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Heimerzheimer Sportverein hofft auf zwei neue Plätze: Hybridrasen statt Tennenbelag

Heimerzheimer Sportverein hofft auf zwei neue Plätze : Hybridrasen statt Tennenbelag

Auch mit seinen 71 Jahren ist Heinz Schucht noch topfit. Der Vorsitzende des Spiel- und Sportvereins (SSV) Heimerzheim trainiert die Bambini-Mannschaft und gibt den jungen Kickern lautstark Anweisungen.

Er hofft sehr, dass er dies bald auf Hybridrasen und nicht auf dem zurzeit staubigen Tennenbelag tun kann. Denn der SSV möchte abweichend vom ursprünglichen Sportstättenkonzept, das den Bau eines Kunstrasenplatzes vorsah, einen Hybridrasenplatz und einen kleinen Trainingsplatz auf dem Lagergelände in Richtung Kottenforst bauen. Die Planung ist fertig, am morgigen Mittwoch befasst sich der Bau- und Vergabeausschuss des Swisttaler Gemeinderates ab 17.30 Uhr im Rathaus mit dem Antrag des SSV.

Die Verwaltung stellt den Politikern zwei Beschlussvorschläge zur Diskussion: dem Antrag des SSV zu folgen oder aber beim Ratsbeschluss vom Februar 2012 zu bleiben und einen Kunstrasenplatz zu bauen.

Der Hybridrasen ist ein Naturrasen, dessen Wurzeln in einem Kunststoffgeflecht Halt finden. Wie Schucht erläutert, sei der Hybridrasen um 50 Prozent stärker belastbar und verfüge daher auch über eine wesentlich längere Lebensdauer als Kunstrasenplätze, deren Beläge nach etwa 13 bis 15 Jahren erneuert werden müssten. Schucht hofft, dass die Politiker dem Antrag des SSV zustimmen. Im Vorfeld hätten sich die Vertreter aller Fraktionen jedenfalls positiv geäußert.

Der Vorsitzende sagt, die beiden neuen Plätze seien sehr wichtig für die Zukunft des Vereins. Denn immerhin spielten 110 Kinder und Jugendliche in sieben Mannschaften. Ziel sei es auch, im nächsten Sommer wieder eine Seniorenmannschaft für den Spielbetrieb zu melden. Der Bau eines Kunstrasenplatzes hätte 550.000 Euro gekostet.

Zur Finanzierung hätte der SSV einen Kredit über 200.000 Euro über eine Laufzeit von 20 Jahren aufnehmen müssen. "Das hätten wir nicht gemacht", sagt Schucht. Die Hybridlösung kostet nur 441.000 Euro (250.000 Euro großer Platz, 191.000 Euro Nebenplatz), für den Verein bleibt ein Finanzierungsanteil von 109.000 Euro. Eine Summe, die der SSV laut Schucht stemmen kann.

Für das Rheinbacher Landschaftsarchitektur-Atelier Esser, das das Konzept für den SSV entworfen hat, ergibt sich für den Verein und die Gemeinde Swisttal eine Win-Win-Situation: Der SSV muss einen deutlich geringeren Kredit aufnehmen, und die Gemeinde spart sich in 15 Jahren den Kauf eines neuen Kunstrasenbelags. Das Büro Esser zählt weitere Vorteile der Hybridlösung auf: geringe Verletzungsgefahr, Produktion von Sauerstoff, Verbesserung des Kleinklimas, Bindung von Kohlendioxid, Schwefeldioxid und Sauerstoff.

In den Kosten sind der Einbau des Hybridrasens mit dauerhafter Linierung, die Anpassung der Bewässerung sowie die Installierung von Ballfangzäunen und neuen Toren enthalten. Dies sei auch für den 60 mal 40 Meter großen Nebenplatz vorgesehen. Die Leichtathletik- und Schulsportanlage soll komplett erhalten bleiben. Geplant sind auch zwei neue Spielerkabinen sowie die Anlage eines Bouleplatzes.

Schucht hofft nun, die Zustimmung des Bauausschusses vorausgesetzt, dass noch vor dem Sommer mit dem Umbau begonnen werden kann. Mit Eigenleistungen wie etwa Pflasterarbeiten will sich der Verein beteiligen.