Ortsvorsteher-Serie: Ludendorf soll wieder wachsen

Ortsvorsteher-Serie : Ludendorf soll wieder wachsen

Gerade mal 530 Einwohner hat Ludendorf und gehört damit zu den kleineren Ortschaften in der Gemeinde Swisttal. Das Dorf ist in den vergangenen Jahren sogar "geschrumpft". Der wiedergewählte Ortsvorsteher Josef Breuer, seit 2006 im Amt, will das ändern. "Wir müssen unseren Ort weiterentwickeln", sagt er.

Deshalb spricht sich der 53-Jährige für die Ausweisung von neuem Bauland aus. Dies wird seiner Ansicht nach aber nur möglich sein, wenn die Ortsumgehung eines Tages gebaut wird. Dann würde der Teil der B 56, der Ludendorf tangiert, vom Durchgangsverkehr befreit. Links und rechts von dieser Straße, so hofft Breuer, könnten dann attraktive Bauflächen entstehen. Wann die bereits geplante Umgehung gebaut wird, steht allerdings noch nicht fest. Das hängt davon ab, wann das Land das Geld zur Verfügung stellt. "Über die Parteischiene" will sich der Christdemokrat Breuer dafür einsetzen, dass die Planung bald umgesetzt wird.

Ein weiteres Ziel von Breuer ist der Erhalt des Dorfhauses und damit auch der Erhalt des Vereinslebens. Beides sei untrennbar miteinander verbunden. Die Gemeinde wolle die Dorfhäuser unter die Regie der Vereine stellen. Die laufenden Betriebskosten und eventuelle Restaurierungen am Gebäude stellten aber für die Vereine (Kameradschaftsverein, Ludendorfer Jonge, Feuerwehr) ein finanzielles Problem dar. Deshalb will Breuer nun versuchen, mit der Gemeinde "einen Mittelweg" zu finden, der die Interessen aller "unter einen Hut bringt".

Die DSL-Verbindungen im Ort sind für Breuer "eine Katastrophe", weil sie nicht leistungsstark genug seien. Breuer will deshalb in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Swisttal an die Telekom herantreten, damit diese Abhilfe schafft. Als regelmäßiger Radfahrer, der auch häufig von Ludendorf nach Bonn zu seinem Arbeitsplatz als Teamleiter des Gebäudemanagements für das Kunstmuseum radelt, vermisst Breuer einen Radweg zwischen Odendorf und Buschhoven. Deshalb nehme er den Umweg über Flerzheim und Röttgen in Kauf, weil das Radeln auf der stark befahrenen B 56 zu gefährlich sei.

Auch für die Verbesserung des Busangebotes will sich Breuer einsetzen. Es gebe keine direkte Verbindung nach Bonn. Man könne entweder ab Odendorf mit der Bahn fahren oder nach Rheinbach und dort umsteigen oder über Heimerzheim nach Bornheim und dort in die Bahn. Das Problem bestehe in der geografischen Lage Swisttals zwischen den Städten Bonn, Rheinbach und Euskirchen. Dies habe zur Folge, dass die Verkehrsbetriebe die Gemeinde mit ihren Buslinien nur "anschnitten", es aber keine ausreichenden Verbindungen zwischen den einzelnen Swisttaler Orten gebe.

Wichtig ist für Breuer auch der Erhalt des Bolzplatzes im Ort, der sehr gut angenommen werde. Das vor allem deshalb, weil der neue Kunstrasenplatz in Odendorf ja nur für den Spiel- und Trainingsbetrieb geöffnet sei.

Bei all diesen Themen sieht sich Breuer als Bindeglied zwischen Bürgern und Verwaltung. Der aus Endenich 1991 "zugereiste" zweifache Familienvater ist Mitglied in den drei Ortsvereinen und auch im ADFC. Und als mittlerweile echter Ludendorfer ist er natürlich auch ein Karnevalsjeck.

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