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Konzertreihe im September: Buschhovener Musiktage bieten Klassik und Familienkonzert

Konzertreihe im September : Buschhovener Musiktage bieten Klassik und Familienkonzert

Zum sechsten mal finden vom 13. bis zum 16. September die Buschhovener Musiktage statt. Dabei treten Künstler auf, die einen engen Bezug zum Ort haben. Außerdem gibt es ein Familienkonzert und einen musikalischen Frühschoppen.

Ein Werbeplakat für die Unterbacher Kulturtage nahe Düsseldorf brachte Adelheid Willers vor Jahren auf die Idee. „Da hätte Buschhoven auch einiges zu bieten,“ dachte sie. Inzwischen organisiert sie zum sechsten Mal Musiktage in ihrem Wohnort. Das Motto der Konzertreihe vom 13. bis 16. September lautet „Heimat“, und eingebettet ins Programm ist der 50. Geburtstag der Wallfahrtskirche Sankt Katharina, die auch Veranstaltungsort ist.

Der Heimatbegriff stand von Anfang an im Mittelpunkt der Musiktage. Mit der inzwischen verstorbenen Buschhovener Sopranistin Dorothea Craxton hatte Willers festgelegt: Möglichst alle auftretenden Musiker sollen einen Bezug zum Ort haben.

Überhaupt gilt das Veranstaltungskonzept seit den ersten Musiktagen 2003. Von Donnerstag bis Sonntag gibt es täglich Konzerte, der Schwerpunkt liegt im klassischen Bereich, kann aber ergänzt werden. Die Musiktage finden alle drei Jahre statt. „So nutzt es sich nicht ab“, meint Willers.

Finanzierung mit Spenden und Sponsoren

Und man verzichtet auf öffentliche Zuschüsse. Als ehemalige Leiterin der örtlichen Grundschule ist Willers gut vernetzt im Ort und kann auf Helfer und Sponsoren zurückgreifen. Sparkasse, Innogy und Raiffeisenbank sind dabei. Die Trägerschaft hat nach Willers Renteneintritt der Heimat- und Verschönerungsverein (HVV) vom Förderverein der Schule übernommen, die Freiwillige Feuerwehr hilft beim Aufhängen der Banner.

Nur die musikalische Leitung, die früher Dorothea Craxton hatte, traute Willers sich nicht selbst zu. Dafür steht ihr nun schon zum zweiten Mal der Pianist Markus Kreul zur Seite. Er gehört seit der ersten Stunde zu den Musiktage-Künstlern – er ist in Buschhoven aufgewachsen. Unterdessen freilich leitet er die Klasse für Liedgestaltung am Mozart-Zentrum der Universität Augsburg.

Von den Musiktagen schwärmt Kreul. „Sie finden hier eine ganz besondere Verbindung: Laien und Profis treten zusammen auf, sie verbindet ihre gemeinsame Liebe zur Musik und zu ihrer Heimat.“ Das Thema „Heimat“ zu Ehren der Kirche war seine Idee.

Schließlich begann seine Laufbahn als Musiker an diesem Ort, als er als Messdiener dem Spiel des damaligen Organisten Josef Münch lauschte. Ein Festkonzert mit Solisten, Orchester und einem Projektchor unter der Leitung von Nicole Prinz und Benjamin Bosbach wird das Kirchenjubiläum am Samstag, 15. September, daher würdigen.

Prokofjews "Peter und der Wolf" spielt am Dorfweiher

Außerdem freuen sich die Organisatoren, ein Familienkonzert anbieten zu können. Kreul hat die bekannten Melodien aus Sergej Prokofjews „Peter und der Wolf“ genommen, die Geschichte aber abgewandelt: „Tierisch beste Freunde“ spielt am Buschhovener Weiher. „Wir haben es leicht umgeschrieben, um eine lokale Note zu bekommen“, so der Musiker. „Außerdem hat uns nicht gefallen, dass der Wolf in den Zoo kommt. Jetzt gibt es einen viel schöneren Schluss.“

Schließlich sei es eine Erzählung von Freundschaft, gutem Miteinander – und eben Heimat. Und weil die Mundart dazu gehört, weichen die Organisatoren diesmal vom klassischen Konzept ab. Sie haben die Mundartband „Sibbeschuss“ zum musikalischen Frühschoppen eingeladen.

Wie gewohnt wird für die Konzerte kein Eintritt erhoben, jedoch um Spenden gebeten. Willers weiß aus Erfahrung: „Die Buschhovener sind großzügig.“ Meist bleibt nach Abzug der Kosten genug übrig, um den Künstlern eine kleine Gage zu zahlen. „Das ist sicherlich nicht das, was sie sonst für ein Konzert bekommen“, betont sie. Aber die besondere Atmosphäre und das begeisterte Publikum lockten die Musiker immer wieder an.

Mehr Infos, auch zu Spendenmöglichkeiten, auf www.hvv-buschhoven.de