland gespielt.

Wie ist es vor fünf Jahren zur Gründung der Band und zum Namen gekommen?

Wilfried Straube: Jörg hatte schon einige Jahre engen Kontakt zu Paddy Schmidt, dem Frontmann, Sänger und Gitarristen von „Paddy goes to Holyhead“. Als Paddy bei mir ein privates Konzert in der Garage gab, hatte Jörg die Idee, auch etwas vorzutragen. Und so habe ich meine alte Klampfe ausgepackt.

Jörg Kaster: Wir haben dann zwei bis drei Lieder als Vorgruppe von „Paddy goes to Holyhead“ gebracht. Wir hatten so viel Spaß, dass wir gesagt haben, wir wollen weiter machen und selbst Folk-Musik machen.

Hätte es auch ein anderes Musikgenre sein können?

Kaster: Nein, bei mir auf gar keinen Fall. Ich höre seit 25 Jahren diese Musik. Das ist einfach ein Lebensgefühl.

Straube: Das ist bei mir ganz genauso.

Was hat Irland denn so Besonderes, dass das Land für viele Menschen Sehnsuchtsland ist und die Musik so viele Fans hat?

Straube: Die Menschen in Irland sind einfach etwas Besonderes, man trifft nur freundliche, entspannte Menschen. In Dublin ist es zwar etwas hektischer, aber es herrscht überall mehr Leichtigkeit als hier bei uns.

Kaster: Im Westen von Irland ist es etwas weitläufiger als in Dublin. Da ist auch die Stimmung in der Landschaft etwas mystisch. Der Zusammenhalt der Menschen ist überall noch groß. Das merkt man vor allem in den Pubs, man kommt zusammen und macht Musik. Und jeder kann einfach mitmachen. Natürlich lieben wir aber auch Guinness und Whiskey.

Wie laufen denn beim Duo Garage and Friends die Proben ab?

Kaster: Wir beide können keine Noten lesen. Aber Wilfried beherrscht die Gitarrengriffe. Wenn wir irgendwo einen neuen Song hören, schicke ich den an Wilfried, der dann erst einmal die Gitarrenakkorde macht. Dann gehen wir den Song gemeinsam durch und erarbeiten ihn bei den Proben. Das geht nicht von jetzt auf gleich. Wir interpretieren die Stücke. Wir haben schon unseren eigenen Stil, den ich als „traditionell-treibend“ bezeichnen würde.

Straube: Wir haben uns am Anfang auch mal „die Musikbeschleuniger“ genannt. Wir spielten damals einfach alles zu schnell.

Wie kam es dazu, dass Duo Garage and Friends schon in Dublin im Mutterland des Irish Folk gespielt haben?

Kaster: Wir wurden eingeladen. Der Kontakt kam über unseren irischen Freund Mick McKeever zustande, der mit einer Buschhovenerin verheiratet ist und hier in seinem Ferienhaus Urlaub macht. Er hat den Auftritt in Dublin organisiert.

Ist es denn so etwas wie ein Ritterschlag, als deutsche Band in Dublin selbst Irish Folk zu spielen?

Straube: Ja, auf jeden Fall. Das ist schon ein bisschen wie Eulen nach Athen tragen. Wir hatten auch ganz schön Bammel. Aber die Iren waren ganz begeistert. Und wir waren sehr stolz, weil viele dachten, dass wir tatsächlich Iren sind, wie wir nachher erfahren haben.

Wird es irgendwann auch eigene Songs mit eigenen Texten geben?

Kaster: Ja, es ist einer in Arbeit. Wir haben Melodie und Text, aber noch keinen Titel. Mal sehen, vielleicht hat unser erster eigener Song im nächsten Jahr Premiere.

Sie sind ja alle berufstätig. Wie viele Konzerte sind da im Jahr überhaupt machbar?

Kaster: Wir schaffen so zehn bis 15 Konzerte im Jahr. Es ist jedes Mal schon sehr zeitaufwendig, denn es ist ja mit dem Auftritt allein nicht getan. Es muss ja auch alles vor- und nachbereitet werden.

Straube: Wir haben schon mehr Anfragen, aber wir bekommen zeitlich nicht mehr Auftritte hin.

Was wünschen Sie für Ihre Band für die Zukunft?

Kaster: Nachdem Gabi Dohmann, unsere Akkordeon-Spielerin, aus persönlichen Gründen ausscheiden musste, suchen wir noch neue Musiker, die Fiddle, Flöte oder Akkordeon spielen, damit wir uns musikalisch weiterentwickeln können.

Die nächsten Auftritte von Duo Garage and Friends: Am Donnerstag, 29. August, mit anderen Bands am Schloss Miel beim Abschluss-Konzert der Picknick-Konzerte, die die Mieler wegen des 50-jährigen Gemeindebestehens auf ganz Swisttal ausgedehnt haben (17 bis 22 Uhr). Am Samstag, 31. August, das Burgweiher-Fest in Buschhoven (17 bis 23 Uhr) und in der Evangelischen Versöhnungskirche Buschhoven am Samstag, 5. Oktober, 19 Uhr.

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