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Notarzteinsatz in Swisttal-Buschhoven: Die kleine Luna kommt im Auto zur Welt

Notarzteinsatz in Swisttal-Buschhoven : Die kleine Luna kommt im Auto zur Welt

Luna kam am Freitag auf dem Gelände der Jet-Tankstelle in Buschhoven zur Welt. Die Eltern waren auf dem Weg ins Marienhospital in Bonn. Die Familie ist wohlauf.

Die kleine Luna ist 52 Zentimeter groß, wiegt 3.330 Gramm und hat bereits einen dichten, dunklen Haarschopf. Ein gesundes Kind, wie viele andere auch. Allerdings werden die weitaus meisten Kinder in den Kreißsälen der Krankenhäuser geboren und nicht -- wie Luna -- im Auto der Eltern auf dem Gelände einer Tankstelle. Doch der Reihe nach.

Es ist Freitag, der 13. Januar. Dieser Tag wird für Yvonne Bartz kein Unglückstag werden. Im Gegenteil. Die 29-jährige Teamleiterin der Spielothek Euskirchen ist bereits im Mutterschaftsurlaub. In 13 Tagen soll ihr Kind zur Welt kommen. So ist es jedenfalls ausgerechnet. Um 11 Uhr setzen bei ihr leichte Wehen ein. Sie misst ihnen aber keine große Bedeutung zu und fährt von ihrem Haus in Groß-Vernich bei Weilerswist nach Euskirchen, um die Kollegen in der Spielothek zu besuchen.

Papa Alexander fuhr den Passat in Richtung Marien-Hospital

Während des Besuchs werden die Wehen immer stärker. Yvonne Bartz fährt nach Hause und ruft um 15.30 Uhr ihren Mann Alexander an: "Ich glaube, es geht los." Der 31-Jährige ist Abteilungsleiter beim Kaufhof in Leverkusen. Er setzt sich sofort in seinen Passat und fährt nach Hause. Gegen 16 Uhr kommt er in Groß-Vernich an. Yvonne Bartz zieht sich noch schnell um, dann startet das Ehepaar gegen 16.15 Uhr über die A61 in Richtung Bonn. Die beiden wollen ins Marienhospital, denn dort wurde 2014 auch ihr erstes Kind Alessandro geboren.

Über die Abfahrt Swisttal-Miel verlässt Alexander Bartz die A61 und biegt auf die B56 ab, weiter in Richtung Bonn. Während der Fahrt werden die Wehen seiner Frau immer stärker. Sie hält sich an seinem rechten Arm fest. "In Höhe von Buschhoven ist die Fruchtblase geplatzt", erzählt Yvonne Bartz einen Tag nach der Geburt. Inzwischen ist es 16.30 Uhr. Ihr Mann biegt von der B56 rechts ab auf das Gelände der Jet-Tankstelle. Er rennt in den Shop und bittet die Angestellte, einen Rettungswagen zu rufen. Seine schwangere Frau sitze im Auto in den Wehen, das Kind könne jeden Moment kommen. "Wir schaffen es nicht mehr bis ins Krankenhaus."

Die Notärztin nahm das Baby im Auto auf

Die Angestellte Elena Foitzik an der Kasse reagiert schnell. Die 21-Jährige wählt den Notruf 112 und schildert der Rettungsleitstelle des Rhein-Sieg-Kreises die Situation. Nach wenigen Minuten, um 16.38 Uhr, ist der Rettungswagen der Malteserwache Rheinbach samt Notärztin Heike Roeben an der Tankstelle. Yvonne Bartz hat ihren Sitz im Auto bereits zurückgeklappt und die Beine hochgezogen.

"Die fünf Minuten vor der Geburt waren echt heftig", berichtet sie am Samstag. "Ich habe gepresst und gepresst, und dann war das Kind auch schon da." Die Notärztin nimmt es auf, durchtrennt die Nabelschnur und wickelt das Kind in eine Thermodecke. Es ist 16.41 Uhr. "Eine solche Geburt habe ich zum ersten Mal erlebt", sagt die erfahrene Ärztin einen Tag danach. Auch für Sanitäter Sebastian Geintzer, seit 2008 im Dienst, ist dieser Einsatz eine Premiere.

Mutter und Baby sind wohlauf

Nach der Geburt im Auto werden Mutter und Kind zunächst im Rettungswagen versorgt. Sie sind wohlauf, es gibt keine Komplikationen. Währenddessen läuft der Betrieb in der Tankstelle weiter. Kunden fragen Elena Foitzik, was denn draußen los sei. Dann betritt der junge Vater den Shop, meldet die Geburt und kauft noch zwei Rollen Zewa. Anschließend fährt der Rettungswagen mit Mutter und Kind ins Malteser-Krankenhaus auf den Hardtberg. Nach einer kurzen Nachbehandlung verbringt die Mutter eine ruhige Nacht. "Ich habe gut geschlafen, hatte keine Probleme", sagt sie.

"Unproblematischer, als vor zwei Jahren die Geburt unseres Sohnes"

Am Samstag erlauben die Eltern ausdrücklich einen Besuch auf der Neugeborenenstation und berichten entspannt über die Geburt ihrer Tochter. Sie danken der Tankstellen-Angestellten, der Notärztin, den Sanitätern und dem Team im Malteser-Krankenhaus für die Hilfe in dieser außergewöhnlichen Situation. "Die Entbindung im Auto ging unproblematischer vor sich als vor zwei Jahren die Geburt unseres Sohnes", berichtet die Mutter. Angst habe sie im Auto nicht gehabt, wohl aber ihr Mann. Jetzt freuen sich Yvonne und Alexander Bartz auf ruhige Tage mit Luna und Alessandro zu Hause in Groß-Vernich. Aufregung gab es ja am Freitag genug.