Zukunft der Pallotti-Kirche in Rheinbach: Studenten in Rheinbach planen Menüs statt Messen

Zukunft der Pallotti-Kirche in Rheinbach : Studenten in Rheinbach planen Menüs statt Messen

Zwei Alanus-Studenten stellen ihre Pläne für die Umgestaltung der Pallotti-Kirche in Rheinbach vor. Aus der Kirche soll ein Restaurant mit Bar werden. Aus dem Anbau, in dem einst die Mönche lebten, könnte ein Hotel werden.

Die Gäste bestellen an der Bar unter der Empore Getränke. Der erhöhte Altarbereich ist zur Lounge umfunktioniert und wird von in die dunklen Wänden eingesetzten Lampen beleuchtet. Auch im restlichen Kirchenschiff und auf der Empore stehen Tische und Stühle. Kellner bringen den Gästen ihr Essen. Im Anbau der Kirche befinden sich Hotelzimmer.

So stellen sich zwei Architekturstudenten der Alanus-Hochschule in Alfter die Zukunft der Vinzenz-Pallotti-Kirche in Rheinbach vor. Unter dem Motto „Pallotti-Kirche: Neue Blicke durch die alten Löcher“ hatten sich Julian Weber und Raphael Reichert als Projektarbeit für ihr Studium von September bis Januar mit der Frage beschäftigt, wie man die Pallotti-Kirche erhalten und weiter nutzen könnte.

Ihre Antwort: Die Umwandlung der Kirche in ein Restaurant. Der Anbau, in dem früher einmal die Patres und Brüder des Pallottinerordens lebten, wird in ihrem Entwurf zum Hotel. Das Modell, das sie dazu entworfen haben, ist per 3D-Drucker entstanden. 24 Stunden benötigte das High-Tech-Gerät zum Druck des Modells, so Weber.

Zur Umsetzung ihrer Idee planen die Studenten mit einigen Veränderungen. Die Empore soll vergrößert und vorgezogen werden, unter ihrem Überhang befindet sich in den Entwürfen der Studenten eine Bar. Unter der Empore könnte die Küche ihren Platz finden. Helles Fichtenholz soll die dunkle Holzdecke und Restaurantbestuhlung die Kirchenbänke ersetzen.

Auch bereits Vorhandenes wird integriert

Viele Elemente der Kirche bleiben in den Plänen von Weber und Reichert aber erhalten, etwa die Orgel, die Wände und die Kirchenfenster. Das ehemalige Wohnheim der Pallottiner eigne sich mit seinen kleinen Apartments in den Obergeschossen und der großen Aula im Erdgeschoss auch ohne Umbau gut als Hotel.

Als Parkplatz dient in der Planung der Studenten das Gelände der ehemaligen Gärtnerei der Pallottiner. Ein zusätzlicher Parkplatz könne zudem die Parksituation in der Innenstadt entlasten, argumentieren Weber und Reichert.

Als Vorlage für die Planungen diente der „Masterplan Innenstadt“ der Stadt Rheinbach. So sieht der Entwurf den Bau von zwei neuen Eingängen vor, deren quadratische Form zu den geplanten angrenzenden Wohnhäusern passen soll. „Es geht uns darum, einen Teil der Geschichte Rheinbachs zu erhalten“, meint Weber. Gleichzeitig soll die umgebaute Kirche Besucher nach Rheinbach locken und die Attraktivität des geplanten Wohngebiets steigern. „Ein Hotel mit Gastronomie in einer ehemaligen Kirche wäre etwas Einzigartiges und Besonderes, das würde bestimmt Menschen nach Rheinbach ziehen“, meint Weber.

Insbesondere für Weber, der in Rheinbach aufwuchs, ist das Projekt etwas Besonderes. Er war selbst Schüler des Vinzenz-Pallotti-Kollegs und gehörte 2016 zum letzten Jahrgang, der sein Abiturzeugnis in der Vinzenz-Pallotti-Kirche erhielt. „Deswegen steckt in dem Projekt schon eine Menge Herzblut“, erklärt der angehende Architekt.

Weber zeigt sich optimistisch, dass der Entwurf den Patres des Pallottinerordens, dem das Gelände gehört, trotz Zweckentfremdung gefällt: „Natürlich könnte das auf Widerstand stoßen, aber ich glaube, insgesamt wäre ein Großteil dafür.“ Die Entweihung der Kirche sei schließlich beschlossene Sache. Der Vorschlag der Architekturstudenten kann allerdings so, wie er jetzt vorliegt, nicht umgesetzt werden, schließlich sind die beiden Studenten noch keine Architekten.

Dennoch würden Reichert und Weber das Projekt gerne in Rheinbach vorstellen – am liebsten in der Pallotti-Kirche. „Der Entwurf kann einfach besser auf das Publikum wirken, wenn man sich in der Kirche befindet“, erklärt Weber. Dazu befinden sie sich im Moment in Gesprächen mit dem Pallottinerorden. „Wir wollen einen Impuls geben und zeigen was man mit dem Gebäude machen könnte.“

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