Zwei Jahrhunderte in Familienhand: Gasthaus „Zum Römerkanal“ in Buschhoven hat lange Tradition

Zwei Jahrhunderte in Familienhand : Gasthaus „Zum Römerkanal“ in Buschhoven hat lange Tradition

Franz-Josef Geuer hat die Geschichte des Gasthauses „Zum Römerkanal“ in Buschhoven erforscht, durch dessen Garten ein Schacht zur Wasserleitung der Römer führt.

Nein, der Römerkanal ist nicht nach der gleichnamigen Gaststätte in Buschhoven benannt worden. Es war wohl doch eher umgekehrt. Dennoch: Das Haus hat eine lange Tradition. Und dieser Tradition ist der Waldorfer Hobbyhistoriker Franz-Josef Geuer nachgegangen. Geuer betreibt auch gerne Ahnenforschung. Als er in Kirchenbüchern die Geschichte seiner eigenen Familie erforschte, stieß er auch auf den Namen Fuß und so auf die Geschichte des Buschhovener Traditionsgasthauses „Zum Römerkanal“. In diesem Gasthaus, das heute von Rolf Fuß geführt wird, stellte er jüngst seine Ausarbeitung vor.

Schon vor 1800 hieß das Lokal „Zum Römerkanal“, weil im Garten ein Schacht zur Wasserleitung der Römer führt. 1793 brannte das Haus ab, wurde aber wieder aufgebaut. Wie aus der 1982 von August Simon veröffentlichten Chronik von Buschhoven hervorgeht, gehörte es dem gebürtigen Dünstekovener Clemens Creutzberg, der die Buschhovenerin Margarethe Scheben geheiratet hatte. Nach seinem Tod im Jahre 1800 übernahm Sohn Heinrich Creutzberg die Gaststätte.

1806 fand im „Römerkanal“ eine Versammlung statt, in der es um die Umlage für die Reinigung der drei Dorfbrunnen ging. Die Liste der Hausbesitzer umfasste 20 Namen. Wirt Heinrich Creutzberg starb 1833. Sein Schwager Johann Peter Stolz übernahm das Lokal. Er starb 1849. Dessen Sohn Franz-Anton führte die Wirtschaft weiter bis zur Hochzeit seiner Tochter Anna Sibilla Stolz mit dem aus Heimerzheim stammenden Bertram Fuß. Das war im Jahre 1871.

Nach dem Tod von Bertram Fuß 1898 übernahmen dessen Sohn Heinrich Josef Fuß mit Frau Anna Maria die Gastwirtschaft. Sie waren die Eltern von Franz Fuß, dem 1988 verstorbenen Vater des heutigen Wirts Rolf Fuß.

Wie Geuer erläuterte, ist es eine Seltenheit, dass ein Gasthaus nun schon mindestens 220 Jahre im Besitz einer Familie ist. Er wartete mit Details der Familiengeschichte auf, die auch die heute lebenden Mitglieder mit Seniorchefin Anneliese Fuß an der Spitze nicht bekannt waren.

Und die nächste Generation steht schon in den Startlöchern. Jonas heißt der jüngste Spross. Er ist elf Monate alt und der Sohn von Sebastian und Elisabeth Fuß.

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