Schäden durch "Eberhard": Sturmtief vernichtet das Naturdenkmal Hexenbuche

Schäden durch "Eberhard" : Sturmtief vernichtet das Naturdenkmal Hexenbuche

65 Feuerwehrkräfte waren auch am Montag an 30 Einsatzstellen im ganzen Rheinbacher Stadtgebiet tätig, um die Schäden von Sturmtief "Eberhard" zu beseitigen.

Insgesamt 30 Einsatzstellen haben 65 Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Rheinbach in Folge des Sturms Eberhard am Sonntag und am Montag abgearbeitet. Die Sperrung der L 119 von Rheinbach Richtung Queckenberg war am Morgen ebenso aufgehoben worden wie die Sperrung der K 56 Berscheid/Todenfeld sowie der Hauptstraße in der Kernstadt, so der städtische Fachgebietsleiter für Ordnungsangelegenheiten, Kurt Strang.

Am Montag weiter bestehen bleiben musste allerdings zunächst die Sperrung der Aachener Straße vom Kreisel Dreeser Tor bis zum Bahnübergang. Dort hatte der Sturm Teile eines Daches erfasst und angehoben, sodass es herabzustürzen drohte. Eine Dachdeckerfirma war am Montag dabei, die Schäden zu beheben. Ebenfalls gesperrt blieb ein Abschnitt der Leberstraße. Dort hatte der Sturm Teile des Daches am Gebäude der ehemaligen Majolika-Fabrik abgedeckt.

Ein am Sonntag umgestürzter Baum auf einem unbebauten Grundstück in Oberdrees an der Bushaltestelle war am Montagmorgen bereits beseitigt. Glück hatten die drei Therapiepferde auf dem Gelände des Vereins „Leben mit Autismus“. Sturm Eberhard hatte das rund 25 Quadratmeter große Dach des Pferdeunterstandes an einem Stück komplett weggerissen und 20 Meter über die Weide geschleudert, wo es ebenso wie eine Dixietoilette zwischen Zaun und Bäumen hängen blieb. Die Pferde blieben unverletzt. Der Aufenthaltsbereich für die Kinder blieb unbeschädigt.

Schwer gewütet hat das Sturmtief auch an der Rheinbacher Hexenbuche – einem Naturdenkmal unweit von Hilberath. „Beim gestrigen Sturm ist aus dem bereits kranken Baum die komplette Krone herausgebrochen“, erklärte Rheinbachs Bürgermeister Stefan Raetz am Montag. Bereits im August vergangenen Jahres hatte eines der im Sommer 2018 seltenen Gewitter die Krone des mehr als 120 Jahre alten Baumes schwer in Mitleidenschaft gezogen.

Die Buche, die im Volksmund nur „Krus Boch“ genannt wird, verfügt über eine bizarre Krone, deren Äste wie eine wilde Lockenpracht miteinander verschlungen sind und darum optisch an einen Hexenbesen erinnern. Ursache der Missbildung soll eine Laune der Natur gewesen sein – vermutlich ein Pilz, ein Bakterium oder eine gescheiterte Aufpfropfung, wie der frühere Rheinbacher Stadtförster Hans Lenzen einst in einem Beitrag zur Sammlung „Vor den Toren der Stadt Rheinbach“.

In den nächsten Tagen werden Stadtförster Sebastian Tölle und sein Team auch die wenigen verbliebenen Äster der Hexenbuche nicht leichten Herzens entfernen. Bereits im August vergangenen Jahres hatte Tölle die Vermutung geäußert, dass das Naturdenkmal aufgrund des umfassenden Astbruches „sein Lebensende erreicht“ habe. Aber: „Den Reststamm lassen wir erst einmal stehen. Da können sich dann noch die Spechte dran austoben“, berichtete Raetz.