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Interview mit Petra Kalkbrenner: "Ich werde die Bürger mitnehmen"

Interview mit Petra Kalkbrenner : "Ich werde die Bürger mitnehmen"

Wer wird Bürgermeisterkandidat der Swisttaler CDU? Petra Kalkbrenner setzt auf ihre Erfahrung im Rathaus.

Über den Umweg Pirna in Sachsen kam Petra Kalkbrenner im Jahr 2001 zurück ins Rheinland. Im Swisttaler Rathaus ist sie seit 2001 als Beigeordnete die Stellvertreterin von Bürgermeister Eckhard Maack. In dessen Fußstapfen will sie nun treten.

Um dieses Ziel zu erreichen, muss sie am Donnerstag, 20. November, 19 Uhr, im Odendorfer Dorfhaus zunächst die Abstimmung unter den Swisttaler CDU-Mitgliedern gegen ihren Mitbewerber Bernd Großmann gewinnen.

Sie haben jetzt vier Vorstellungsrunden in Buschhoven, Miel, Odendorf und Heimerzheim hinter sich. Wie sind diese Abende aus Ihrer Sicht gelaufen? Wie war die Resonanz?
Petra Kalkbrenner: Gefreut hat mich das große Interesse der CDU-Mitglieder, die sich engagiert eingebracht haben. Ich konnte feststellen, welche Themen die Bürger bewegen. Das sind besonders Nahversorgung, Mobilität, Dorfkerne und Verkehr.

Warum wollen Sie als Bürgermeisterkandidatin für die CDU ins Rennen gehen?
Kalkbrenner: Mir sind christliche Werte wie soziales Miteinander, Gerechtigkeit und Toleranz wichtig. Dafür steht die CDU.

Was können Sie besser als Ihr Mitbewerber?
Kalkbrenner: Ich habe in Führungspositionen viel an Verwaltungskompetenz gezeigt. Die Grundlage für eine gute Verwaltungsführung bildet meine juristische Ausbildung. Mir liegt es, mit Bürgern zu kommunizieren und gemeinsam konstruktive Lösungen zu erarbeiten.

Ihre Partei, die CDU, hat bei der Kommunalwahl im Mai dieses Jahres stark verloren. Wie wollen Sie diese Stimmen zurückholen, falls Sie zur Kandidatin gewählt werden?
Kalkbrenner: Ich werde als Kandidatin der CDU die Swisttaler Bürger bei Entscheidungen mitnehmen. Die CDU kann auf eine breite bürgerliche Basis bauen, die viel bewegen kann.

Nach der 24 Jahre währenden Ära Maack in der Verwaltungsspitze: Was werden Sie im Rathaus ändern, falls Sie Bürgermeisterin werden?
Kalkbrenner: Den Weg zu einem modernen Dienstleistungsunternehmen werde ich konsequent umsetzen. Hierzu gehören für mich Transparenz, Bürgernähe und eine schnelle kompetente Bearbeitung der Bürgeranliegen.

Welche Konzepte haben Sie, um die Finanzen der Gemeinde in Ordnung zu halten?
Kalkbrenner: Der Konsolidierungskurs führt uns mittelfristig bis 2023 zu einem ausgeglichenen Haushalt. Grundsätzlich muss jedoch für die Kommunen die finanzielle Ausstattung durch Bund und Land verbessert werden. Dies gilt gerade für ländliche Kommunen wie uns.

Wie wollen Sie Betriebe in die Gemeinde holen und damit Arbeitsplätze sichern?
Kalkbrenner: Um die erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre bei der Gewerbeansiedlung fortzusetzen, benötigen wir dringend neue Gewerbeflächen in Heimerzheim sowie eine Erweiterung in Odendorf. Weiterhin werde ich mich als direkte Ansprechpartnerin um die Situation der Swisttaler Gewerbetreibenden kümmern.

In dem Zusammenhang: Viele Betriebe klagen über leistungsschwache DSL-Verbindungen. Wie können Sie helfen?
Kalkbrenner: Ich habe aktuell mit einem Anbieter für Ludendorf, Essig und den nördlichen Teil von Odendorf eine leitungsgebundene Verbesserung der Breitbandversorgung initiiert. Die nächsten Schritte sind Bürgerversammlungen. Außerdem setzen wir uns bei den vorhandenen Anbietern für eine Optimierung ein.

Der CDU wurde im Wahlkampf vorgeworfen, sie habe bei wichtigen Entscheidungen die Bürger nicht "mitgenommen". Stehen Sie für mehr direkte Mitbestimmung der Bürger? Wie soll diese konkret aussehen?
Kalkbrenner: Die Bürgerdialoge, eine Bürgerbefragung und Workshops zum Flächennutzungsplan, Gemeindeentwicklungskonzept, zum Netto-Markt in Buschhoven sowie zur Gestaltung der Mieler Mitte sind positive Beispiele für eine erfolgreiche Bürgerbeteiligung. Dies werde ich intensiv fortführen.

Von der vom Bund gewollten Energiewende ist auch Swisttal betroffen. Wo sollten Windräder aufgestellt werden?
Kalkbrenner: Die Diskussion zu Standorten für Windräder läuft über das Verfahren der Aufstellung des Teilflächennutzungsplans. Wichtig ist es, ein transparentes Verfahren unter der Einbeziehung und der Möglichkeit der Einbringung aller Bürger zu gestalten.

Wie sichern Sie künftig, dass die Dorfkerne lebendig bleiben?
Kalkbrenner: Eine Patentlösung gibt es hier nicht. Auch hier bedarf es individueller Gesprächsrunden. Zu diesem Thema ist es nötig, für jeden einzelnen Ortsteil mit seinen Besonderheiten einen eigenen Dialogkreis zu bilden. Hier müssen wir alle gemeinsam an einem Strang ziehen und Kraft, Energie und Ideen einbringen.

Wo sehen Sie Platz für neue Baugebiete?
Kalkbrenner: Die Flächen für neue Baugebiete wurden nach einer breiten Beteiligung als neu aufgestellter Flächennutzungsplan für die Gemeinde Swisttal beschlossen. Auch in den kleinen Ortsteilen ist eine Fortentwicklung für den Eigenbedarf zu ermöglichen. Ebenso wichtig ist die Fortentwicklung der bestehenden Quartiere und Baulücken.

Das Sportstättenkonzept ist jetzt beschlossen. Welche großen Projekte stehen in Swisttal in den nächsten Jahren an?
Kalkbrenner: Große Themen sind Dorfkerngestaltungen, Verbesserung der Breitbandversorgung, Finanzsicherung. Die Großprojekte der nächsten Jahre möchte ich gemeinsam mit der Politik und vor allem den Bürgern herausfinden und angehen. Weitere Themen sind für mich der Erhalt der Infrastruktur für Familien, also Kindergarten, Grundschule, weiterführende Schulen, genauso wie inklusions- und seniorengerechte Gestaltung unserer Gemeinde.

Was machen Sie, wenn Sie am Donnerstag die Abstimmung verlieren?
Kalkbrenner: Dann werde ich Herrn Großmann gratulieren.

Zur Person

Petra Kalkbrenner (50), geboren in Aachen, wuchs in Schleiden auf und machte dort am Bischöflichen Clara-Fey-Gymnasium Abitur. Sie studierte in Bonn und München Jura, arbeitete als Rechtsanwältin in Aachen und leitete von 1994 bis 2001 das Rechtsamt der Stadt Pirna, ehe sie Beigeordnete in Swisttal wurde. Sie leitet auch die Projektentwicklungsgesellschaft für das Odendorfer Gewerbegebiet. Kalkbrenner lebt mit Ehemann und Tochter in Odendorf. Zu ihren Hobbys zählt sie Lesen, Schwimmen und Tennis.