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Windräder: Windstärke zwischen Meckenheim und Rheinbach wird gemessen

Windenergie : Windstärke zwischen Meckenheim und Rheinbach wird gemessen

Der Investor für den Windpark zwischen Rheinbach und Meckenheim muss seine Pläne ändern. Damit zu tun hat auch ein Anhänger, der auf einem Feld für Aufsehen sorgt.

Wer in diesen frühlingshaften Tagen als Spaziergänger zwischen Meckenheim und Flerzheim die Sonne genießt, macht eine überraschende Entdeckung. Mitten auf dem Feld steht ein großer Anhänger auf vier Stahlfüßen, aus dessen Kastenaufbau zwei unterschiedlich lange Antennenstangen ragen. An der längeren von beiden ist eine Überwachungskamera befestigt. An der rechten Seite des Anhängers sind vier Solarmodule aufgebaut, ein Hinweisschild warnt vor Strom, ein weiteres vor Videoüberwachung. Nach Informationen des General-Anzeigers handelt es sich bei dem Anhänger mit einem Autokennzeichen aus dem niedersächsischen Kreis Friesland um einen Windmesser mit einer autarken Stromversorgung. Sein Abstellplatz liegt inmitten der gemeinsamen Windpark-Konzentrationszone von Meckenheim und Rheinbach.

Drei Windräder geplant

Hintergrund: Der Investor Wind Works Development aus Mühlheim an der Ruhr beabsichtigt, auf den derzeit landwirtschaftlich genutzten Flächen drei Windräder zu bauen. Zwei der knapp 150 Meter hohen Stromlieferanten sind im Meckenheimer Teil der interkommunalen Konzentrationszone vorgesehen, einer auf Rheinbacher Territorium. Nach Angaben des Antragstellers produzieren die drei Anlagen zusammen so viel Strom, dass sich 6000 Haushalte ein Jahr lang damit versorgen lassen. Aber: Die Stadt Rheinbach, die der Rhein-Sieg-Kreis als Genehmigungsbehörde ebenso wie die Nachbarkommune Meckenheim zu einer Stellungnahme zum Bauwunsch des Investors aufforderte, hatte die vorgelegten Entwürfe als fehler- und lückenhaft bezeichnet. Grund: Der mächtige Rotor der Rheinbacher Anlage ragte aus dem Plangebiet heraus.

Der Kreis hat darum die Erlaubnis zum Bau der Windräder noch nicht erteilt, wie Daniela Blumenthaler, Pressesprecherin des Rhein-Sieg-Kreises, auf Anfrage des General-Anzeigers sagte. Derzeit werden neben den Stellungnahmen der Städte auch Hinweise und Anforderungen weiterer sogenannter Träger öffentlicher Belange ausgewertet und „entsprechende Nachforderungen an den Antragsteller gestellt“, sagte Blumenthaler. In welchen Punkten der Investor nachbessern müsse, könne der Kreis „aus Datenschutzgründen“ nicht sagen, so die Kreissprecherin.

Keine Erlaubnis für Windmesser notwendig

Das Aufstellen des Windmessers nannte Blumenthaler „in keiner Weise erlaubnispflichtig“. Vielmehr gehöre „zu den Aufgaben des Antragstellers, sich vernünftige Grundlagendaten zu beschaffen.“ Für ihn sei es bedeutsam zu wissen, ob sich sein Vorhaben überhaupt lohnen könnte. Und: „Der Rhein-Sieg-Kreis will seinerseits wissen, ob das Vorhaben realistische Chancen hat“, so die Kreissprecherin. Der Antragsteller werde das Modell der Anlage danach ausrichten, wie sich der Wind verhält.

„Wir haben seitens der Stadt nichts veranlasst“, sagte Marion Lübbehüsen, Pressesprecherin der Stadt Meckenheim, auf GA-Anfrage. Solange der Anhänger nicht Wege versperre, könne er seinen Standort behalten, bekundete sie. Dass die Baugenehmigung bislang noch nicht erteilt worden ist, bestätigte Margit Thünker-Jansen, Fachbereichsleiterin für Stadtentwicklung, Infrastruktur und Bauen bei der Stadt Rheinbach. Sie gibt am Dienstag, 26. Mai, 18 Uhr, im Ausschuss für Stadtentwicklung einen Sachstand zum Windpark-Vorhaben. Dass eines der drei Räder nicht den Vorgaben des 2015 erstellten Bebauungsplans entspreche, müsse nicht das Ende der Pläne bedeuten. „Der Antragsteller beabsichtigt eine Verschiebung der Anlage und eine entsprechende Anpassung der relevanten Gutachten“, erklärte Thünker-Jansen. Dahingehende geänderte Unterlagen lägen der Stadt Rheinbach allerdings noch nicht vor.

Der Rheinbacher Ausschuss für Stadtentwicklung: Umwelt, Planung und Verkehr kommt am nächsten Dienstag, 26. Mai, 18 Uhr, in der Stadthalle Rheinbach zusammen.