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Erweiterung der Kiesgrube Flerzheim gestoppt: "Ein guter Tag für Buschhoven"

Erweiterung der Kiesgrube Flerzheim gestoppt : "Ein guter Tag für Buschhoven"

Politiker in der Region begrüßen das Urteil des Verwaltungsgerichts Köln gegen eine Erweiterung der Kiesgrube Flerzheim in Richtung Buschhoven.

Swisttals Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner: "Das ist ein guter Tag für Buschhoven. Die Bezirksregierung Köln hat im Regionalplan die Mengengerüste detailreich aufgearbeitet und dem Regionalrat für dessen Abwägung unterbreitet." Sie dankt dem Regionalrat und dem Landschaftsschutzverein Kottenforst (LSK) für deren Engagement, ebenso dem Swisttaler Rat und dessen Gremien.

Der Bebauungsplan lege die wichtige Funktion dieses wertvollen Landschaftsbereichs für die Erholung der Bürger und die Erhaltung des Landschaftsraums für Fauna und Flora fest. "Wir werden auch in Zukunft das Thema Quarzgewinnung gemeinsam mit dem Landschaftsschutzverein, den Bürgerinnen und Bürgern, den Planungsbehörden sowie den Ratsgremien kritisch begleiten."

Erleichtert ist auch der Landschafts-Schutzverein (LSV) Bornheim. Dessen Vorsitzender Michael Pacyna sieht in dem Urteil eine sachgerechte Entscheidung. Die von den Kieswerken Rheinbach beantragte Ausweitung ihres Bergbaus sei ein klarer Verstoß gegen die Festlegungen im Regionalplan. Dieser schreibt fest, außerhalb der im Plan dargestellten Konzentrationszonen keine weiteren Abgrabungen von hochreinem weißen Quarzkies mehr zuzulassen.

Pacyna: "Entgegen der Behauptung der Kieswerke wurde der Bedarf an diesem Rohstoff sauber ermittelt. Das hat das Gericht bestätigt. Eine Entscheidung zugunsten des Bergbau-Unternehmens hätte auch für die Bornheimer Landschaft katastrophale Folgen. Hätte das Gericht den Regionalplan hinsichtlich seiner Beschränkung des Quarzkies-Abbaus auf ausgewiesene Konzentrationszonen als unwirksam erklärt, wären auch bei uns Tür und Tor für neue Bergbau-Anträge geöffnet. Insofern hat das Kölner Urteil auch für Bornheim eine hohe Bedeutung."

Auch der Rheinbacher SPD-Ratsherr Dietmar Danz begrüßt die Entscheidung des Verwaltungsgerichtes. Er weist darauf hin, dass die Pläne des Betreibers der Kiesgrube vorsahen, die Abbaufläche bis auf rund 380 Meter an den Ortsrand von Buschhoven auszudehnen. "Dieser weiteren Verkraterung der Landschaft hat das Verwaltungsgericht einen Riegel vorgeschoben", erläutert Danz.

"Ich erinnere an den Versuch der Kieswerke Rheinbach, sehr frühzeitig vollendete Tatsachen zu schaffen. Während der Beratungsphase zum Regionalplan und der damit vorgesehenen Ausweisung einer Konzentrationszone, allerdings nicht in Flerzheim, sollten durch eine vorzeitige Beantragung einer Erweiterung langfristig Abbauflächen gesichert werden", so der sozialdemokratische Kommunalpolitiker.

Im Rahmen der Beteiligung habe seinerzeit die Stadt Rheinbach als Träger öffentlicher Belange mit den Stimmen von CDU und FDP einer möglichen Erweiterung der Kiesabbaufläche in Richtung Buschhoven zugestimmt. "Schon damals habe ich mein Unverständnis für die Haltung von Bürgermeister Raetz und meiner Flerzheimer CDU-Ratskollegen formuliert, wie leichtfertig mit kommunaler Solidarität umgegangen wird", so Danz abschließend.