Gospelchor Joy'n'Glory: Chor aus Buschhoven sang in New York

Gospelchor Joy'n'Glory : Chor aus Buschhoven sang in New York

Ein Auftritt, der wohl nicht so schnell in Vergessenheit gerät: Der Buschhovener Gospelchor Joy’n’Glory ist in New York aufgetreten. So erlebten die Sänger den Auftritt in der Carnegie Hall.

"Überwältigend, unvergleichlich, unvergesslich": gleich einem Ritterschlag empfanden die Aktiven des Gospelchores Joy'n'Glory ihren Auftritt in New York. Denn als kleiner Chor aus Swisttal auf der weltberühmten Bühne der Carnegie Hall zu stehen, erscheint den Männern und Frauen aus Swisttal noch im nachhinein wie ein Traum.

Denn gemeinsam mit 300 Gospel Sängern aus den USA, Tobago, Ungarn und der Schweiz präsentierten die Swisttaler vor rund 2000 Zuhörern unter der Leitung von Jonathan Griffith die Gospel Messe von Robert Ray. Dabei standen nicht die verschiedenen Chöre nebeneinander auf der Bühne, sondern "nach Körpergröße und Stimmlage sortiert", sagt Monica Schneider-Henseler, die in New York kein Problem damit hatte, von der Rolle der Chorleiterin in die einer Sängerin zu schlüpfen.

Mit Ehrfurcht traten sie und ihre Mitsänger auf die Bühne, denn "wir spürten sofort das besondere Flair. Es ist der Spirit früherer Berühmtheiten, die genauso dort gestanden haben wie wir", sind sich die Sänger alle einig. Mehrtägige gemeinsame Chorproben mit allen Mitsängern waren dem großen Auftritt vorausgegangen - die Veranstalter hatten die Tage für ihre Gäste bis ins Detail durchgetaktet. Zum Sightseeing blieb kaum Zeit, nur die Begleitpersonen konnten durch die Metropole streifen und mal einen Kaffee im Central Park genießen.

"Unser Hotel lag direkt um die Ecke der Carnegie Hall. Der Probensaal war gegenüber und der Central Park zehn Minuten entfern. Das war ideal", hat Dorothea Kolb in ihrem Reisebericht festgehalten. Im Unterschied zu ihrem Mann Werner, der als Neuling im Chor die Stimmlage Tenor verstärkt, hatte sie Zeit, die Stadt kennenzulernen und die Proben als Besucher zu verfolgen. Mit ihrer VIP-Karte gehörte sie zu den Begleiterinnen, die am Tag des großen Auftritts "durch diverse Hintereingänge ins Parkett geführt wurden". Ein wenig Lampenfieber hatten die Sänger schon vor ihrem Auftritt. Um Halsschmerzen vorzubeugen "haben wir ein paar Stunden ohne Klimaanlage geschlafen, unsere festliche Chorbekleidung aufgebügelt und die letzten Textstellen auswendig gelernt. Durch Gänge, Treppen und Umkleiden - man kam sich vor wie beim Phantom der Oper - ging es zur Bühne. Kein Vorhang öffnet sich, sondern die Musik braust einfach los, der Taktstock erweckt uns zum Leben. Wir geben einfach alles", erinnert sich Sopranistin Claudia Lamsfuss an den Auftritt.

Nach der Pause waren die deutschen Gäste nur noch Zuschauer. Aufgeführt wurde das Album "Calling all Dawns" von Christopher Tin. Das darin enthaltene Lied "Baba Yetu", das die Swisttaler bei einem Konzert in Heimerzheim gesungen und davon ein Video ins Internet gestellt hatten und auf das eine amerikanische Eventagentur aufmerksam geworden war, durften die Deutschen nicht singen.

"Sehr wahrscheinlich ging das wegen der Logistik nicht. Dafür konnten wir den Auftritt der anderen Chöre von den Logen aus verfolgen", sagt Schneider-Henseler. Ausgesprochen beeindruckt war die Chorleiterin als sie von einer Afroamerikanerin angesprochen wurde. "Sie war ganz gerührt, dass wir als Europäer Robert Rays Gospel Mass gesungen haben." Die 1978 komponierte Gospel Mass versucht, die katholische Liturgie mit afroamerikanischer Musik zu interpretieren.

Unter dem Titel "Back from New York" berichten die Sänger am Freitag, 27. September, ab 19.30 Uhr im Pfarrheim am Toniusplatz in Buschhoven von ihren Erlebnissen, zeigen Fotos und einen Mitschnitt des Konzerts. Außerdem singen sie zwei Stücke aus der "Gospel Mass". Der Eintritt ist frei.

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