Bürger gefragt: "Die Buschhovener kaufen dort, wo sie Lust haben"

Bürger gefragt : "Die Buschhovener kaufen dort, wo sie Lust haben"

Der Arbeitskreis der Bürger für Swisttal hat Bewohner zum Thema Nahversorgung befragt. Die Ansiedlung eines Netto-Markts ist nicht gewünscht, so ein Ergebnis.

Der "Arbeitskreis (AK) Gemeindeentwicklung" der Bürger für Swisttal (BfS) rückt das Thema Nahversorgung in seinen Fokus. Unter der Leitung seines Sprechers André Gentz hat der AK eine Bürgerbefragung durchgeführt, bei der in persönlichen Interviews rund Hundert Bürger in Buschhoven, Ollheim und Straßfeld befragt wurden.

In diesen Ortschaften sei der Anfang gemacht worden, sagte Gentz dem GA. Grundsätzlich aber gehe es den BfS um die Nahversorgung in der gesamten Gemeinde. Das Fazit aus dieser ersten Befragung: "Die Netto-Markt-Ansiedlung am Fienacker zwischen Buschhoven und Morenhoven ist gegen den Willen der Bürger, kommt zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt und verbaut den Weg für andere Versorgungsmodelle.

Ein Netto-Markt allein wird kein Anziehungspunkt sein und auch nicht der Nahversorgung dienen", so Gentz. Die Befragung habe ergeben, dass nur 12,6 Prozent der Befragten ausschließlich im Ort einkauften, 40,8 Prozent im Ort sowie anderswo, 8,8 Prozent kauften unterwegs beziehungsweise auf dem Arbeitsweg und lediglich 25,2 Prozent nicht in einer der nahe gelegenen Städte.

"Die Buschhovener kaufen dort, wo sie Lust dazu haben, zum Beispiel in Rheinbach, Bonn oder Meckenheim. Viele kaufen auch dort ein, wo sie arbeiten, oder dort, wo sie gleichzeitig andere Dinge erledigen.

Die Gründe sind sehr vielschichtig", sagt Gentz. Die Ortsmitte von Buschhoven aber diene so wie in Heimerzheim und Odendorf der fußläufigen Versorgung. Der neue Netto biete dies nur wenigen Buschhovenern. Die Mehrheit müsse folglich ein Fahrzeug nutzen und werde weiterhin nach Bonn, Rheinbach, Meckenheim und zu anderen größeren Versorgungspunkten fahren.

Ein weiteres Ergebnis der Befragung ist nach BfS-Angaben der Wunsch nach regionalen Versorgern im Ortskern, etwa einem Hofladen oder Wochenmarkt. Da stellt sich allerdings die Frage, wieso es der Frischemarkt nach dem Franchise-System von Mauel so schwer hatte und schließen musste.

"Wir denken, die Leute wollen Nahversorgung und regionale Produkte. Aber nicht so sehr, dass sie bei beliebigen Preis-Leistungsverhältnissen zugreifen. Wenn das Preis-Leistungsverhältnis nicht stimmt, fahren sie woanders hin", schließt Gentz daraus. Was Leerstand anbelangt, sieht er den "Schmerzpunkt dann erreicht, wenn die Ortsmitte von Buschhoven sich negativ verändert". Dann würden junge Familien überlegen, ob sie überhaupt nach Buschhoven zögen, und ältere, ob sie andernorts in ein Wohnstift gehen.

Nischen hätten durchaus eine Chance in einem Gesamtgebilde. Möglicherweise könne sich im Zuge eines Gesamtkonzeptes für Swisttal ein ganz neues Nahversorgungsmodell ergeben, das sich auch an Radwegen und dem Öffentlichem Personennahverkehr orientiere.

Man könne auch über ein System nach Art der CAP-Märkte nachdenken. Dabei handelt es sich um zentrumsnahe Lebensmittelmärkte mit frischen Produkten in umfangreichem Sortiment, die Menschen mit Behinderungen beschäftigen.

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