Hilfswerk Tabea: Israelische Kinder zu Gast in Heimerzheim

Hilfswerk Tabea : Israelische Kinder zu Gast in Heimerzheim

Einfach nur spielen und jede Menge Spaß haben - ohne Angst. Dieser Wunsch hat sich für David, Sarah, Baruch, Avital, Halel und Schimon erfüllt. Sie sind sechs von 26 israelischen Kindern zwischen sieben und 13 Jahren, die für zehn Tage auf Einladung des christlichen Hilfswerks Tabea in Heimerzheim zu Gast sind und dabei die sich derzeit täglich verschlimmernden militärischen Auseinandersetzungen zwischen ihrem Heimatland und der palästinensischen Hamas für kurze Zeit vergessen können.

Die Kinder stammen alle aus Tel Aviv und der näheren Umgebung. Viele von ihnen sprechen neben Neuhebräisch (Iwrit) auch Russisch, manche ein wenig Englisch. Und sie sind alle zum ersten Mal in Deutschland. In vier großen mit Betten ausgestatteten Zelten sind die Jugendlichen untergebracht. Die Betreuung und das tägliche Kochen in der Industrieküche übernehmen 15 freiwillige Helfer von Tabea.

"Nach 2009 und 2011 veranstalten wir das dritte Zeltlager für jüdische Kinder. Aber zum ersten Mal betreuen wir so junge Kinder", sagt Jakob Dück von Tabea, der sich für das Zeltlager eigens Urlaub genommen hat. Tabea ist nicht nur ein Verein, sondern auch eine baptistische Gemeinde. Und seit Jahren pflegen er und der Verein Privatkontakte nach Israel. Über die privaten Beziehungen wurden die Kinder auch für den Kurzurlaub ausgewählt.

Das Programm ist vielfältig. Nicht nur Besichtigungstouren nach Köln, zum Drachenfels und zu den Heimerzheimer Burgen stehen auf der Agenda, auch Bogenschießen, Fußball- und Hockeyspielen sowie Besuche im Bornheimer Schwimmbad sorgen für Abwechslung.

Besonders genießen die Kinder das Spielen mit Wasser. "Das ist in Israel wegen der Wasserrationierung verboten. Deshalb finden sie das auch ganz, ganz toll", erklärt Dück. Der 31-jährige gebürtige Ukrainer kommuniziert mit einigen der Kinder auf Russisch. So zum Beispiel mit der elfjährigen Isabella Bristovetzky aus Arad. "Mir gefällt vor allem die Natur und das viele Grün in Deutschland", zeigt sie sich von ihrem ersten Aufenthalt hier begeistert.

"Mir gefallen vor allem die Klinkerhäuser. Bei uns sind nämlich alle Häuser viereckig und aus Beton", fasst Vitali Talko seine Eindrücke zusammen. Der Zwölfjährige, der in der Nähe der Grenze zum Libanon wohnt und miterlebt hat, wie auf seine Straße drei Bomben gefallen sind, will in Deutschland nur Spaß haben. Er habe kein Heimweh nach zu Hause, wünschte sich aber dennoch, dass seine Eltern dabei wären, sagt Vitali. Von der Reise nach Deutschland hat der Jugendliche über seine messianische Gemeinde erfahren.

Manchmal kommen auch Heimerzheimer Kinder an dem Zeltlager vorbei, die das Gelächter hinter dem Zaun an der Breniger Straße anlockt. "Wenn jemand mitspielen möchte, kann er das gerne machen", sagt Jakob Dück. "Wir wollen, dass die Kinder sich bei uns erholen." Noch bis Donnerstag sind die jungen Israelis in Deutschland zu Gast.

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