Bonn: Drogen-Kurierin mit sechs Kilo Koks erwischt und verurteilt

Mit sechs Kilo Koks erwischt : Drogen-Kurierin zu Haftstrafe verurteilt

Eine spanische Kurierfahrerin muss für fünf Jahre und zwei Monate hinter Gitter. Sie wollte für ihren neuen Freund sechs Kilogramm Kokain nach Innsbruck bringen, wurde aber schon in Swisttal erwischt.

„Das ist eine Menge Holz, was da über die Grenze gebracht wurde“, sagte Marc Eumann in seiner Urteilsbegründung. Wegen „Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge“ sowie wegen Beihilfe zum Handel mit ebendiesen verurteilte der Vorsitzende Richter der 10. Großen Strafkammer am Bonner Landgericht eine 31-jährige Spanierin. Bei der „Menge Holz“ handelte es sich um exakt sechs Kilogramm Kokain. Ihr Ausflug ins Drogenmilieu bescherte der jungen Frau eine Haftstrafe von fünf Jahren und zwei Monaten.

Die Geschichte, die die in Barcelona lebende Frau der Kammer erzählte, lässt durchaus Raum für Mitgefühl: Nach ihren Angaben rutschte sie dank einer Mischung aus finanzieller Not und aufkeimender Liebe in die Kriminalität. So sei sie Ende des Jahres 2017 lebensbedrohlich erkrankt. Darüber sei ihre Ehe zerbrochen und sie habe irgendwann mit 10.000 Euro Schulden dagestanden, ließ sie das Gericht zum Verfahrensauftakt wissen.

Doch dann lernte sie über das Internet den Mann kennen, der ihr nun zum Verhängnis wurde. Frisch verliebt war es für sie keine Frage, dass sie ihm ihren alten Mercedes lieh, als ihr neuer Lover angeblich spontan beruflich nach Amsterdam reisen musste. Sie habe die Zeit genutzt, um Verwandte in Tanger zu besuchen.

Dort will sie dann auch einen Anruf von ihrem neuen Freund erhalten haben: Es sei wichtig, sie müsse sofort zu ihm in die Niederlande kommen. Zwei Tage nach dem Anruf bestieg sie ein Flugzeug nach Amsterdam. Dort angekommen habe ihr Freund ihr offenbart, dass er Mist gebaut habe und sie ihm helfen solle. In ihrem Auto seien unter der Karosserie sechs Kilo Kokain „verbaut“, die müsse sie für ihn nach Innsbruck bringen. Die Drogen seien aber so gut versteckt, dass sie niemand finden würde.

Ein Versprechen, dass er nicht halten konnte: Denn weit vor der Tiroler Landeshauptstadt, kurz hinter der deutsch-niederländischen Grenze, geriet die Kurierfahrerin in eine Routinekontrolle: Als sie auf der A 61 in Richtung Süden fuhr, winkten zivile Fahnder den Wagen auf den Rastplatz Peppenhoven. Die Beamten brauchten nicht allzu lange, bis sie die Drogen entdeckten. Es sei zwar bitter, das kleinste Rädchen im Getriebe des Drogenhandels zu sein, fuhr Richter Eumann in der Urteilsverkündung fort. Sie habe aber nun einmal die strafrechtlich relevante Grenze zur sogenannten „nicht-geringen Menge“ um rund das 1000-fache überschritten.