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Entsorgung im Rhein-Sieg-Kreis: Der Kompost kommt in den Tunnel

Entsorgung im Rhein-Sieg-Kreis : Der Kompost kommt in den Tunnel

Die Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft (RSAG) investiert 8,5 Millionen in die Modernisierung der Bioabfallanlage in Miel.

Die Rhein-Sieg-Abfallwirtschaftsgesellschaft (RSAG) hat Pläne auf dem Gelände ihrer Entsorgungsanlage in Miel. Dort soll die Hallenanlage für Bioabfalkompostierung, die dort seit 1998 in Betrieb ist, um eine Anlage erweitert werden: Dabei handelt es sich um eine sogenannte Anlage für Tunnelkompostierung. Die RSAG will rund 8,5 Millionen Euro investieren und die Zahl der Mitarbeiter am Standort Miel von derzeit 75 auf 81 erhöhen.

Hintergrund für die Investition: Die alte Anlage, die nach dem Prinzip der Boxenkompostierung funktioniert, „entspricht nicht mehr den Anforderungen an moderne Technik“, erklärten Joachim Schölzel, RSAG-Sprecher, und Meinolf Hein, Leiter Geschäftsbereich Technik der RSAG.

Für die RSAG gibt es an dem Umstand nichts zu rütteln: Die Bioabfallabfallkompostierung in ihrer Halle in Miel ist in die Jahre gekommen. Das treibt laut Schölzel „die Unterhaltungskosten nach oben“. Hinzu kommt: „Es werden größere Kapazitäten zur Bewältigung von Bioabfall aus dem Rhein-Sieg-Kreis und Bonn benötigt“, ergänzt der RSAG-Sprecher. Für die Bundestadt werde die RSAG nämlich über den Zweckverband REK auch als Bioabfallentsorger tätig.

In Zahlen heißt das: Im Kreis und Bonn fallen bislang 93 000 Tonnen Bioabfall pro Jahr an, mit leicht steigender Tendenz. Das hängt laut Schölzel nicht nur „mit dem Rückgang der Eigenkompostierungsquote von 30 auf 19 Prozent zusammen“. Hinzu komme „ein leichtes Bevölkerungswachstum im Kreis“. Von den 93 000 Tonnen Bioabfall konnte der Kreis bislang rund 60 000 Tonnen an seinen drei Standorten in Sankt Augustin, Gut Müttinghoven und Miel in eigener Regie zu Naturkompost verarbeiten; alleine 24 000 Tonnen werden derzeit in Miel verarbeitet. „Rund 33 000 Tonnen Bioabfall müssen bislang in andere Anlagen in der Umgebung abgesteuert werden“, ergänzt Joachim Schölzel

Das soll sich bald ändern, wenn die neue Anlage in Miel in Betrieb geht: „Dann werden sich die Kapazitäten für die Bioabfallkompostierung hier verdoppeln“, kündigt Schölzel an.

Schließlich bleibe die alte Anlage ja vorerst weiterhin in Betrieb. Allerdings gebe es laut Hein die Option, diese in Zukunft zu ersetzen oder anders zu nutzen. Unterm Strich könnten dann nach der Inbetriebnahme der neuen Tunnelkompostieranlage, deren Baubeginn für Herbst geplant ist, rund 60 000 Tonnen Bioabfall im Jahr kompostiert und nach Ansicht von Hein annährend der gesamte Bedarf im Kreis und Bonn in den drei RSAG-Standorten bewältigt werden. Für Verbraucher wie auch die Gemeinde Swisttal wird die Erweiterung in Miel unauffällig sein, glaubt RSAG-Sprecher Schölzel: „Das hängt damit zusammen, dass wir keine zusätzlichen Flächen brauchen, sondern die Erweiterung ausschließlich auf dem Gelände der Mieler Entsorgungsanlage erfolgen wird.“

Da die Kompostieranlage weiterhin in Betrieb bleibe, komme es auch zu keinen Engpässen bei Anlieferung und Verarbeitung des Bioabfallse. Eine weitere Botschaft lautet: Auch die Müllgebühren bleiben nach jetzigem Stand dadurch konstant“, unterstreicht Schölzel.