Interview mit Wehrleiter Laurenz Kreuser: Warum Rheinbach eine Kinderfeuerwehr braucht

Interview mit Wehrleiter Laurenz Kreuser : Warum Rheinbach eine Kinderfeuerwehr braucht

In Rheinbach-Ramershoven hat sich eine Kinderfeuerwehr gegründet. Wehrleiter Laurenz Kreuser spricht im Interview über den Sinn dahinter sowie die Situation der Nachwuchsfindung bei der Feuerwehr.

Herr Kreuser, Nachwuchsgenerierung für die Feuerwehr ist aus Sicht der Allgemeinheit sicherlich wünschenswert, aber macht das bei einem Sechsjährigen überhaupt schon Sinn?

Laurenz Kreuser: Wir glauben schon, schließlich bekommen wir aus den Kindergärten entsprechende Rückmeldungen. Viele Jungen und Mädchen wissen dort bereits, dass die Feuerwehr hilft. Hinzu kommt: Wir üben in den Kitas ja auch bereits, wie man einen Notruf richtig absetzt. Außerdem bin ich überzeugt davon, dass Kinder über den Kindergarten und die Schule hinaus einen Verein oder eine Organisation brauchen, in dem sie sich engagieren können. Das gehört einfach zum Erwachsen werden dazu.

Kreuser: Ja unbedingt, denn die Zahl, die Sie genannt haben, verzerrt. Wir haben zwar jetzt 327 Aktive, aber nur noch 78 Mitglieder in der Jugendfeuerwehr. Zu Bestzeiten waren es 180 und wir zählten damit proportional zur Bevölkerung zu einer der stärksten Jugendfeuerwehren in NRW. Uns fehlt derzeit etwas der Unterbau, den wir nun verbreitern wollen. Aber richtig ist auch: Wir klagen auf vergleichsweise hohem Niveau.

Wie wollen Sie die kleinen Kinderfeuerwehrleute nachhaltig an die Materie heranführen? Sie und ihre Kameraden sind Feuerwehrmänner, keine Pädagogen.

Kreuser: Genau. Und damit es uns gelingt, die Kinder pädagogisch wertvoll an den fordernden Alltag eines Feuerwehrmannes heranzuführen, stehen eigene Betreuerteams bereit. Diese setzen sich aus erfahrenen Aktiven aus der Wehr und vor allem aus pädagogisch geschulten Kräften zusammen. Konkret sind das vier Erzieher und eine Lehrerin, die wir aus der sogenannten Unterstützungsabteilung unserer Feuerwehr generiert haben.

Dabei handelt es sich um Mitglieder, die nicht in der Einsatzabteilung tätig sind, aber aufgrund ihrer beruflichen Ausbildung der Feuerwehr im Bedarfsfall gute Dienste leisten können. Drei Aufgabenbereiche der Unterstützungsabteilung gibt es bereits: neben eben jener für die Kinderfeuerwehr auch die für Führung und Logistik sowie für die Küche.

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