Verein "Genussmeile Miel": Als Anfang kommt die Duftsitzbank

Verein "Genussmeile Miel" : Als Anfang kommt die Duftsitzbank

Auf einer Bank sitzen inmitten eines blühenden Parks. Dem Summen von Bienen und den Stimmen von Vögeln lauschen und von den Früchten der Obstbäume naschen - und das trotz der Nähe der Autobahn und der Bundesstraße in Miel.

Keine Fanasterei, sondern ein konkreter Plan, den der am 16. Januar gegründete Verein "Genussmeile Miel - Verein zum Erhalt und zur Förderung der Attraktivität sowie der ökologischen Vielfalt in Swisttal Miel" umsetzen will.

Der Gründungsvorstand um Initiator und Vereinsvorsitzenden Robert Gebhardt, Vereins-Geschäftsführer, Ortsvorsteher und Ortsausschuss-Vorsitzenden Hans-Arthur Müller und Heinrich Harzem als stellvertretenden Vorsitzenden hat sich mit den insgesamt zehn Mitgliedern auf die Fahne geschrieben, den von Lärm und Verkehr geplagten Swisttaler Ortsteil für seine "zwei-, vier und mehrbeinigen Einwohner" lebenswerter zu gestalten und ganz Miel mit öffentlichen und privaten Flächen in eine ökologisch wertvolle Landschaft zu verwandeln.

Für die "Genussmeile Miel - mit allen Sinnen genießen" soll in Kooperation mit öffentlichen Trägern und Sponsoren die "immer mehr verwahrlosende Grünfläche" hinter dem Dorfhaus zu einem Park mit Aufenthaltsqualität verwandelt werden, mit heimischen alten Obst- und Gemüsesorten und Aussaat von ökologisch wertvollen Pflanzen. Die Kinder des Kindergartens werden bei der Umsetzung ebenso einbezogen wie die Senioren.

Darüber hinaus soll sich entlang aller Straßen und Gärten die "Genussmeile Miel" mit einer naturnahen und zugleich pflegeleichten Bepflanzung in Zukunft als blühendes Band durch den gesamten Ort ziehen. Als "Initialzündung" soll eine so genannte "Duftsitzbank" in der Grünfläche hinter dem Dorfhaus den Anfang machen. Rund um diese Sitzbank werden duftende und blühende Kräuter gepflanzt, die das Ausruhen zum olfaktorischen Genuss machen.

Die Idee zu dem Projekt kam Robert Gebhardt bei Spaziergängen in der Grünfläche hinter dem Dorfhaus. Den 45-jährigen Soldaten und begeisterten Natur- und Gartenliebhaber ärgerte, dass "die Wege im Park immer zugewachsen und vernachlässigt waren". Und wie sollen Spaziergänger dorthin gelockt werden, wenn es außer dem Pfad selbst und einem wenig attraktiven Pavillon in hör- und sichtbarer Nähe nur die Autobahn gibt? Für Gebhardt ganz klar: der Park muss in eine ökologisch wertvolle Landschaft verwandelt werden.

Mit dieser Idee ging er zu Ortsvorsteher Müller. Der 59-jährige IT-Manager "war sofort Feuer und Flamme", wie er sagt. "Mit dem Projekt bringen wir Jung und Alt zusammen und haben einen weiteren Verein am Start, mit dem wir das Dorfleben weiter stärken", so Müller. Bei Informationsveranstaltungen konnten sie weitere Mieler für die Idee begeistern und den Verein gründen.

Jetzt geht es an die Umsetzung. Neben der Aktivierung auch von Hohnern - der Wohnweiler soll ebenfalls einbezogen werden - sollen Gespräche mit verschiedenen Behörden wie Erftverband, Gemeinde und Straßen NRW und mit Naturschutzverbänden geführt, zur Finanzierung Sponsoren gesucht und Mittel aus Stiftungen und Förderprogrammen wie etwa dem für Streuobstwiesen beantragt werden.

Wenn die "Genussmeile" mit Park, blühenden Gärten und Pflanzbeeten Realität geworden ist, könnten Miel und Hohn sich an der Aktion "Offene Gartenpforte" beteiligen. Vorstellbar wären auch Konzerte in dem Pavillon im Park, meint Müller. Auch an die Hunde ist gedacht: für sie möchte der Verein eine eigene Hundewiese einrichten.

Nähere Informationen unter www.genussmeile-miel.de

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