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Wormersdorfer Kita St. Josef erhielt neues Gütesiegel Buchkindergarten

Neues Gütesiegel erhalten : Wormersdorfer Kita ist nun Buchkindergarten

Das neue Gütesiegel eines Buchkindergartens wurde der Kita St. Josef jüngst auf der Frankfurter Buchmesse verliehen. Es hängt bereits an der Eingangstür.

Das Konzept zur Lese- und Sprachförderung des Wormersdorfer Kindergartens St. Josef zeigt Früchte: Der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und der Deutsche Bibliotheksverband haben das Familienzentrum bei der Frankfurter Buchmesse mit dem Gütesiegel "Buchkindergarten" ausgezeichnet. Für Michaela Hinsen, Leiterin von Kita und Familienzentrum St. Josef, die mit drei Kolleginnen den Preis entgegen genommen hat, ist die Auszeichnung Ausdruck der Wertschätzung der bislang geleistete Arbeit in der Lese- und Sprachförderung.

Die Plakette mit dem Gütesiegel, die schon an der Eingangstür der Kita angebracht ist, interessiert den fünfjährigen Peter aus der Bienengruppe weniger, gleichwohl hat die Auszeichnung für ihn einen super Nebeneffekt: "Wir haben ein Duftbuch geschenkt bekommen mit Kaugummi- und verschiedenen Eisgeschmacksrichtungen. Das ist schon toll." Der gleichaltrigen Lucia gefällt die Bezeichnung Buchkita ausgesprochen gut. "Zu Hause habe ich sogar ein Buch, mit dem ich schreiben lernen kann", erzählt sie. Für sie sind die Bücher in ihrem Kindergarten ganz besonders wichtig. Bundesweit 820 Einrichtungen hatten sich für das zum ersten Mal vergebene Gütesiegel beworben, 208 Kindergärten erhielten von Kinderbuchautor und Schirmherr Paul Maar Urkunde und Plakette.

Bücherei-Führerschein „Bib-fit“ überzeugte

Das Wormersdorfer Konzept überzeugte die Juroren mit seinem pädagogischen Ansatz, zu dem unter anderem der Bücherei-Führerschein "Bib-fit", ein selbst geschriebenes Theaterstück nach der Vorlage des Kinderbuches "Der kleine Bär sucht einen Freund" auch der jährlich durchgeführte Buchadventskalender gehören. Natürlich fand in den Bewerbungsunterlagen auch die Kita-Bücherei mit mehr als 800 Kinderbüchern und die jährlichen Buchausstellungen gebührend Erwähnung.

"Fundamental ist für uns aber, dass die Eltern Lesen und Bücher als wichtig und als einen Bestandteil der Erziehung ansehen", sagt Hinsen. Die Auszeichnung wird im Familienzentrum St. Josef groß gefeiert. Noch bis kommenden Mittwoch dreht sich bei den 71 Zwei- bis Sechsjährigen in besonderen Aktionen alles rund ums Buch.

Die Mädchen und Jungen schreiben selbst Bücher oder erfahren, wie Bücher hergestellt werden. "Es gibt immer Kinder, die die Schreibweise eines Wortes wissen wollen. Für die haben wir Karteikarten entwickelt, auf denen ein Bild mit dem dazugehörigen Wort abgebildet ist. Der Eine oder Andere schreibt es dann ab", berichtet Hinsen. Sie und ihr Team sind überzeugt, dass die Kinder durch das Vorlesen eine Liebe zu Geschichten und zur Sprache und damit auch Interesse für das Lesen entwickeln." Und das hält meistens ein Leben lang an."

Ein Höhepunkt der Projektwoche war am Mittwoch der Besuch von Nanna Neßhöver. Die Autorin aus Unkel las aus ihrem Buch "Fühlinchen". Die Feierwoche beschließt am Mittwoch, 30. Oktober, die Theateraufführung mit Julia Torres, die im Zuge des Sprachförderprojektes "Mit Händen und Füßen" ihre Gedicht-Theatershow "Komm mich mal besuchen" präsentieren wird.