"Marktschwärmerei" startet erstmalig in Heimerzheim

"Marktschwärmerei" in Heimerzheim : Regionale Bauern bieten ihre Produkte auf dem Gottfried-Velten-Platz an

Bauern aus der Region wollen mit der erstmalig in Heimerzheim stattfindenden "Marktschwärmerei" Kunden für ihre Produkte gewinnen. Die frischen Waren werden zuvor online bei den Landwirten bestellt.

Die Zeichen für eine erfolgreiche "Marktschwärmerei" stehen gut: In Kürze soll das Projekt in Swisttal starten, denn die dafür notwendige Mindestteilnehmerzahl von 150 ist deutlich mit 187 Mitgliedern überschritten. Ab November werden registrierte Kunden jeden Dienstag zwischen 17 und 19 Uhr ihre zuvor online bestellten frischen regionalen Waren von ebenfalls registrierten regionalen Landwirten und Produzenten auf dem Gottfried-Velten-Platz abholen können.

Unter dem Motto "Bauer to the People" geht es darum, die regionale Landwirtschaft mit ihren regionalen Produkten zu stärken und lange Transportwege ebenso zu vermeiden wie das unnötige Wegwerfen von zu viel eingekauften Lebensmitteln zu vermeiden. Denn geliefert wird nur das, was zuvor bestellt wurde. Unter dem Stichwort Transparenz können Verbraucher und Produzenten einander kennenlernen und direkt miteinander ins Gespräch kommen.

"Die Kunden können dann vom Erzeuger zum Beispiel erfahren wie er sein Gemüse anbaut und wie man es zu Hause am besten lagert", erklären die Initiatoren, die 20-jährige Merle Faber und ihr Vater Stephan aus Heimerzheim.

Kennengelernt hatten die beiden Heimerzheimer die Marktschwärmerei bei einer Veranstaltung des Netzwerks Solidarische Landwirtschaft (SoLaWi) auf dem Obsthof Rönn in Meckenheim-Ersdorf. "Die Idee kommt aus Frankreich. Wir wollen die Initiative nach Swisttal holen", sagt Merle Faber. und Vater Stephan ergänzt: "Bei uns in Heimerzheim hat es lange keinen Markt mehr gegeben, weil es sich nicht gelohnt hat. Mit Marktschwärmer bringen die Anbieter aber genau das mit, was vorher bestellt worden ist und was sie damit auch sicher verkaufen werden."

Die Produkte müssen nicht unbedingt Bio sein, aber ausschließlich aus eigenem Anbau oder eigener Produktion stammen. Bei tierischen Produkten werde Wert auf respektvollen Umgang mit den Tieren gelegt, so Merle, die sich vegan ernährt. Die Dachorganisation in Berlin gibt bestimmte Produkte vor. "Brot, Eier, Obst, Gemüse und Fleisch haben wir schon - und darüber hinaus auch Honig, Blumen, Bier und Wein", sagt die 20-Jährige.

Seit dem Start im Mai sind zehn Landwirte und Produzenten aus der Region zusammen gekommen, die ihre Betriebe im Schnitt in einer Entfernung von 19 Kilometern haben. Dazu zählen die Spezialitätenbäckerei "Laib & Seele" aus Rheinbach, "Lapinchen" aus Euskirchen mit Eiern, bestimmten Fleischsorten, Riletten und Pasteten aus eigener Herstellung, Gemüse, Kräuter, Pflanzen und Konserviertem vom Gemüsehof Steiger in Bornheim, Obst, Bio-Saft und weitere Produkte vom Obsthof Rönn in Ersdorf, Rindfleisch und mehr vom Hof Schmitz in Morenhoven, Milchprodukte von der Monschauer Bauernmolkerei, Bier von den Drachenfelser Brauzeugen aus Meckenheim, Wein, Traubensäfte und mehr vom Bioterrassen-Weingut Weber aus Lehmen an der Mosel, Blumen und Zierpflanzen vom Gartenbaubetrieb Mörs in Bornheim sowie Kräuter, Pflanzen und Gemüse von The Wild Cottage Garden in Brühl.

Unterstützung für die Marktschwärmer in Swisttal kommt auch von der Gemeinde und Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner. Die Gemeinde stelle den Velten-Platz kostenfrei zur Verfügung und bei schlechtem Wetter als Ausweichmöglichkeit das Alte Kloster, berichtet Stephan Faber. Als Mitglieder der Marktschwärmerei können Kunden sich kostenlos registrieren, die gewünschten Waren online von zu Hause bestellen und sie dann zum wöchentlichen Termin auf dem Velten-Platz in Heimerzheim abholen - und dabei den Bauern ihres Vertrauens die Hand geben und sie kennenlernen.

Mehr von GA BONN