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Odendorf: Initiative will den alten Dorfsaal erhalten

Unterschriftenaktion gegen Neubau : Initiative will den alten Dorfsaal in Odendorf erhalten

Mit einer Unterschriftenaktion protestieren die Odendorfer gegen die Aufgabe des alten Dorfsaals im Ortskern und den Neubau eines Multifunktionsgebäudes. Nun hat die Bürgermeisterin zugesagt, mit den Bürgern zu sprechen.

Anwohner der Grundschule in Odendorf haben mit einer Unterschriftenliste „Einspruch“ gegen die Pläne der Gemeinde erhoben, den alten Dorfsaal aufzugeben und Veranstaltungen künftig in einem neuen Multifunktionsgebäude an der Grundschule Am Zehnthof stattfinden zu lassen. Im Gemeinderat hatte die Gruppe jüngst „um eine frühzeitige Einbindung“ gebeten.

Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner hatte zugesagt, dass mit den Anwohnern unmittelbar gesprochen werden soll. Die Kritiker treibt neben dem möglichen Verlust der „guten Stube“ im Ort auch der mögliche Lärm einer neuen, multifunktionalen Nutzung auf dem Areal der Grundschule um. „Es geht dem Dorf um den Erhalt unseres wunderschönen alten Dorfsaals“, heißt es von der Initiative. Man wolle wissen, ob es ein Forum gebe, in dem sich die Odendorfer „intensiv dazu äußern dürfen“. Mit der Dorfhaus AG, in der alle Nutzer des Dorfhauses vertreten sind, sei die Gemeinde laut Kalkbrenner in intensiver Kommunikation.

Intensive Kommunikation mit der Dorfhaus AG

„Von der AG haben wir die Rückmeldung, dass die Machbarkeitsstudie zum Multifunktionsgebäude positiv beurteilt wird.“ Insbesondere das Thema Lärm während der Bauarbeiten müsse erörtert werden, sagte Kalkbrenner dem General-Anzeiger. Sie wolle in jedem Fall mit den Anwohnern sprechen, um sie nicht nur über Details der Machbarkeitsstudie zu informieren, sondern vor allem über die vorgesehenen Nutzungen. Es sei keineswegs so, dass etwa wöchentlich Brauchtumsfeste vorgesehen wären.

Das Architekturbüro Koenigs Rütter hatte in der gemeinsamen Sitzung von Schul- sowie Bau- und Vergabeausschuss das Ergebnis der Machbarkeitsstudie zum neuen Multifunktionsgebäude vorgestellt. Demnach könne ein Neubau am bisherigen Standort der Grundschule realisiert werden. Nach den ersten Entwürfen, an dem laut Christoph Rütter noch zu feilen sein werde, könnte ein winkelförmiges Gebäude entstehen, in einem Bereich drei-, in dem anderen zweigeschossig.

Generationen von Odendorfern haben im alten Dorfsaal gefeiert. Statt einer Sanierung ist nun ein Neubau an an derer Grundschule geplant. Foto: Hans-Peter Fuss

Im ersten Entwurf ist ein gemeinsamer Haupteingang mit Foyer für Schule und Dorfsaal vorgesehen. Darüber hinaus ist für die Schule und die Offene Ganztagsschule ein weiterer Eingang sowie auf der Gebäuderückseite ein dritter Eingang für Anlieferung geplant. Auf der Rückseite sollten auch eine Küche, ein Barbereich und Lagerräume positioniert werden. Der neue Dorfsaal soll auf jeden Fall zweigeschossig sein, damit die notwendige Bühnen- und Veranstaltungstechnik untergebracht werden kann.

Die 420 Quadratmeter große Gesamtfläche ist für bis zu 500 Menschen bei einer Stehveranstaltung, 360 Menschen bei Theater-Reihenbestuhlung oder 200 Personen bei Tischbestuhlung ausgelegt. Der Saal selbst soll variabel mehrfach unterteilbar sein. Darunter ist im Souterrain in dem leicht abfallenden Gelände eine Gymnastikhalle vorgesehen.