Krea-Theater Morenhoven: Maria Vollmer mit "Sünde, Sekt & Sahneschnittchen"

Krea-Theater Morenhoven : Maria Vollmer mit "Sünde, Sekt & Sahneschnittchen"

Nach erfolgreichem Auftritt und zwei Zugaben im ausverkauften Morenhovener Krea-Theater stellte sich Maria Vollmer mit einer Schale voller Sahnebonbons an den Ausgang und verteilte die kleinen Kalorienbomben zum Abschied an ihr Publikum.

Verdient genoss sie an dieser Stelle die ehrlich gemeinten Komplimente und Dankesworte der Zuschauer. Zuvor präsentierte die Komödiantin am Freitagabend im Rahmen der Morenhovener Kabarett-Tage zwei kurzweilige Stunden ihr bereits zweites Programm ihrer bald fünfjährigen Solokarriere.

Mit "Sünde, Sekt & Sahneschnittchen" begibt sie sich darin in die Niederungen der "besten Jahre des Lebens", die sie demnach im Kölner Reihenhaus verbringt. Sie singt, tanzt und spielt dabei für und mit dem Morenhovener Publikum. Ihre Eingangsfragen, wer von den Anwesenden ebenfalls im Reihenhaus wohne und über einen Garten verfüge, markierten bereits die Eckpfeiler ihres Programms, das sich ausführlich dem Miteinander von Zwangs- und Zufallsnachbarschaften in der Reihenhaussiedlung widmet.

Und Maria Vollmer weiß, wovon sie spricht. Mit Mann und zwei Kindern wohnt sie im Reihenhaus in Köln-Nippes. Es ist zu hoffen, dass weder Gärtner, noch Dachdecker aus der Kölner Siedlung unter dem Publikum weilte, das sich bestens unterhielt. Diese Männer scheinen in vielerlei Hinsicht den Traumvorstellungen von Vollmers Nachbarinnen zu entsprechen, die sich manchmal nach etwas anderem sehnen als nach dem "Steuerfachbeamten mit Halbglatze und Bauchansatz", der zu Hause am Küchentisch sitzt.

Wie ein Mann auszusehen hat, demonstriert die Wahlkölnerin mit schwäbischen Wurzeln dann eindrucksvoll mit einem vor die Brust gebundenen Pappschild, das ihr ein ansehnliches Sixpack verpasst. So in etwa muss der Gärtner ausgesehen haben, dem auffallend viele Heranwachsende in der Siedlung "wie aus dem Gesicht geschnitten zu sein" scheinen. Dabei weiß Maria Vollmer, die als ihr Alter Ego "Marianne" auf der Bühne steht, dass der Trend zu "alten Eltern" zunimmt. Heutzutage sei es vollkommen normal, das erste Kind als Frührentner zu bekommen und dabei könne es passieren, dass zu einem Zeitpunkt, an dem die Kinder gerade aus dem Windelalter heraus sind, der Partner bereits anfängt, sich einzunässen.

Nach diesen drastischen Passagen ist es wohltuend, wenn Marianne zum Mikrofon greift und von ihrer Kaufsucht singt, die sie dank Internet aufs Feinste befriedigen kann. Auf die Melodie des Abba-Hits "Fernando" lässt Marianne ihre Hymne auf Zalando erklingen. Maria Vollmer kann singen. Und der Saal singt mit. Gäbe es etwas mehr Platz im Krea-Theater, das Publikum hätte sicher gerne mit ihr getanzt. Nicht zuletzt ihr "Nippeser Fruchtbarkeitstanz" ist ein Hit.

Der Samstagabend gehörte - ebenfalls bei ausverkauftem Haus - Inka Meyer. Ihr aktuelles Programm "Kill me, Kate!" nennt sie "eine moderne Komödie über die Tragödie, heute eine Frau zu sein". Als Theatermacherin Nora stellte Inka Meyer dem Publikum die Frage, was Shakespeares "Der Widerspenstigen Zähmung" 40 Jahre nachdem die ersten Frauen ihre BHs verbrannten, noch auf der Bühne zu suchen habe. Meyer entlarvte dabei einige unterhaltsam intelligente Rollenmuster zwischen Mann und Frau.

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