Auftritt in Swisttal: Bernd Schumacher präsentiert Stones-Klassiker in Mundart

Auftritt in Swisttal : Bernd Schumacher präsentiert Stones-Klassiker in Mundart

Musiker Bernd Schumacher aus Rheinbach hat mit seinem Stones-Mundart-Programm beim Büb in Odendorf den richtigen Ton getroffen. Die Klassiker bekommen durch die Übersetzung ein ganz neue Seele.

Vergessen wir mal die Summen, die sich auf den Konten von Jagger, Richards & Co angesammelt haben. Geschenkt! Lassen wir all die Schlagzeilen über Drogenrazzien, das Jet-Set-Leben und die Streitereien, die die dienstälteste Rockband der Welt oft zu entzweien drohten, mal beiseite. Denn eigentlich, wenn man genau hinhört, spricht Rhythm & Blues die gleiche Sprache, wie de Lück he op de Stroß schwade. Was nur einer der Gründe dafür sein dürfte, warum der Musiker und Krimiautor Bernd Schumacher aus Rheinbach mit seinem Programm „Et es nix als Rock'n' Roll“ voller Stones-Klassiker in Mundart den richtigen Ton trifft. Und das hat er zusammen mit Arno Schumacher (Gitarre, Mundharmonika), Günther Nürnberg (Percussion) und Hein Pelzer (Bass) nun auch beim Büb in Odendorf geschafft.

Auf einer zweistündigen Zeitreise mit weitaus mehr musikalischer Vielfalt, als Nichtkundige gemeinhin behaupten. Die Initialzündung, das mit den Stones in Mundart mal auszuprobieren, gab übrigens seinerzeit Wolfgang Niedecken. Wobei Schumacher keinesfalls an den Texten „klebt“, wie er den Zuhörern im vollen Saal zwischen den Songs erzählt. Bei den meisten, so fand er, kann man es schlichtweg nicht besser machen. „Waade op ne Fründ“ (Waiting on a Friend, 1981), „Et letzte Mohl“ (The Last Time, 1965), „Mohl et Schwarz“ (Paint it Black, 1966), „Ne Helije mähs du nie us mir (Saint Of Me, 1997), „Loss et bloode“ (Let It Bleed, 1969) und „Dude Blohme“ (Dead Flowers/Sticky Fingers, 1971) – nicht zu vergessen das eben dort veröffentlichte und von Niedecken als „En Hääd wilde Päde“ übersetzte „Wild Horses“ – bieten eindrucksvolle Beispiele. Die größte Abweichung vom Original hingegen hat das für Marianne Faithful geschriebene „As Tears Go By“ (1964) zu verzeichnen, das mit „Ich ess et Brut drüsch“ Story und Stimmung komplett wechselt.

Natürlich wäre so ein Auftritt niemals komplett ohne „Hampelmannblitz“ (Jumping Jack Flash, 1969), „Strooße Kampf Hong“ (Street Fighting Man,1968) und „Sympathie für de Düvel“ (Sympathy for the Devil) mit einem fulminanten Mundharmonikasolo von Arno „Keith“ Schumacher. Wenn Nürnberg dazu die Coolness eines Charlie Watts an den Tag legt und Pelzer so stoisch wie früher Bill Wyman den Bass zupft und wenn Bernd „Mick“ Schumachers Stimme so rotzig klingt wie die seines Idols, haben wir die Stones wieder genau da, wo sie herkommen und eigentlich immer hingehört haben: Mitten op de Stroß und mitten im Leeve. Wer mag, kann sich bei nächster Gelegenheit selbst davon überzeugen: Schumacher und seine Jungs spielen am Samstag, 30. März, 20 Uhr, zum 50. Geburtstag der Gemeinde Swisttal im Alten Kloster in Heimerzheim.

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