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Kommentar zum Verkehr in Wormersdorf: Verbot ohne Abschreckung

Kommentar zum Verkehr in Wormersdorf : Verbot ohne Abschreckung

Es kann nicht sein, dass Wormersdorfer Bürger Angst haben, einen Zebrastreifen zu passieren, weil Fernfahrer aus aller Herren Länder Staus umfahren und unbehelligt durch den kleinen Voreifelort brausen.

Ein Gefühl von Ratlosigkeit und schlicht von Ohnmacht beschleicht den Zuhörer im Stadtentwicklungsausschuss von Rheinbach. Die Frage, was die Polizei unternimmt, um den Lkw-Umfahrungsverkehr durch Dörfer wie Wormersdorf oder Altendorf-Ersdorf aufzuhalten und das am Kreisel via Verkehrsschild ausgesprochene Durchfahrtsverbot für Brummis über 7,5 Tonnen zu kontrollieren, beantwortet sie im Grunde genommen mit einem Wort: nichts.

Immer dann, wenn sich der Verkehr gen Süden auf der vielbefahrenen A 61 zwischen den Kreuzen Bliesheim und Meckenheim staut, verlassen Brummi- und Autofahrer die Nord-Süd-Verbindung und fahren über die parallel verlaufende L 471 durch die Dörfer. Signal der Ohnmacht ist, wenn die Polizei eingesteht, dass sie zu wenige Kräfte hat, um das Durchfahrtsverbot zu kontrollieren.

Niemand stellt in Abrede, dass Polizisten jetzt in der dunklen Jahreszeit bei der Prävention von Einbrüchen gebraucht werden. Dass sie beim Millionenspiel Fußball Wochenende für Wochenende in großer Zahl als Statisten dienen müssen. Dass sie bei Großlagen wie G 20 oder dem Hambacher Forst Millionen von Überstunden anhäufen. Dass sie eine Fülle von Aufgaben zu unser aller Sicherheit zu bewältigen haben, aber nach langen Zeiten des Sparens personell noch immer knapp besetzt sind. Gleichwohl kann es nicht die Lösung sein, dass mit großem Aufwand Schläger im Umfeld von Fußballstadien in Schach gehalten werden, während die Wormersdorfer Angst davor haben, einen Zebrastreifen zu passieren, wenn Fernfahrer aus aller Herren Länder Staus umfahren.

Die Strafe von 100 Euro und einem Punkt mutet wie ein Witz an, wenn niemand da ist, der die (vergleichsweise geringe) Strafe einfordert. Es ist ein Verbot ohne Abschreckung. Abschreckend sind Kontrolltage, wie sie die Polizei etwa bei der Einbruchsprävention betreibt. Diese Sprache verstehen alle.