Hochwasser in Swisttal: Aufräumen mit Schneeschaufeln

Hochwasser in Swisttal : Aufräumen mit Schneeschaufeln

Der Hochwasserschaden am Buschhovener Sportplatz kostet 2000 Euro. Die beiden Sportvereine SV Hertha Buschhoven und SV Swisttal leisten viel Eigenarbeit.

Der Anblick der Sportanlage war zunächst ein Schock: Der Glasschaumschotter, der in der vorbereiteten Grube die Bodenplatte des Vereinsheim in Buschhoven gegenüber dem Untergrund dämmen und gleichzeitig für Tragfähigkeit sorgen sollte, war bei dem Starkregen Anfang des Monats herausgespült worden. Die Wassermassen schwemmten die Steine rund 200 Meter von der Grube über die Anlage bis auf das hintere Kunstrasen-Spielfeld.

Nachdem das Wasser zurückgegangen war, blieb der Schotter auf dem Kunstrasen zurück. An einigen Stellen haben sich Wülste im Spielfeldbelag gebildet, weil sich die Wassermengen gestaut hatten.

Am Freitag erläuterten Vertreter der Gemeindeverwaltung, Ingenieure des Büros Fischer Consult aus Rheinbach und die Vorsitzenden der beiden Sportvereine, Werner Neffgen vom SV Hertha Buschhoven und Luigi Belgiovine vom SV Swisttal, beim Ortstermin, was passiert war und welche Maßnahmen nun zu ergreifen sind. Die erfreuliche Feststellung: die Drainage habe gut gearbeitet, so die Planer der Gemeinschaftssportanlage, Markus Fischer und Mike Brüggemann. „Es gibt keine technischen Mängel, die zurückbleiben und den Spielbetrieb beeinträchtigen“, erklärt Bürgermeisterin Petra Kalkbrenner.

Die Kosten für die Schadensbeseitigung an den Wülsten durch die Kunstrasen-Verlegefirma werde geschätzt 2000 Euro betragen. „Diese Summe wird die Gemeinde tragen, denn eine Elementarschadenversicherung für Freiflächen hat die Gemeinde nicht“, so Pressesprecher Bernd Kreuer.

Dass die Kosten so niedrig bleiben, ist vor allem der „unbezahlbaren“ Manpower der beiden Sportvereine zu verdanken. Nach einer kurzen Einweisung durch die Ingenieure begannen die Mitglieder bereits am Freitag, den Glasschaumschotter mit Schneeschaufeln aufzunehmen und mit Schubkarren wieder zurück in die Grube zu füllen.

Ortsvorsteherin Christel Eichmanns übernahm dabei die Versorgung der Helfer mit einem Imbiss und Getränken. Anfang Mai waren in die vorbereitete Grube rund 80 Kubikmeter des federleichten Glasschaumschotters gefüllt worden.

Die Schicht war damals 20 bis 30 Zentimeter dick, so Brüggemann, und reichte nur bis wenige Zentimeter unterhalb des Grubenrandes. Weil sich die Baugrube aber schnell mit Wasser gefüllt hatte und das leichte Material auf Wasser schwimmt, wurde es aus der Grube geschwemmt und auf dem Gelände verteilt.

Die beiden Kunstrasenplätze der Sportanlage haben allerdings unterschiedliches Niveau. So liege der hintere Platz etwa zehn Zentimeter tiefer und falle vom Mittelpunkt zu den Toren und Ecken hin ab, so dass sich der Glasschaumschotter dort sammelte, nachdem das Wasser abgelaufen war, so Fischer. Die Wülste im Kunstrasen wird die Fachfirma durch Verziehen mit einer Art Kralle wieder entfernen.

Zunächst hatte es Befürchtungen gegeben, der an das Sportgelände angrenzende Buschbach, in den die Drainage des Platzes abgeleitet wird, sei über die Ufer getreten und habe für weitere Probleme gesorgt. Diesem „Gerücht“ traten Kalkbrenner und Fischer entgegen.

Der Bach sei nicht über die Ufer getreten, die größer als vorgeschrieben dimensionierte Drainage habe gut funktioniert und die Rückstauklappen vom Buschbach zur Drainage hätten gehalten. Wann die Fachfirma die Wülste abschließend beseitigen wird, steht jedoch noch nicht fest. Nach den Sanierungsarbeiten soll der Platz wieder genutzt werden können.

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